Gut geschützt nach Südafrika

Fußball-WM 2010

Abbildung © Don Bayley / www.iStockphoto.com © Don Bayley / www.iStockphoto.com

Am 11. Juni ist Anpfiff zur Fußball-WM. Wer vor Ort mit dabei sein will, benötigt einen ausreichenden Impfschutz. Eine gut ausgestattete Reiseapotheke sollte ebenso in keinem Gepäck fehlen.

Das Centrum für Reisemedizin (CMR) sprach vor kurzem seine Empfehlungen für WM-Besucher aus. Pflichtimpfungen sind bei direkter Einreise aus Deutschland nach Südafrika nicht vorge - sehen. Allerdings ist bei Anreise aus einem Gelbfieberland der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung erforderlich. Dies gilt selbst bei einem kurzen Zwischenstopp in einem der afrikanischen Nachbarländer.

Generell raten die Reisemediziner WM-Reisenden, Standardimpfungen gemäß dem aktuellen Impfkalender des Robert Koch-Instituts zu überprüfen und gegebenenfalls zu vervollständigen. Da immer persönliche Aspekte zu berücksichtigen sind, ist grundsätzlich eine reisemedizinische Beratung bei einem entsprechend qualifizierten Arzt zu empfehlen. Anschriften finden sich auf den Internetseiten des Centrum für Reisemedizin (CRM) unter www.crm.de/beratungsstellen.

Polio noch nicht ausgerottet  Es müssen unter Umständen nicht nur Grundimmunisierungen gegen Tetanus, Diphterie oder Pertussis aktualisiert werden. Besonders wichtig ist die Poliomyelitis-Impfung. Südafrika gilt zwar als poliofrei, doch es werden viele Gäste aus den Nachbarländern erwartet, in denen Polio noch gehäuft auftritt (z. B. Nigeria). Insbesondere WM-Besucher, die außer den Spielen noch endemische Gebiete bereisen möchten, müssen an eine Auffrischimpfung denken.

Ansteckung mit Masern und Meningokokken möglich  Als besonders relevant werden für Fußballfans tröpfchenübertragende Erkrankungen betrachtet. Da sie sich in großen Menschenmengen aufhalten, besteht ein hohes Ansteckungsrisiko. So sind Infektionen mit dem Masern-Virus möglich. Obwohl die Masernimpfung auch in Südafrika bei Säuglingen durchgeführt wird, traten erst im letzten Jahr Masern auf. Ebenso kommt die durch Meningokokken hervorgerufene Hirnhautentzündung in Südafrika häufiger vor als in Europa. Wiederkehrend gibt es sporadische Ausbrüche der schnell lebensbedrohlich werdenden Krankheit.

Grippeimpfung sinnvoll  Das größte Infektionsrisiko bei der Fußball WM in Südafrika geht von der Grippe aus, da dort die Influenzawelle im Juni und Juli ihren Höhepunkt erreicht. Das Erkrankungsrisiko wird als hoch eingeschätzt, weil die südafrikanische Bevölkerung dagegen nicht geimpft ist. Deshalb sollten WM-Reisende die Grippe-impfung nachholen, falls sie diese im zurückliegenden Winter versäumt haben.

Als dominierender Erreger wird der H1N1-(Schweinegrippe-)Virus erwartet. Da der neue saisonale Influenza-Impfstoff 2010/2011, der den H1N1-Virusstamm als eine Komponente enthält, in Deutschland erst im Herbst erwartet wird, sind derzeit für einen ausreichenden Grippeimpfschutz noch zwei separate Impfungen notwendig: eine gegen die saisonale und eine gegen die Schweine-Grippe.

Geringe Gefahr durch Malaria  Eine Malaria-Prophylaxe ist nur für die WM-Besucher notwendig, die zusätzlich den Nordosten des Landes (z. B. die Provinzen KwaZulu-Natal und Limpopo mit dem Kruger-Nationalpark) bereisen möchten. Ansonsten stellt die Malaria keine besonders große Gefahr da, da die Spiele außerhalb der Regenzeit stattfinden und zudem das Ansteckungsrisiko an den Austragungsorten ohnehin gering ist.

Weitere Gesundheitsrisiken  Andere Infektionskrankheiten werden für WM-Reisende relevant, wenn Unterkunft und Verpflegung nicht dem europäischen Standard entsprechen. In einfachen Restaurants besteht über verunreinigte Speisen und Getränke eine erhöhte Infektionsgefahr mit Hepatitis A. Eine Ansteckung mit Hepatitis B ist bei längerem Aufenthalt oder bei Personen möglich, die in einem engen Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung stehen. Außerdem existiert bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr ein hohes Infektionsrisiko für AIDS, denn jeder fünfte Südafrikaner ist mit HIV infiziert.

Reiseapotheke mitnehmen  In den großen Städten bieten private Kliniken in der Regel eine gute medizinische Versorgung. In den ländlichen Regionen sieht das anders aus, sodass eine gut ausgestattete Reiseapotheke sehr sinnvoll ist. Neben Verbandmaterial, Desinfektionsmittel, Medikamenten gegen Durchfall, Fieber und Schmerzen sind immer alle Arzneimittel in ausreichender Menge mitzuführen, die der Reisende regelmäßig einnehmen muss. Außerdem sollten Mittel zum Mücken- und Sonnenschutz nicht fehlen. Zudem lohnt sich der Abschluss einer Reisekranken- und Reiserückholversicherung. Da die Fußball-WM in der Winterzeit auf der Südhalbkugel stattfindet, sollten Reisende warme Kleidung als Schutz vor Erkältungskrankheiten mitnehmen.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 06/10 ab Seite 48.

Gode Meyer-Chlond

Stichworte: AIDS, Diphterie, Fußball, Fußball-WM, Fußball-WM 2010, Grippeimpfung, HIV, Hepatitis, Hirnhautentzündung, Impfen, Impfschutz, Masern, Meningokokken, Meyer-Chlond, Polio, Südafrika, Tetanus, WM

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