Trommsdorff GmbH & Co. KG Arzneimittel
Rückenschmerzpatienten profitieren über eine Aktivierung körpereigener neuronaler Reparaturvorgänge von einer ergänzenden bilanzierten Diät mit Uridinmonophosphat, Vitamin B12 und Folsäure.
Es gibt kaum jemanden, der keine Probleme mit dem Rücken hat. Rückenschmerzen sind in Deutschland Volksleiden Nummer eins. 85 Prozent der Bevölkerung hatte schon mindestens einmal in ihrem Leben Beschwerden mit dem Rücken, wobei Frauen öfter als Männer betroffen sind. Meistens sind die Schmerzen akut und nur von kurzer Dauer. Bessern sie sich aber nicht, können sie chronisch werden und die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken. Die Pein mit dem Kreuz bedeutet nicht nur starke körperliche Qualen, sondern stellt insbesondere bei andauernden Schmerzen für die Betroffenen eine große seelische Belastung dar.
Rückenschmerzen sind heute der häufigste Grund für einen Arztbesuch, eine Krankschreibung oder einen Aufenthalt im Krankenhaus: 25 Millionen Menschen befinden sich derzeit in ärztlicher Behandlung und durchschnittlich kommt es bei den Patienten jährlich zu 20 Fehltagen am Arbeitsplatz. Zudem ist jede fünfte Frühberentung auf chronische Rückenschmerzen zurückzuführen.
Das Kreuz mit dem Kreuz Die Ursachen für Rückenschmerzen sind vielfältig. Neben einem altersbedingten Verschleiß der Wirbelsäule machen sich Bewegungsmangel, ungünstige Körperhaltungen wie langes Sitzen oder Stehen, Arbeiten oder Tragen von Lasten in gebückter Haltung sowie einseitige berufliche und private Belastungen auf Dauer schmerzhaft bemerkbar. Die Wirbelsäule als zentrale Stütze unseres Rückens schafft es dann nicht mehr, dem Körper den notwendigen Halt zu geben. Die Funktionsfähigkeit der sie stützenden Rumpfmuskulatur wird eingeschränkt.
Gelenkkapseln und Bänder, welche die Wirbelsäule außerdem stabilisieren, werden überdehnt und gelockert, die physiologische Krümmung der Wirbelsäule verändert sich. Fehlstellungen der Wirbelgelenke, muskuläre Verspannung und Nervenschädigungen mit quälenden Kreuzschmerzen sind die Folge. Nervenschädigungen im Bereich der Wirbelsäule lösen nicht nur Schmerzen aus, sondern können auch mit Reflexverlust, Kraftlosigkeit, Missempfindungen wie Kribbeln, Ameisenlaufen oder gar Lähmungen einhergehen.
Teufelskreis Rückenschmerzen Andauernde Anspannung durch fortlaufende mechanische Belastungen trägt dazu bei, dass sich die Rückenschmerzen weiter verschlimmern oder sogar dauerhaft bleiben. Es kommt zu Reizungen und Schädigungen wirbelsäulennaher Nerven, die wiederum zu Schmerzen führen. Die Muskeln reagieren erneut auf die Schmerzempfindung reflexartig mit einer Verspannung, was zusätzlich den bereits irritierten Nerv reizt. Der Schmerz wird weiter verstärkt. Zugleich wird aufgrund der Qual eine ungünstige Schonhaltung eingenommen, so dass die Muskelanspannung gesteigert und immer stärkere Schmerzen ausgelöst werden – ein Teufelskreis aus Schmerz, Muskelanspannung und Fehlhaltung ist entstanden.
Das physiologische Zusammenspiel von Nerven, Muskeln und Knochen ist aus dem Gleichgewicht geraten und hält die Rückenschmerzen aufrecht, was zu deren Chronifizierung führt. Schmerzforscher sprechen von chronischen Schmerzen, sobald die Beschwerden länger als sechs Monate anhalten oder wenn sie mehrmals im Jahr auftreten. Aber nicht nur anhaltende körperliche Schädigungen spielen eine Rolle. Schmerz wird auch durch seelische Belastungen oder Stress stark beeinflusst und intensiviert. Der Körper reagiert mit einer Steigerung der Muskelanspannung, welche so stark sein kann, dass wiederum Nerven schmerzhaft gedrückt werden können.
Schmerzen durch Nervenschädigungen Schmerzhafte Schädigungen der Nerven können vielfältige Ursachen haben. Besonders häufig werden Nerven an Engpass-Stellen quasi eingeklemmt, wie beispielsweise im Bereich der Lendenwirbelsäule, wo Bandscheibenverlagerungen eine schmerzhafte Nervenquetschung hervorrufen und von Dys- und Paraesthesien begleitet werden. Ebenso führen verschleißbedingte Veränderungen der Wirbelsäule häufig zu einem Druck auf die Nervenwurzeln der Halswirbelsäulenregion und damit zu Schulter-Nacken-Schmerzen. Auch langjährige Stoffwechselstörungen wie Diabetes können eine Schädigung des peripheren Nervensystems, wie beispielsweise die Polyneuropathie, auslösen. Hier kommt es zu einer Schädigung ganzer Nervenstränge vor allem im Bereich der Füße und Beine, was sich als Kribbeln, Taubheitsgefühl oder in Form von Schmerzen bemerkbar macht.
Aktivierung körpereigener Reparaturvorgänge Da Rückenschmerzen häufig Folge von Nervenreizungen sind und mit einer Schädigung peripherer Nerven einhergehen können, muss im Rahmen eines umfassenden Behandlungskonzeptes diese neurologische Komponente mit berücksichtigt werden. Dabei macht man sich den Umstand zunutze, dass der Organismus über körpereigene Reparaturvorgänge verfügt, die Nervenschädigungen wieder rückgängig machen bzw. ausbessern können. Allerdings ist die physiologische Wiederherstellung der Nervenleitung von Natur aus langsam und bedarf der ausreichenden Versorgung mit speziellen Nervenbausteinen.
Benötigt werden vor allem Pyrimidin-Nukleotide wie Uridinmonophosphat, welche die nervale Regeneration beschleunigen und die Erregungsweiterleitung in den Nervenbahnen verbessern. Nach einer Nervenschädigung ist der Bedarf an diesen „Reparatur-Bausteinen“ besonders hoch. Ihre Zufuhr muss von extern erfolgen, da die Nervenzellen aufgrund ihrer Enzymausstattung nicht in der Lage sind, diese neurotropen Wirkstoffe selbst zu produzieren.
Reparatur-Baustein Uridinmonophosphat Das Pyrimidin-Nukleotid Uridinmonophosphat (UMP) ist ein Monophosphat des Uridins (einem Nukleosid, bestehend aus der Pyrimidin-Nukleobase Uracil und D-Ribose). Pyrimidin-Nukleotide wie UMP übernehmen im Zellstoffwechsel vielfältige Funktionen. UMP ist das wichtigste Zwischenprodukt in der Pyrimidinbiosynthese. Aus UMP werden alle anderen Pyrimidinnukleotide gebildet und es entsteht wiederum bei deren Abbau.
Pyrimidine sind neben den Purinen wichtige Bausteine der Nukleinsäuren und somit der Ribonukleinsäure (RNA) und Desoxyribonucleinsäure (DNA), wobei UMP nur als Grundbaustein in der RNA fungiert. Insbesondere spielt UMP bei nervalen Reparatur- und Regenerationsprozessen eine zentrale Rolle. Am geschädigten Neuron greift es sowohl in die Syntheseprozesse der Nukleinsäuren und Myelinscheiden (einer schützenden und isolierenden Schicht um die Nervenfasern) als auch in energieliefernde Stoffwechselprozesse ein.
So fördert UMP zum einen als Baustein der RNA die Biosynthese von Eiweiß und stellt somit eine ausreichende Enzymausstattung geschädigter Nervenzellen sicher. Zum anderen beschleunigt es als Bestandteil gruppenübertragender Coenzyme über eine Stimulation der Synthese von Phospholipiden, Glykolipiden und Glykoproteinen den Wiederaufbau neuronaler Membranbestandteile.
In Studien bestätigt Tierexperimentell konnte gezeigt werden, dass die exogene Zufuhr von UMP zu einer Steigerung der Nervenleitgeschwindigkeit und einer Förderung der Nervenregeneration führt. Auch klinische Studien bestätigen eine signifikante Beschleunigung körpereigener Reparaturvorgänge geschädigter Nerven sowie eine Linderung akuter und chronischer Schmerzen. So zeigte bereits im Jahre 2003 eine randomisierte, Placebo-kontrollierte und multizentrische Doppelblindstudie an 80 Patienten mit akuter Lumbago (Hexenschuss) bei intravenöser Gabe des neurotropen Pyrimidin- Nukleotids Uridinmonophosphat eine signifikante Schmerzreduktion gegenüber Placebo.
Vitamin B12 und Folsäure für die Nerven Auch die Vitamine B12 und Folsäure sind im Nervenstoffwechsel essentiell. Vitamin B12 ist wichtig für die Zellteilung und Blutbildung sowie die Funktion des Nervensystems. Es spielt eine wesentliche Rolle bei der Reifung und Regeneration von Nervenzellen. Vitamin B12 wirkt an Syntheseschritten von Purin- und Pyrimidin-Nukleobasen, Nukleinsäuren und Proteinen mit. Einige seiner Funktionen kann dieses Vitamin nur gemeinsam mit Folsäure erfüllen.
So ist Folsäure an der Vitamin B12-abhängigen Methylierung von Homocystein zu Methionin beteiligt, wodurch der Stoffwechsel dieser beiden B-Vitamine eng miteinander verbunden ist. Dabei ergänzen sich die beiden Vitamine nicht nur, sondern benötigen sich für ihre Funktion gegenseitig. Gemeinsam tragen sie zur Senkung des gefäßschädigenden Homocysteinspiegels bei. Ein Vitamin B12- sowie ein Folsäure-Mangel, kann Methylierungsreaktionen beeinträchtigen. Methylierung ist zudem von wesentlicher Bedeutung für den Stoffwechsel der Komponenten des Myelins von Nervenzellen als auch von Neurotransmittern.
Folsäure dient in seiner biologischen aktiven Form der Tetrahydrofolsäure als Überträger von Kohlenstoffeinheiten. Die von der Tetrahydrofolsäure aufgenommenen C1-Körper nehmen an zahlreichen Reaktionen wie der Biosynthese von Purinen, Pyrimidinen, einigen Aminosäuren und der DNA-Synthese teil. Außerdem spielt Folsäure eine Rolle bei der Biosynthese von Phospholipiden und Neurotransmittern. Gemeinsam sichern die beiden B-Vitamine die Unversehrtheit von Zellmembranen und sind an der Ausbildung der Myelinscheiden beteiligt
Ergänzende bilanzierte Diät mit kausalem Wirkansatz Untersuchungsergebnisse belegen, dass bei schmerzhaften Bewegungseinschränkungen im Bereich der Wirbelsäule sowie bei Neuralgien und Polyneuropathien die gemeinsame Gabe von UMP, Vitamin B12 und Folsäure sinnvoll zu sein scheint. So zeigte eine 2008 durchgeführte offene, vergleichende Beobachtungsstudie an 123 Patienten nach einer minimalinvasiven endoskopischen Bandscheibenoperation eine signifikante Schmerzreduktion nach Einnahme einer ergänzenden bilanzierten Diät mit 50 mg UMP in Kombination mit 3 μg Vitamin B12 und 400 μg Folsäure pro Kapsel (1x1 täglich).
Zudem wurde eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität sowie eine signifikant verbesserte Beurteilung des klinischen Gesamteindrucks durch Arzt und Patienten beobachtet. Dabei wies das Präparat eine sehr gute Verträglichkeit auf. Von Anfang an die richtige Wahl Von der Einnahme einer ergänzenden bilanzierten Diät mit UMP, Vitamin B12 und Folsäure profitiert ein großes Kundenspektrum. Es gibt eine Vielzahl von Patienten mit schmerzhaften Nervenschädigungen aufgrund von Neuralgien, Polyneuropathien sowie Wirbelsäulen-Syndromen wie beispielsweise HWS- und LWS-Syndrom, Schulter-Arm-Syndrom, Lumbago, Wurzelreizsyndrom (Reiz- und Ausfallerscheinungen), Ischialgie (Schmerzen im Bereich des Ischiasnervs) oder Zustand nach Bandscheibenoperationen.
Diese Patienten fragen in der Apotheke nach wirksamen Behandlungsoptionen zur Linderung ihrer Beschwerden. Es ist sinnvoll, ihnen gleich von Anfang an, d. h. wenn die Probleme noch akut sind, eine effektive Therapie anzubieten. Ein frühzeitiger Einsatz kann dazu beitragen, dass sich die akuten Schmerzen nicht chronifizieren.
RÜCKENSCHUL-REGELN:
Mit den folgenden zehn „Rückenschul“-Regeln gelingt ein wirbelsäulenfreundliches Verhalten, mit dem Beschwerden vorgebeugt werden kann und deren Beachtung zur Besserung von Rückenschmerzen beiträgt.
1. Du sollst Dich bewegen.
2. Halte den Rücken gerade.
3. Gehe beim Bücken in die Hocke.
4. Hebe nicht zu schwer, aber richtig.
5. Verteile die Lasten und halte sie dicht am Körper.
6. Halte beim Sitzen den Rücken gerade und stütze den Oberkörper ab.
7. Stehe nicht mit gestreckten Beinen.
8. Liege nicht mit gestreckten Beinen.
9. Treibe Sport, am besten Schwimmen, Laufen oder Radfahren.
10. Trainiere täglich Deine Wirbelsäulenmuskeln
Sinnvolle Zusatzempfehlung Über eine Empfehlung sind viele Patienten dankbar, die aufgrund der ständigen Schmerzen auf eine langfristige Einnahme von Analgetika angewiesen sind. Durch die schmerzlindernde Wirkung der neurotropen Wirkstoffe kann der Bedarf an Schmerzmitteln gesenkt werden, was sich besonders günstig für die Betroffenen auswirkt, die nichtsteroidale Antiphlogistika wie beispielsweise Acetylsalicylsäure, Diclofenac oder Ibuprofen einnehmen, die zu Magenunverträglichkeiten führen können.
Die Kombination aus UMP, Vitamin B12 und Folsäure kann auch Kunden angeraten werden, die ihre Schmerzen mit Schmerzgelen oder Wärmepflastern bekämpfen oder ein Rezept mit muskelrelaxierenden Substanzen einlösen möchten.
Aktiv gegen den Schmerz vorgehen Die Einnahme einer ergänzenden bilanzierten Diät zur Aktivierung körpereigener Reparaturvorgänge ist ein wesentlicher Baustein bei der adäquaten Behandlung von Rückenschmerzen. Weitere wichtige Säulen der Therapie akuter und chronischer Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule sind Medikamente (vor allem Analgetika) und insbesondere körperliche Aktivität. Neben Massagen und Krankengymnastik kommen verschiedene therapeutische Verfahren zum Einsatz, welche die muskuläre Verspannung zu unterbrechen helfen.
Ein bewährtes Programm ist zum Beispiel die Progressive Muskelrelaxation. Der Patient lernt, verschiedene Muskelgruppen nacheinander anzuspannen und fühlbar wieder zu entspannen. Der Übende erfährt, An- und Entspannung bewusst wahrzunehmen und in Schmerzsituationen Muskelanspannungen durch seinen Willen zu beeinflussen und damit Schmerzen zu lindern.
Ebenso hilft das Autogene Training, Muskeln willentlich zu entspannen und so die Schmerzwahrnehmung günstig zu beeinflussen. In der Regel dauert es aber länger, diese Entspannungsmethode zu erlernen. Außerdem benötigt der Übende viel Ruhe für die Durchführung der Übungen.
Da die Psyche eine große Rolle beim Schmerzempfinden spielt, ist es auch sinnvoll, mit verhaltensmedizinischen Maßnahmen den Schmerz zu kupieren. Dabei beleuchten speziell geschulte Psychologen gemeinsam mit dem Betroffenen dessen Verhaltensmuster, welche den Schmerz aufrechterhalten. Oftmals sind es für den Betroffenen unbewusste Denkschemata, die den Schmerz verstärken. Der Schmerzpatient lernt, sein Verhalten zu erkennen und so zu verändern, dass er das schmerzaufrechterhaltende Benehmen bewusst wieder verlernt. Dabei spielt neben Übungen zur Ablenkung auch Aktivität eine wichtige Rolle.
Unabdingbar ist es für Rückenpatienten zudem, ein rückenschonendes und -stärkendes Training in den Alltag zu integrieren. Das Motto muss lauten: „Immer in Bewegung bleiben“. Aktivität führt zu schnellerer Schmerzfreiheit und beugt darüber hinaus weiteren Rückenschmerzen vor. Mit einfachen Übungen ist es möglich, wieder beweglich zu werden und auch mobil zu bleiben. Rückengerechtes Verhalten wird auch in speziellen Rückenschulkursen beigebracht. Diese werden beispielsweise in vielen Fitnessstudios, Sportvereinen oder von Krankenkassen angeboten. Hier lernt der Patient, selber aktiv gegen den Schmerz vorzugehen.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 05/10 ab Seite 56.
Online-Teilehmer werden natürlich in gleicher Weise wie die Print-Teilnehmer bei der Verlosung der Preise unseres Gewinnspieles berücksichtigt!
Claudia Fischer
Stichworte: Bewegung, Folsäure, Fortbildung, Fortbildungspunkt, Gewinnspiel, Myelin, Nerven, Nervenreizung, Pyrimidin-Nukleotide, Pyrimidine, Rücken, Rückenmuskulatur, Rückenschmerzen, Uridinmonophosphat, Verspannung, Vitamin B12, Weiterbildung, Wirbelsäule, Wissen aktuell, Zertifikat, zertifizierte Fortbildung