PTA-Thema Juli 2010: Hilfe, es brennt!

Fortbildung: Prostata und Blase

Abbildung © Sean Gladwell / www.fotolia.com © Sean Gladwell / www.fotolia.com

Über Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen klagen meistens Frauen. Aber auch bei Männern steigt das Risiko für Harnwegsentzündungen bei einer vergrößerten Prostata.

Harnwegsinfektionen sind weit verbreitet. Sie zählen nach den Infektionen der Atemwege zu den zweithäufigsten bakteriell verursachten Entzündungen. 95 Prozent der Erkrankungen betreffen Frauen: Mindestens jede zweite Frau leidet im Laufe ihres Lebens mindestens einmal daran und etwa jede dritte Patientin bekommt trotz korrekter Therapie immer wieder Rückfälle.

Unkompliziert oder kompliziert Es sind vor allem die unteren Harnwege betroffen, vornehmlich die Blase. Bei einer Blasenentzündung (Cystitis) dringen die Erreger von außen durch die Harnröhre in die Blase ein, vermehren sich dort und entzünden die Schleimhaut. Man spricht auch von einer akuten unkomplizierten Harnwegsinfektion. Selbst geringe Füllmengen an Urin führen schon zu intensivem und häufigem Harndrang (Pollakisurie). Typisch sind darüber hinaus brennende Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie), leichte Druckschmerzen oder schwache Krämpfe im Unterbauch bei der Blasenentleerung. Der Urin selber kann einen eigentümlichen Geruch aufweisen oder durch Blutbeimengungen dunkel verfärbt sein. Temporär kann es auch zu einer leichten Blasenschwäche mit tröpfelndem Harnabgang beim Husten oder Niesen kommen.

Seltener sind die oberen Harnwege entzündet. Dann kann die Infektion über die Harnleiter das Nierengewebe erreichen und zu einer Entzündung des Nierenbeckens führen (Pyelonephritis). Sie gilt als kompliziert, da sich ohne adäquate Therapie die Erreger über das Blutgefäßsystem im ganzen Körper ausbreiten und eine Sepsis hervorrufen können. Weitere Komplikationen wie bleibende Nierenschäden oder gar Nierenversagen sind ebenso möglich.

Grenzen der Selbstmedikation Prinzipiell kann nur ein unkomplizierter Harnwegsinfekt, also eine lokal auf die unteren Harnwege begrenzte Entzündung, in Eigenregie behandelt werden. Ist die Niere betroffen, muss der Patient an den Arzt weitergeleitet werden. Um die Grenzen der Selbstmedikation auszuloten, müssen im Beratungsgespräch verschiedene Gesichtspunkte abgeklärt werden. Aus Körpertemperatur und Allgemeinzustand lassen sich Rückschlüsse auf die Schwere ziehen, da komplizierte Harnwegsinfektionen mit hohem Fieber oder starkem Krankheitsgefühl einhergehen.

Auch die Frage nach der Farbe des Urins lässt Rückschlüsse auf den Schweregrad der Entzündung zu, denn ein intensiv rot verfärbter Urin lässt eine Nierenbeteiligung vermuten. Ebenso muss der Patient zum Arzt geschickt werden, wenn er von dumpfen einseitigen Rückenschmerzen in der Nierengegend berichtet oder extreme Schmerzen und Krämpfe beim Wasserlassen verspürt. Denn auch diese Alarmsignale deuten auf eine aufsteigende Harnwegsinfektion hin, die bis zum Nierenbecken vorgedrungen ist.

Grundsätzlich sollte die bestehende Dauer der Beschwerden hinterfragt und eine Selbstmedikation auf wenige Tage begrenzt werden (maximal fünf Tage). Auch sollten sich Patienten, die häufiger als drei Mal im Jahr unter Harnwegsinfekten leiden, einer ärztlichen Kontrolle unterziehen.

HARNINKONTINENZ UND REIZBLASE
Wenn Patienten in der Apotheke nach Mitteln gegen Beschwerden beim Wasserlassen oder für eine schwache Blase fragen, muss nicht immer eine Harnwegsinfektion dahinterstecken. Möglich ist ebenso das Vorliegen einer Blasenschwäche (Harninkontinenz), die auch mit starkem Harndrang und Schwierigkeiten bei der Blasenentleerung einhergeht. Die verschiedenen Formen der Harninkontinenz sind durch unfreiwilligen Urinverlust gekennzeichnet, was die Betroffenen im Gespräch oft aus Scham verheimlichen. Ebenso könnte das Phänomen einer Reizblase, einer leichten Form der Dranginkontinenz, vorliegen. Auch diese zeichnet sich durch unkontrollierten Harnverlust und intensiven Harndrang aus. Im Gegensatz zu einer Harnwegsinfektion sind jedoch eine Harninkontinenz und Reizblase nur selten von Schmerzen beim Wasserlassen begleitet. Hier hilft also vorsichtiges Nachfragen und gutes Zuhören, um eine Blasenschwäche oder Reizblase zu erkennen und von einer Harnwegsinfektion abzugrenzen.

Generell Arztbesuch notwendig Ansonsten zählen Männer, Kinder, Schwangere, Diabetiker, Immunsupprimierte oder Patienten mit einer Niereninsuffizienz oder Dauerkathetern prinzipiell zu speziellen Patientengruppen, für die eine Selbstmedikation ungeeignet ist. Bei ihnen sind besondere Ursachen (z. B. Prostatavergrößerung, anatomische und funktionelle Anomalien, Blasenoder Nierensteine) oder schwerwiegende Komplikationen (z.B. Pyelonephritis) zu erwarten, die einer ärztlichen Therapie bedürfen.

Sicherung der Diagnose Die typischen Beschwerden lassen eine Harnwegsinfektion zwar vermuten. Zur eindeutigen Bestätigung der Diagnose kann der Urin auf Bakterien geprüft werden. Für diese Untersuchung wird der Mittelstrahlurin verwendet. Das bedeutet, dass der erste Harnstrahl verworfen wird, damit das Untersuchungsergebnis nicht durch Erreger verfälscht wird, die sich außen an der Harnröhre befinden. Anschließend sammelt man den nachfließenden Harn in einem sterilen Behälter und prüft ihn mithilfe eines Urinteststreifens.

Dabei wird insbesondere Nitrit, ein Abbauprodukt vieler Bakterien, nachgewiesen. Zudem kann auf Leukozyten getestet werden, da diese ein Leitsymptom für Entzündungen darstellen, oder es werden Erythrozyten aus den Blutbeimengungen im Urin aufgezeigt. Bei häufig wiederkehrenden oder komplizierten Infekten wird zusätzlich zur Identifizierung des Erregers eine Urinkultur angeregt, um eine erregerspezifische Antibiotikatherapie einzuleiten.

Besonders Frauen betroffen Die meisten Harnwegsinfektionen entstehen durch Übertragung von Erregern aus dem Darmausgang (zu 80 Prozent E. coli) zur Harnröhre. Bei Frauen treten solche Schmierinfektionen durch die anatomisch ungünstige Nähe von Harnröhre und After besonders oft auf, vor allem bei falscher Genitalund Analhygiene oder durch häufigen Geschlechtsverkehr („Honeymoon-Cystitis“). Aufgrund der besonders kurzen Harnröhre bei Frauen haben es die Bakterien zudem nicht weit zur Blase.

Darmbakterien gelangen insbesondere auch dann leicht in die Harnröhre, wenn das saure Scheidenmilieu, welches als Barriere den Eingang der Harnröhre schützt, aus dem Lot gerät. Hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren begünstigen daher über eine Veränderung der Vaginalflora Blasenentzündungen. In der Schwangerschaft weitet sich durch die veränderten Hormonspiegel außerdem die Harnröhre, wodurch die Bakterien leichter in die Blase aufsteigen können. Ebenfalls fördert die Verwendung von Spermiziden zur Schwangerschaftsverhütung, der Gebrauch alkalischer Seifen, Intimsprays oder Scheidenspülungen sowie die Einnahme von Antibiotika durch Verschiebung des physiologischen pHWertes in der Scheide die Entwicklung von Harnwegsinfektionen.

Grundsätzlich kann eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme den Weg für Harnwegsinfektionen bahnen. Die Bakterien können sich dann in der Harnröhre leichter festsetzen als bei Patienten, die viel trinken und durch entsprechend häufiges Wasserlassen Keime ausspülen. Ebenso treten Blasenentzündungen besonders dann auf, wenn ein geschwächtes Immunsystem mit erhöhter Infektanfälligkeit vorliegt, beispielsweise bei Erkrankungen wie Diabetes, Stress oder körperlicher Belastung.

Auch Männer bekommen Blasenentzündungen Bei Männern steigt das Risiko für Harnwegsinfektionen mit zunehmendem Alter. Eine altersbedingte Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata) bewirkt über eine Einengung der Harnwege eine Behinderung des Urinabflusses mit verbleibendem Restharn in der Blase, in der sich die Erreger ungestört vermehren können. Daher können bei Männern nächtlicher Harndrang, ein schwacher Harnstrahl und Schmerzen beim Wasserlassen Hinweise auf eine Prostataerkrankung sein.

Zumeist gutartige Prostatavergrößerung Bei den meisten Männern vergrößert sich mit dem Alter die Prostata. Besonders zwischen dem 40. und 50. Lebensalter wächst das Gewebe rasch. Später verlangsamt sich dieser Prozess, manchmal kommt er sogar zum Stillstand. Winzige knotige Gewebeänderungen der Drüse sowie vermehrtes Muskelgewebe, das zur Prostata gehört, bedingen die Vergrößerung, die mit einer Gewichtszunahme bis zum Fünffachen des Ausgangswertes einhergehen kann.

Ursachen für die Wucherungen sind derzeit nicht genau bekannt. Man geht davon aus, dass ein Missverhältnis der männlichen und weiblichen Sexualhormone die Veränderungen auslöst. Insbesondere Dihydrotestosteron und das im Alter bei Männern in höherer Konzentration vorliegende Estradiol regen die Prostatazellen zum Wachstum an. Eventuell spielen auch entzündliche Prozesse eine Rolle. Meistens sind die Wucherungen gutartig (benigne Prostatahyperplasie bzw. benignes Prostatahyperplasiesyndrom), sie betreffen etwa jeden zweiten 50-jährigen Mann.

Arzt aufsuchen Eine vergrößerte Prostata muss aber auf jeden Fall ärztlich untersucht werden, um sie von bösartigen Veränderungen (Prostatakrebs) oder einer Entzündung der Prostata (Prostatitis) abzugrenzen und adäquat zu therapieren. Die akute Prostataentzündung ist eine vorübergehende, meist bakteriell ausgelöste Infektion des Prostatagewebes, die mit einer schmerzhaften Schwellung der Vorsteherdrüse, einem brennenden Gefühl beim Wasser lassen, Fieber, häufigem Harndrang und einem schwachen Harnstrahl einhergeht.

Daneben gibt es auch eine chronische bakterielle Prostatitis, die sich aus einer nicht ausreichend behandelten akuten Prostataentzündung oder aus Harnwegsinfektionen entwickeln kann. Auch wenn die Prostatavergrößerung als gutartig diagnostiziert wurde, gehört sie weiterhin in die Hand eines Arztes. Er entscheidet, ob bei auftretenden Beschwerden eine medikamentöse Therapie ausreicht oder ob sogar operativ behandelt werden muss. Auf jeden Fall sollte eine begleitende Harnwegsinfektion therapiert werden.

Pflanzliche Durchspülungstherapie Bei einer akuten unkomplizierten Harnwegsinfektion mit leichten Beschwerden haben sich in der Selbstmedikation pflanzliche Aquaretika bewährt. Zu empfehlen sind sie zudem als Rezidivprophylaxe und zur Nachbehandlung nach einer Antibiotikatherapie. Bei komplizierten und wiederholt auftretenden Infekten können sie therapiebegleitend eingesetzt werden. Nicht geeignet ist eine Durchspülungstherapie bei Patienten mit Ödemen infolge von Herz- und Niereninsuffizienz.

Auch ist darauf hinzuweisen, dass kein eigenmächtiger Dauergebrauch stattfinden sollte, sondern pflanzliche Aquaretika nur für die kurzfristige Anwendung in der empfohlenen Dosierung gedacht sind. Die Pflanzen wirken vermutlich über ihre Flavonoidfraktion vermittelt aquaretisch, indem sie die Harnwege durchspülen und damit das Ausspülen pathogener Keime fördern. Dabei greifen sie im Gegensatz zu chemischen Diuretika nicht in den Elektrolythaushalt ein, sondern verstärken lediglich die Harnausscheidung über eine Erhöhung der Nierendurchblutung und der glomerulären Filtrationsrate sowie einer Hemmung der Wasserrückresorption im Sammelrohr im Sinne einer Verdünnungsdiurese.

Damit kommt es nicht nur zu einer Reduzierung der Gesamtkeimzahl, sondern darüber hinaus wird ein Auskristallisieren von Steinen im Bereich der ableitenden Harnwege verhindert. Bewährt haben sich insbesondere Birkenblätter, Schachtelhalmkraut, Orthosiphonblätter, Goldrutenkraut, Hauhechelwurzel oder Queckenwurzelstock. Einige Pflanzen wirken zudem krampflösend und antientzündlich (z. B. Goldrutenkraut) und kommen daher auch bei der Reizblase zum Einsatz. Bei starken Krämpfen helfen Analgetika und Spasmolytika. Außerdem lindert Wärme die Beschwerden.

VORSORGEUNTERSUCHUNGEN WAHRNEHMEN
Ab dem 45. Lebensjahr sollte jeder Mann eine Früherkennungsuntersuchung der Vorsteherdrüse in Anspruch nehmen. Da eine Tastuntersuchung nicht immer zwischen gut- und bösartigen Vergrößerungen der Prostata unterscheiden kann, wird bei Verdacht auf Prostatakrebs das prostataspezifische Antigen (PSA) im Blut des Patienten bestimmt. Dieses Eiweiß wird in der bösartig veränderten Prostata vermehrt produziert. Für eine aussagekräftige Beurteilung ist aber nicht der absolute Wert, sondern die Entwicklung des PSA-Wertes entscheidend. Steigt der Wert innerhalb eines Jahres deutlich an oder bleibt er über einen längeren Zeitraum erhöht, liegt die Vermutung auf Prostatakrebs nahe. Allerdings können auch andere Auslöser wie beispielsweise Entzündungen oder gutartige Prostatavergrößerungen zu erhöhten Werten führen, so dass der Nutzten der PSA-Bestimmung kontrovers diskutiert wird. Letztendlich liefert nur eine Gewebeprobe den eindeutigen Nachweis bzw. Ausschluss bösartiger Veränderungen.

Viel trinken! Damit die Phytotherapeutika ihre Wirkung entfalten können, ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme von mindestens zwei Litern pro Tag unbedingt notwendig. Entsprechende Fertigtees erleichtern mit ihrer einfachen Handhabe das Erreichen der nötigen Trinkmenge. Natürlich kann auch aus den Arzneidrogen individuell ein Tee hergestellt werden. Ebenso sind Frischpflanzensäfte, Elixiere oder auch feste Darreichungsformen im Handel. Der Betroffene ist dann bei ihrer Abgabe darauf aufmerksam zu machen, dass er zusätzlich reichlich trinken muss.

Pflanzliche Harndesinfizienzien Bei leichten Beschwerden schätzt man auch den desinfizierenden Effekt der Senföl enthaltenen Extrakte aus Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel und der arbutinhaltigen Bärentraubenblätter. Bei der Verwendung der Bärentraubenblätter ist der Patient darauf hinzuweisen, dass enthaltenes Arbutin nur bei alkalischem Harn seine Wirkung entfalten kann. Das freie wirksame Hydrochinon kann nur bei basischem pH-Wert aus seinem Prodrug Arbutin gebildet werden. Alkalisierend ist entweder rein vegetarische Kost. Bei einer gesunden Mischkost hilft zur Alkalisierung die Zufuhr von Natriumhydrogencarbonat (sechs bis acht Gramm pro Tag) oder die Einnahme von Basenpulvermischungen.

Zur Kontrolle kann der Betreffende den pH-Wert seines Urins mit einem Indikatorpapier überprüfen. Bärentraubenblätter sollten am besten in Drageeform oder als Kaltmazerat zum Einsatz kommen, da sie als herkömmlicher Teeauszug aufgrund ihres hohen Gerbstoffgehaltes zu einer Reizung der Magenschleimhaut führen können. Eine Einnahme zur Nacht ist sinnvoll, damit sich der Wirkstoff im Harn anreichern kann. Aufgrund des Verdachts auf mutagene Effekte arbutinhaltiger Arzneimittel, sollte diese maximal eine Woche und nicht öfter als fünf Mal im Jahr eingenommen werden. Ein zu langer Gebrauch ist zudem problematisch, da alkalischer Urin das Wachstum von Bakterien fördert.

Antibiotische Therapie Nicht immer reicht eine Behandlung mit Phytotherapeutika aus. So müssen starke oder über mehre Tage anhaltende Beschwerden einer unkomplizierten Cystitis oder komplizierte Infekte mit Antibiotika behandelt werden. Verschiedene Leitlinien sehen unterschiedliche Mittel der ersten und zweiten Wahl vor. In der Regel kommen Trimethoprim als Monotherapeutikum oder in Kombination mit Sulfamethoxazol, Nitrofurantoin, Cephalosporine, Amoxicillin, Fluorchinolone (Gyrasehemmer) oder Fosfomycin-Trometamol zum Einsatz.

Die Durchführung der Antibiose richtet sich nach vorliegenden Risikofaktoren und Schweregrad der Infektion. In der Regel werden Antibiotika bei unkomplizierten Cystitiden über drei bis fünf Tage verordnet, bei Penicillinen und Cephalosporinen sind sieben Tage notwendig. Eine längere Einnahme kann bei komplizierten Harnwegsinfekten erforderlich werden. Bei besonders schweren Infekten sollte sich die Behandlung nach einem Antibiogramm richten. Mit einer Langzeitprophylaxe versucht man Rezidive in den Griff zu bekommen. Dafür werden Antibiotika in einer niedrigen Dosierung nach dem letzten Wasserlassen vor dem Schlafengehen zur Supprimierung des Bakterienwachstums gegeben.

© Max Tactic / www.fotolia.comWiederholte Harnwegsinfekte verhindern Man versucht auch, Harnwegsinfekte durch Ansäuerung des Harns vorzubeugen, da ein saures Milieu das Wachstum vieler Krankheitserreger unterbindet. Zum Einsatz kommt dafür beispielsweise Methionin. Die Wirkung der Aminosäure wird darüber hinaus über eine Hemmung der Andockung pathogener Keime an das Epithel der ableitenden Harnwege vermittelt.

Auf die gleiche Art und Weise verhindern Proanthocyanidine in Präparaten oder Säften mit Cranberry- oder Preiselbeerextrakten eine Besiedlung der Schleimhäute der Blase und Harnwege mit entzündungsaktiven Bakterien. Die Keime können sich nicht an Zellen der Blase und Niere festsetzen und werden mit dem Urin ausgeschwemmt. Auf diese Weise kann die Rate wiederkehrender Blasenentzündungen gesenkt werden. Bei einer bestehenden Cystitis scheinen sie allerdings keine Wirkung zu entfalten.

Bei Männern noch weitere Therapieoptionen vorhanden Neben der Behandlung des Harnwegsinfektes kann bei Männern auch eine Therapie der zugrunde liegenden gutartigen Prostatavergrößerung notwendig sein. Auch wenn eine Selbstmedikation mit Pflanzen bei Prostatabeschwerden möglich ist, muss der Arzt die Vorsteherdrüse regelmäßig kontrollieren, da ihr Wachstum durch Phytotherapeutika nicht gestoppt werden kann.

Bewährt haben sich Arzneikürbissamen, Brennesselwurzel, afrikanisches Sternengras (Hyoxisro operi-Wurzel), Gräserpollen und Früchte der Sägepalme. Sie werden wegen ihrer gewebsentwässernden, entzündungshemmenden und den Hormonstoffwechsel in der Prostata positiv beeinflussenden Wirkungen geschätzt.

Bei stärkeren Beschwerden werden alpha-1-Rezeptoren-Blocker verordnet, die über eine Entspannung des Gewebes eine erleichterte Blasenentleerung bewirken. Außerdem kann mit 5-alpha-Reduktasehemmern das Wachstum der Prostata aufgehalten oder sogar eine Verkleinerung der vergrößerten Drüse erreicht werden.

Tipps zur Vorbeugung:

  • ausreichende Trinkmenge von mindestens zwei Litern Flüssigkeit pro Tag;
  • regelmäßiger Toilettengang (auch nach Geschlechtsverkehr) mit vollständiger Blasenentleerung;
  • richtige Analhygiene betreiben (Abwischen des Afters von vorne nach hinten);
  • übertriebene Genitalhygiene vermeiden;
  • keine Scheidendiaphragmen und spermizide Kontrazeptiva einsetzen;
  • untere Körperpartien warm und trocken halten;
  • Harn ansäuern.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 07/10 ab Seite 28.

Gode Meyer-Chlond

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