
Täglich gehen viele Menschen mit den unterschiedlichsten Beschwerden auch in Ihrer Apotheke ein und aus. Sie als Fachkraft empfehlen Präparate von Herstellern, die Sie zwar kennen, aber wer und welche Geschichte dahinter steht, ist in der Regel unbekannt. Wir finden, das sollte sich ändern.
In Zeiten der Wirtschaftskrise wird allerorts gespart, eingeschränkt, begrenzt. Viele Firmen verlagern ihre Standorte sogar ins „günstigere“ Ausland. Trotzdem gibt es Menschen und dank ihrer noch Unternehmen, die mit allen Mitteln und trotz aller wirtschaftlicher Widerstände darum bemüht sind, sich stark zu machen für hiesige Arbeitsplätze. Als wir uns überlegt haben, worauf wir uns in 2010 neben allen wichtigen Bereichen rund um Gesundheit und Beratung konzentrieren, war schnell klar, dass wir uns auch einem Thema widmen wollen, das Mut macht. Wir stellen daher deutsche traditionsreiche pharmazeutische Familienunternehmen vor, die es geschafft haben sich über ihr seriöses Angebot an hochwertigen Produkten zu behaupten und somit sichere Arbeitsplätze bieten, auch für zahlreiche PTA, die sich für eine Karriere in der Industrie entschieden haben.
Vor Ort Im Produktionsbetrieb der HERMES Arzneimittel GmbH in Wolfratshausen herrscht immer Hochbetrieb. Mehr als 800 Millionen Brausetabletten werden dort jährlich fürs In- und Ausland hergestellt. Bereits in der dritten Generation befindet sich HERMES im Besitz der Familie Burges. Begonnen hat alles vor mehr als hundert Jahren mit der Abfüllung und dem Vertrieb von Gesundheitstees und Phytopharmaka. Seit damals ist viel passiert und mittlerweile ist aus der kleinen national agierenden Firma ein international anerkanntes Unternehmen geworden. Laut seines Sprechers Dr. Andreas Erber liegt das vor allen Dingen an dem verlässlich hohen Qualitätsstandard aller Produkte, der durch das weltweit einzigartige Herstellungsverfahren gewährleistet ist.
Kurz und knapp: Die Firmengeschichte im Überblick
1907
Gründung durch Franz Gradinger. Herstellung von Kräutertees und pflanzlichen Arzneimitteln.
1930
Sein Schwiegersohn Albert Burges übernimmt die Firmenleitung. Erweiterung des Sortiments auf
pflanzlicher Basis.
1939
Umzug zum heutigen Hauptsitz des Unternehmens nach Großhesselohe.
1960
Einführung der Multivitamin-Brausetablette und Großtechnische Nutzung der TOPO-Verfahrenstechnik
nach Dr. Gergely.
1970
Johannes Burges übernimmt die Firmenleitung.
1989
Mit der Entscheidung zur Kontraktherstellung begründet HERMES ein völlig neues Geschäftsfeld.
Contract Manufacturing ist mittlerweile Europas erfolgreichste Auftragsfertigung für feste Darreichungsformen im Healthcare-Bereich.
2008
HERMES Arzneimittel wird mit dem Wirtschaftspreis des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist ein Anerkennungspreis für herausragende unternehmerische Aktivitäten. Vor allen Dingen das Wolfratshausener Werk mit 230 hochqualifizierten MitarbeiterInnen erachteten die Juroren des Kreisausschusses als Werbeträger für die Region im ganzen Bundesgebiet.
HERMES ARZNEIMITTEL AG
Georg-Kalb-Straße 5–8
82049 Großhesselohe
Telefon: 089/7 91 02-0
Telefax: 089/7 91 02-280
HERMES plant, entwickelt und produziert Arzneimittel, diätetische Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel sowie Kosmetika sowohl für die Eigenvermarktung als auch für den Kontraktbereich. Aufgeteilt ist die GmbH in zwei Geschäftsbereiche: OTC-Arzneimittel und Firmenkundengeschäft. Neben Wolfratshausen entwickelt, produziert und vertreibt HERMES mit insgesamt 600 Mitarbeitern zudem noch in Grosshesselohe, Wien und Wolfsberg.
Herstellung Allein in Wolfratshausen stehen auf mehreren Etagen insgesamt acht Granulatoren, drei Mischer, zwölf vollautomatische Produktionslinien zur Herstellung von Brausetabletten in Röhrchen oder Siegelstreifenverpackung und eine Tiefziehlinie zur Verfügung. Hier verarbeiten rund 100 Mitarbeiter im Zwei-Schicht-Betrieb am Tag circa 15 Tonnen Rohstoffe zu ungefähr 50 Chargen an Halbfertigund Fertigware. Das Einzigartige: Die Tabletten werden nach dem patentierten TOPO Granulationsverfahren hergestellt. Diese Technologie ist auf die feuchtempfindliche Arzneiform der Brausetablette abgestimmt und setzt die Anforderung des GMP konsequent für alle gefertigten Produkte um.
Das Verwiegen, Granulieren, Mischen, Tablettieren und Verpacken geschieht weitgehend in geschlossenen Systemen. Der gesamte Materialfluss wurde auf kurze und zeitsparende Wege optimiert. Besonders viel Wert wird auf die genaue Überwachung und Analyse aller qualitätsrelevanten Maßnahmen gelegt. „Hierdurch wird“, erklärt Erber, „die kontinuierliche Verbesserung der Qualität aller Prozesse gewährleistet“. Wichtig ist bei zahlreichen Präparaten im Unterschied zu günstigen diätetischen Lebensmitteln die hohe pharmazeutische Qualität. Mit der über die Jahrzehnte kontinuierlich betriebenen Forschung und Entwicklung konnte sich das Unternehmen langfristig als zuverlässiger pharmazeutischer Systemlieferant positionieren.
Entscheidend hierzu beigetragen habe, erläutert Erber, die Leistung jedes Mitarbeiters, im Team und in der Eigenverantwortung. Bei HERMES gibt es keinen Stillstand – alles ist in Bewegung und verlangt ein hohes Maß an Flexibilität und die Bereitschaft, sich mit seinem Können täglich neu einzubringen. Unzufriedenheit ist bei den Mitarbeitern in Wolfratshausen jedenfalls nicht spürbar. Im Gegenteil. Es herrscht Hochbetrieb in Wolfratshausen und darauf sind „wir mächtig stolz!“
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 02/10 ab Seite 56.
Benedikta Springer, b.springer@uzv.de
Stichworte: Firmenporträt, Firmenprofil, Hermes-Arzneimittel