GEWÜRZTEES

Kalter Abend? Heißer Tee!

Abbildung © Christian Jung / www.fotolia.com © Christian Jung / www.fotolia.com

Eigentlich sind Gewürze nur getrocknete Pflanzenteile. Doch die haben es in sich – und sind wie geschaffen für aromatisierte Tees.

Gewürztees haben vor allem dann Saison, wenn es draußen fröstelt und die Dunkelheit schon nachmittags hereinbricht. Da die zugesetzten Gewürze der Aromatisierung und der geschmacklichen Verfeinerung dienen, werden sie in der Regel sparsam dosiert. Auch wenn von vielen dieser Zutaten gesundheitsfördernde Effekte bekannt sind, ist deshalb eine spezielle Heilwirkung durch Gewürztees nicht zu erwarten, wie Michael Meissner vom Tee-Handels-Kontor Bremen in Worpswede betont.

Die passende Mischung Häufig werden für Gewürztees zum Beispiel Gewürznelken, Zimt, Anis, Sternanis, Fenchel und Ingwer verwendet. Auch Vanille, Kardamom und schwarzer Pfeffer sind beliebt. Die Basis bildet meist ein schwarzer oder ein Früchtetee, Kräutertee und grüner Tee sind auch einsetzbar. Die Rezepte reichen von einfachen Varianten bis zu anspruchsvollen Mischungen mit zwölf und mehr Substanzen. Für Tees aus mehreren Komponenten sollte man allerdings lieber zu fertigen Produkten greifen, empfiehlt Meissner: „Wenn man das selbst mischt, kann man schnell daneben liegen.“

Für den heimischen Einsatz als Monogewürz eignen sich unter anderem Gewürznelke, Vanille, Ingwer und Zimt. Genaue Mengenvorgaben sind kaum möglich, jeder dosiert nach seinem Geschmack. Zimt zum Beispiel ist in aromatischen Früchtetees – etwa mit Hibiskus, Hagebutte und Apfel – gut einsetzbar. Er wird gerebelt oder als Stange zum Tee gegeben, alles zusammen überbrüht und dann sieben bis zehn Minuten ziehen gelassen. Zimt wird vor allem in Anbaukulturen gewonnen. Ceylonzimt etwa ist die getrocknete Rinde des ceylonesischen Zimtbaumes.

Gewürznelken sind keine Nelken, sondern noch geschlossene Blüten des Nelkenbaumes. Vom Ingwer dient der Wurzelstock als Gewürz; die zerkleinerten Stückchen werden einfach zusammen mit schwarzem Tee überbrüht. Ähnlich lässt sich Vanille schwarzem Tee zugeben. Vanilleschoten stammen von tropischen Orchideengewächsen und werden unreif geerntet. Für die Teebereitung lohnt es sich, etwas Geld in paar Stangen echte Bourbon-Vanille zu investieren: Wer davon einmal ein paar Stückchen in den Tee geschnippelt hat, wird künstliche Vanillearomen künftig links liegen lassen.

Wie lange ziehen lassen? Teewasser sollte vor dem Überbrühen des Tees einmal aufkochen, rät Meissner. Nur einige grüne Teesorten werden mit leicht abgekühltem Wasser bereitet. Schwarzer Tee, Kräuter- und Früchtetee dagegen brauchen das kochende Wasser, um die Inhaltsstoffe herauszulösen. Sonst leidet der Geschmack. Bei Kräuter- und Früchtetee ist die Hitze außerdem aus hygienischen Gründen wichtig, denn während der Lagerung können sich Keime entwickeln.

Wie lange ein Gewürztee ziehen sollte, richtet sich auch nach der Teebasis. Schwarzer Tee etwa wird schnell bitter. Er sollte deshalb nur drei bis fünf Minuten ziehen. Früchtetee erhält sieben bis zehn Minuten Zeit, damit sich das Aroma voll entfalten kann. Nach dem Ziehen werden die Gewürzbeigaben, wie die Teeblätter selbst, aus dem Tee abgeseiht.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 12/09 auf Seite 60.

Helga Brettschneider, hbrettschneider@hotmail.com

Stichworte: Gewürze, Gewürztee, Nelken, Tee, Zimt, aromatisierter Tee, vanille

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