Tipps für Kinder

Von klein auf gut beraten

Abbildung © Sean Prior / www.fotolia.com © Sean Prior / www.fotolia.com

Kinderfreundliche Darreichungsformen erleichtern dem Nachwuchs die Einnahme von Arzneimitteln. Aber auch bei der Dosierung gibt es einiges zu beachten.

Kinder nehmen nicht gerne Arzneimittel ein. Den Zusammenhang zwischen Krankheit und Medikament verstehen sie in der Regel mit dem achten Lebensjahr. Erst dann können sie den Nutzen erkennen und sind für Argumente zugänglich. Die meisten Kinderarzneien werden als Saft und teilweise auch in Zäpfchenform angeboten. Säfte sind nicht nur leicht zu schlucken, sie können auch sehr individuell dosiert werden.

Bittere Medizin Kinder haben eine geringe Geschmackstoleranz, sie spucken bittere Arznei einfach wieder aus. Daher wird der unangenehme Eigengeschmack durch Aromatisierung überdeckt. Säfte sollten, wenn möglich, nicht mit einem Tee- oder Esslöffel abgemessen werden. Wesentlich genauer sind die beigefügten Dosierlöffel oder Messbecher. Mit einer Dosierspritze kann man den Saft oder die Tropfen in die Backentasche träufeln und damit an den Geschmacksrezeptoren vorbeischmuggeln. Manchen Eltern bereitet schon die Fertigstellung eines Trockensaftes Schwierigkeiten. Bieten Sie dessen Herstellung in der Apotheke an oder erklären Sie den Vorgang genau – insbesondere, dass weder Saft noch Milch für das Auffüllen verwendet werden dürfen.

Durchs Hintertürchen Für ganz kleine Kinder sind oftmals Zäpfchen die geeignete Darreichungsform. Sie sollten leicht angewärmt oder in Wasser getaucht verabreicht werden, dann schmerzt das Einführen nicht. Empfohlen wird auch, das Zäpfchen mit der stumpfen Seite zuerst einzuführen, um das Herauspressen zu erschweren. Tritt innerhalb einer halben Stunde nach der Applikation Durchfall auf, muss die Gabe wiederholt werden. Man kann nicht alle Arzneistoffe zu Zäpfchen verarbeiten und rektal verabreichen, da die Resorption im Enddarm starken Schwankungen unterliegt und dadurch sehr unterschiedliche Blutspiegel erzielt werden. Bei Wirkstoffen mit geringer therapeutischer Breite oder wenn es auf einen exakten Blutspiegel ankommt, wie bei Antibiotika, sind Zäpfchen daher gar nicht im Sortiment zu finden.

Werden wirkstoffhaltige Salben oder Cremes angewendet, muss man beachten, dass Kinder ein dreimal höheres Verhältnis von Körperoberfläche zu Körpergewicht haben als Erwachsene. Noch dazu ist ihre Haut wesentlich durchlässiger. Dermatika müssen daher in entsprechend geringerer Menge oder verdünnt aufgetragen werden.

Zeigen Sie Empathie Die Beratung muss immer an den Kunden angepasst sein. Gerade Eltern von Erstgeborenen sind häufig sehr verunsichert, wenn ihr Kind krank ist. Beraten Sie diese Eltern gründlich, so kann ihnen vielleicht eine Sorge abgenommen werden. Weisen Sie jedoch im Rahmen der Selbstmedikation darauf hin, dass Erkrankungen, die sich nach zwei bis drei Tagen nicht bessern, ein Fall für den Kinderarzt sind. Erklären Sie verständlich, wie die entsprechenden Arzneimittel anzuwenden sind. Sie können auch gemeinsam die wichtigsten Stellen im Beipackzettel durchlesen, wobei Sie die relevanten Passagen markieren. So können unsichere Eltern das Wichtigste nochmal in Ruhe zuhause nachlesen.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 02/10 auf Seite 48.

Sabine Bender, s.bender@uzv.de

Stichworte: Kinder, Kinder-Arzneimittel, Zäpfchen

Weitere Informationen

Zur Übersicht

  • Facebook
  • Twitter
  • delicious
  • MisterWong
  • stumbleupon
  • Google
  • Reddit
  • Digg
  • Technorati
  • Newsvine
  • Windows
  • Yahoo!
  • RSS