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Senioren, Patienten mit Durchblutungsstörungen oder geschwächtem Immunsystem sind besonders anfällig für eine Infektion mit Nagelpilz. Die Therapie kann sehr langwierig sein.
Die Onychomykose ist eine oft sehr schmerzhafte Pilzinfektion der Finger- oder Fußnägel. Zu den klassischen Erregern zählen Fadenpilze (Dermatophyten), die sich von der menschlichen Hornsubstanz ernähren. Auch Fußpilz wird von Dermatophyten ausgelöst. Von der Haut kann der Pilz auf den Nagel übergreifen und umgekehrt. Gerne siedeln sich die Erreger zwischen den Zehen an, denn durch das feucht-warme Klima finden sie hier optimale Lebensbedingungen.
Nur ein Arzt kann exakt feststellen, ob es sich bei den Symptomen (z. B. verfärbte Nagelplatten, brüchige oder unnatürlich dicke Nägel) tatsächlich um eine Onychomykose handelt. Durch die Entwicklung moderner Antimykotika ist die Therapie in den letzten Jahren deutlich effektiver geworden. Die Compliance Ihrer Kunden spielt jedoch eine wichtige Rolle, da die Behandlung drei, sechs oder mitunter bis zu 12 Monate dauern kann.
Therapiemöglichkeiten Je nach Art des Pilzes sowie dem Ausmaß des Befalls stehen folgende Behandlungsmethoden zur Verfügung: Die topische (örtliche) Therapie mit antimykotischen Nagellacken ist sehr wirksam, aber erfolgreich nur bei einem Befallsgrad von höchstens 50 Prozent (ohne Matrixbefall). Die Lacke (z. B. mit den Wirkstoffen Ciclopirox oder Amorolfin) enthalten ein Breitspektrum-Antimykotikum, das in die Nagelsubstanz eindringt und gegen eine große Bandbreite von Erregern wirkt.
Alternativ kann der Nagel auch mit einer hochprozentigen Harnstoffsalbe aufgeweicht und mechanisch abgetragen werden. Diese sogenannte atraumatische Nagelentfernung sollte mit antimykotischen Cremes oder Lösungen begleitet werden. Bei einer fortgeschritteneren Onychomykose oder bei ausgedehnten Hautpilzerkrankungen an den Füßen ist eine systemische Therapie (Behandlung mit Kapseln oder Tabletten) notwendig. Pilzabtötende Medikamente, die zum Beispiel die Wirkstoffe Fluconazol, Terbinafin oder Itraconazol enthalten, sind verschreibungspflichtig, aber in der Regel gut verträglich.
Die Heilungsrate kann verbessert werden, wenn gleichzeitig auch eine lokale Behandlung mit einem Nagellack erfolgt (Kombinationstherapie). Raten Sie Ihren Kunden, begleitende Hautpilzinfektionen gleich mitzubehandeln, sonst sind Rückfälle und erneute Ansteckungen vorprogrammiert.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 06/10 auf Seite 43.
Kirstin Engelbracht
Stichworte: Amorolfin, Antimykotika, Ciclopirox, Dermatophyten, Fluconazol, Itraconazol, Nagelpilz, Onychomykose, Terbinafin, Therapie