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In dieser neuen Serie geht es um anatomische, physiologische und pathophysiologische Grundlagen. Den Anfang machen die Höhlen im Kopf. Bringen wir etwas Licht in die Dunkelheit!
Die Nase selbst besteht aus knöchernen, knorpeligen und häutigen Anteilen. Das knöcherne Gerüst der äußeren Nase wird durch das Nasenbein gebildet. Die Form der Nase ist nicht nur für das Aussehen von Bedeutung, sie beeinflusst auch den Luftstrom während der Nasenatmung. Am Naseneingang wachsen lange starre Haare, die das Eindringen gröberer Fremdkörper beim Einatmen verhindern. Im Inneren der äußeren Nase liegt der Nasenvorhof.
Er ist überwiegend mit Haut ausgekleidet. Hier befinden sich sogar Schweiß- und Talgdrüsen. Aus letzteren können sich, wie auf der übrigen Haut auch, Mitesser und Pickel bilden. Die Nasenhöhle beginnt hinter einem Wulst und ist komplett mit Schleimhaut ausgekleidet. Sie dient der Reinigung, Erwärmung und Befeuchtung der Atemluft und ist Sitz des Geruchorgans. Über eine birnenförmige Öffnung erweitert sie sich in den Schädel. Die Nasenhöhle wird durch eine senkrecht gestellte knöcherne Platte, die Nasenscheidewand, in zwei Hohlräume unterteilt. Seitlich ragen hakenförmige Knochen in die Nasenhöhle hinein, sie gliedern die Nasenhöhle in je drei Nasengänge und vergrößern dadurch die Oberfläche.
Das Nebenhöhlensystem Über Öffnungen in den Nasengängen steht die Nasenhöhle mit den Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales) in Verbindung. Sie sind ebenfalls paarig angelegt und mit Schleimhaut ausgekleidet. Die Form der Nebenhöhlen unterliegt starken individuellen Schwankungen, häufig findet man auch Seitendifferenzen.
Die größte Nebenhöhle ist die Kieferhöhle (Sinus maxillaris). Sie befindet sich auf Höhe der äußeren Nase und grenzt nach oben an die Augenhöhle. Nach unten steht sie in Verbindung zu den Wurzeln der oberen Backenzähne. Die Stirnhöhle (Sinus frontalis) liegt oberhalb der Augen. Sie kann in ihrer Größe stark variieren. Zwischen den Augen befinden sich etwa zehn kleinere Hohlräume, die Siebbeinzellen. Sie werden als Siebbeinlabyrinth (Sinus ethmoidales) bezeichnet. Von außen am schwersten zugänglich ist die Keilbeinhöhle (Sinus sphenoidalis). Sie befindet sich tief im Schädel, unterhalb der Hypophyse. Alle Nasennebenhöhlen stehen miteinander in Verbindung und liegen eng beieinander.
Infektion der Nebenhöhlen Etwa fünfzehn bis zwanzig Prozent der Erwachsenen erkranken einmal jährlich während einer Infektion der oberen Luftwege an einer Sinusitis. Die Kieferhöhle ist dabei am häufigsten betroffen. Chronische Nebenhöhlenentzündungen findet man bei fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung. Meist beginnt die Erkrankung mit einer Virusinfektion, Wegbereiter für einen Befall mit Bakterien. Die Symptome einer akuten Sinusitis sind Druckschmerz im Bereich der betroffenen Nebenhöhle, besonders beim Bücken. Dazu kommen eitriger Ausfluss aus der Nase und nicht selten auch Zahnschmerzen.
Leichte Krankheitsverläufe mit geringen Beschwerden können mit Inhalationen, Wärmebehandlung und abschwellenden Nasentropfen behandelt werden. Besonders geeignet, um das zähe Sekret zu beseitigen, sind auch pflanzliche Schleimlöser, zum Beispiel Extrakte aus Myrte oder Eukalyptus. Schwere Verläufe mit starken Schmerzen gehören in die Hand des Arztes, der gegebenenfalls Antibiotika verordnet.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 01/10 auf Seite 48.
Sabine Bender, BenderSabine@web.de
Stichworte: Anatomie, Nase, Nasennebenhöhlenentzündung, Nebenhöhlen, Stirnhöhle