INTERVIEW

Eine Frau mit Vision

Abbildung © Foto Altkofer. Hundedame Tiffany ist für Christine Theiss die beste Freundin und ein wichtiger Ausgleich in ihrem anspruchsvollen Alltag. © Foto Altkofer. Hundedame Tiffany ist für Christine Theiss die beste Freundin und ein wichtiger Ausgleich in ihrem anspruchsvollen Alltag.

Eine seltene Mischung, aber überaus sympathisch und trotz ihres Erfolges bodenständig geblieben: Das ist Dr. Christine Theiss, Ärztin und Weltmeisterin im Kickboxen.

Sie ist eine Frau, die durch Intelligenz, Willenskraft und Charme überzeugt. Im persönlichen Gespräch konnten wir erfahren, welchen Beitrag der Leistungssport im ausgesprochen bewegten Leben der Münchnerin spielt und weshalb sie sich erst einmal für das Kickboxen und gegen die praktische Arbeit als Medizinerin entschieden hat.

Wie ehrgeizig muss eine Frau sein, um diese Erfolge zu erzielen?

Nicht besonders. Entscheidend ist viel mehr, sich Ziele zu stecken, konsequent am Ball zu bleiben und dabei nicht die Freude an seinem Handeln zu verlieren. Wer mit Spaß und einem starken Willen an die zu bewältigenden Herausforderungen des Lebens herantritt, schafft vieles, was zunächst in unerreichbarer Ferne zu liegen schien.

Wann haben Sie das Kickboxen für sich entdeckt?

Das war schon im Alter von sieben Jahren. Meine Antriebsfeder war meine große Begeisterung für den Sport und das, was er an Positivem mit mir macht. Diese Faszination habe ich bis heute nicht verloren. Der durchaus hohe körperliche sowie mentale Einsatz und die damit verbundene, nicht immer einfach einzuhaltende Disziplin haben sich aber für mich in jedem Fall gelohnt!

Und weshalb?

Ganz einfach – indem ich Anfang 2006 mit Hilfe meiner Trainer Mladen und Pavlica Steko ins Profilager wechselte. Im Kampfsportzentrum Steko habe ich mittlerweile mein zweites Zuhause gefunden. Dank des professionellen Trainings erfüllte sich dann im Juli 2007 mein absoluter Traum: Ich konnte den WM-Gürtel nach Version der WAKO gegen Rachel Kirkhouse/Wales erkämpfen. Es folgten in den darauffolgenden Jahren viele weitere Siege. Zuletzt verteidigte ich meinen WM-Titel im September 2009 gegen Ana Tome aus Portugal. Dies wäre ohne die finanzielle Unterstützung meines Sponsors Novartis ebenfalls nicht möglich gewesen.

Medizinstudium und WM-Titel – wie ist dies vereinbar?

Natürlich gab es Momente, in denen ich allein schon aufgrund der Doppelbelastung „Lernen und zweimal am Tag trainieren“ an meine Grenzen geriet. Doch ich betone immer wieder, dass der Sport für mich Antriebsfeder und Motivation ist. Dennoch entschied ich mich, nach dem Abschluss meines Studiums im November 2007 mit der Note 2,0, meine ärztliche Karriere erst einmal nicht weiter zu verfolgen, um mich sprichwörtlich mit Haut und Haaren der Vision Sport zu widmen.

Wenn man Sie so betrachtet, sieht vieles, was bestimmt auch häufig sehr schmerzhaft ist, recht „einfach“ aus. Haben Sie aufgrund des hohen körperlichen Einsatzes nicht auch immer wieder mit Schmerzen und Rückenleiden zu kämpfen?

Mein Grundsatz – nichts übertreiben und alles in Maßen! Denn häufiger ist weniger mehr. Bei einem professionellen Training sind die regelmäßigen Ruhepausen entscheidend. Sport mal schnell in den Alltag eingebaut und zwischen andere Verpflichtungen geschoben - das ist eher schwierig. Das war auch der Hauptgrund für mich, Profi-Sportler zu werden. Wenn ich aber trotz aller präventiven Maßnahmen Schmerzen habe, macht es gerade bei Entzündungen Sinn, zu einem Schmerzmittel zu greifen. Trotzdem: Medikamente sind keine Gummibärchen! Deshalb ist es wichtig, vernünftig damit umzugehen und auch die Angaben in der Packungsbeilage zu beachten.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 12/09 ab Seite 62.

Das Interview führte Benedikta Springer

Stichworte: Christine Theiss, Interview, promi

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