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Schnelltests liefern umgehend und einfach Klarheit bei vielfältigen Untersuchungsparametern. Gute Dienste leisten sie nicht nur im medizinischen Alltag, sondern auch zu Hause.
Der Vorteil der Schnelltests ist die zeitnahe Ergebnisermittlung. Bei diesen Point-of-Care-Untersuchungen (POCT) entfällt der Transport des Untersuchungsmaterials in ein spezialisiertes Labor und das Eingliedern der Probe in dessen zeitliche Abläufe. Somit sind diese Tests bestens geeignet, wenn rasch Klarheit über wichtige medizinische Parameter erforderlich ist. Der Nachteil dabei ist die geringere analytische Empfindlichkeit und Genauigkeit der Tests.
Wesentlich bei einer POCT ist ein rasches Ergebnis zur orientierenden Früherkennung, was eindeutig erfüllt wird. Bei auffälligen Ergebnissen ist damit noch keine Diagnose erfolgt, sondern es wird eine exakte Abklärung und weiterführende Diagnostik beim Arzt notwendig. Das Untersuchungsmaterial für die Schnelltests ist einfach zu gewinnen. Getestet werden die jeweiligen Parameter im Harn, Speichel, Stuhl, in der Ausatemluft, einem Abstrich oder Kapillarblut. Als Heimtest eingesetzt lassen sich die Ergebnisse nicht nur diskret, sondern auch schnell, einfach und günstig ermitteln.
Tests für Frauen Zu den am häufigsten in der Apotheke verlangten Tests zählt der Schwangerschaftsfrühtest, der das Hormon Humanes Choriongonadotropin (HCG) im Urin ermittelt. Je nach der Empfindlichkeit des Tests gibt es den Frühtest, der schon vier Tage vor der nächsten Regel eingesetzt werden kann, wegen seiner höheren Empfindlichkeit. Zuverlässige Ergebnisse erzielen die Tests ab dem Fälligkeitstag der Regel, da hier eine ausreichend hohe Konzentration an HCG vorliegt. Da der Morgenurin konzentrierter ist, ist die morgendliche Anwendung verlässlicher. Anhand der Konzentration des luteinisierenden Hormons im Harn kann der Eisprung bestimmt werden. Hierfür gibt es sowohl ein Set aus wenigen Teststreifen für einen Zyklus oder einen Monitor für die längerfristige Anwendung.
Dieser Parameter kann sowohl zur Familienplanung als auch für die Verhütung eingesetzt werden. Über die Bestimmung des Scheiden-pH-Wertes kann eine Scheideninfektion rechtzeitig erkannt werden oder der frühzeitige Abgang von Fruchtwasser bei Schwangeren. Die Bestimmung des follikelstimulierenden Hormons (FSH) im Menopausen-Test gibt Auskunft über den Beginn der Wechseljahre.
Tests für Männer Zur Früherkennung von Prostatakrebs wird das Prostata Spezifische Antigen (PSA) im Kapillarblut getestet. Dabei gibt ein erhöhter Wert des Tumormarkers einen Hinweis auf eine Prostataentzündung, gutartige Prostatavergrößerung oder auf eine Vorstufe einer Prostatakrebserkrankung.
Bei Stoffwechselerkrankungen Hier können im Kapillarblut zum Beispiel der aktuelle Zuckerwert sowie auch der Langzeitwert (HbA1c) ermittelt werden. Im Urin werden erhöhte Blutzuckerwerte erfasst, sobald die Nierenschwelle (normalerweise >180 mg/dl) überschritten wird. Weiterhin kann im Harn der Ketonwert bestimmt werden, der bei einem gestörten Fettabbau erhöht ist. Dieser kann durch eine einseitige Ernährung (Diät) oder durch Blutzuckerwerte über 250 mg/dl hervorgerufen werden.
Auch der Fettstoffwechsel lässt sich im Kapillarblut überprüfen. Als Heimtest ist Gesamtcholesterin messbar, für Fachkreise sind in der patientennahen Sofortdiagnostik weitere Parameter wie Triglyceride, HDL und LDL erfassbar. Vorbeugend vor chronischen Erkrankungen lässt sich der pHWert im Harn ermitteln. Erkrankungen der Leber, Galle und Darm können mit den Indikatoren Bilirubin und Urobilinogen im Harn erfasst werden.
Okkultes Blut im Stuhl gibt einen Hinweis auf Darmpolypen oder Dickdarmkrebserkrankungen. Nierenerkrankungen können im Urin unter anderem anhand von Leukozyten, Erythrozyten, Eiweiß und pH-Wert bestimmt werden. Für Allergiker gibt es als Heimtests den Milbentest, Schimmelpilztest, Nickeltest und neu einen Glutencheck.
Bei häufigem Sodbrennen bietet sich die Überprüfung des Magenbakteriums Helicobacter pylori an. Weitere Schnelltests können Auskunft geben über den Alkoholgehalt, Drogen, Schadstoffe oder Infektionen (www.heimdiagnose.de).
Werden die Tests nicht als Heimtest, sondern in der patientennahen Sofortdiagnostik von Heilberuflern eingesetzt, sind die Richtlinien der Bundesärztekammer zu berücksichtigen. Zu finden sind diese unter (www.bundesaerztekammer.de/downloads/RiliLabor2008Korr.pdf). Für Apotheker gibt es Tipps und Empfehlungen für die Durchführung der Untersuchung, Ergebnismitteilung, den Eigenschutz und Entsorgung des Untersuchungsmaterials in den Leitlinien der Bundesapothekerkammer zur Qualitätssicherung (www.abda.de/leitlinien_downloads0.html#c8281).
Praxistipp Fordern Sie Ihre Kunden auf, selbst Maßnahmen zur Früherkennung zu nutzen. Das kann zum Beispiel in Form von Informationen im Handverkauf, als Aktion oder in Form eines Gutscheines erfolgen.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 03/10 ab Seite 66.
Dr. Elke Knop-Schneickert, elke.apo@freenet.de
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