KOMPLEXHOMÖOPATHIE

Grippale Infekte

Abbildung © Patrizia Tilly / www.fotolia.com © Patrizia Tilly / www.fotolia.com

Sie treten zu jeder Jahreszeit auf. Auch wenn sie dabei nicht das Ausmaß einer Influenza annehmen, sind grippale Infekte sehr unangenehm.

Die Symptome eines viralen grippalen Atemwegsinfektes kennt jede PTA: Die Kundschaft klagt im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter über Halsweh, Husten, Schwäche, Zerschlagenheitsgefühl und Gliederschmerzen – und je nachdem, mit wie viel Menschen man in Kontakt kommt, zählt man selbst zu den Betroffenen.

Häufiges Niesen und andere Formen der Sekretverbreitung sind notwendige Transportwege der Viren, um neue Wirtsorganismen zu erreichen. Die Vermehrungsrate der Keime ist wegen der schlagkräftigen Erregerabwehr des Organismus zwangsläufig hoch. Gliederschmerzen sowie das Gefühl der Abgeschlagenheit sind Ausdruck der Dynamik der Erregervermehrung. Das Gros der Erreger grippaler Infekte sind behüllte Viren, überwiegend Rhino- und Paramyxoviren. Sie verändern nach durchlaufenem Infekt das äußere Erscheinungsbild ihrer Proteinhülle und erschweren so der Immunabwehr die Erregererkennung. Viren haben im Gegensatz zu Bakterien weder einen eigenen Zellkern noch einen Stoffwechsel und bieten Antibiotika keine Zielebene.

Im Sommer und Frühherbst Bei warmem bis heißem Wetter ist der große Temperatursprung zwischen Außen- und Raumtemperatur ein häufiger Wegbereiter für den grippalen Infekt. Kommt man aus der Wärme in einen kühlen Raum, sind die Poren noch weit geöffnet und der Körper verliert rasch sehr viel Wärme, man „verkühlt“ sich. Die Schleimhäute trocknen durch den Einfluss von Raumund Autoklimaanlagen rasch aus und verlieren einen wichtigen Teil ihrer Schutzfunktion.

Auch die Rückkehr vom Urlaub in den Alltag macht vielen zu schaffen und belastet über die psychovegetative Schiene das Immunsystem. Damit sind den viralen Erregern die Eingangstore zum Organismus weit geöffnet und sie nutzen die geschwächte Abwehrlage rasch und gründlich. Aus dem anfänglichen Gefühl des Verkühlens wird sehr schnell der grippale Infekt mit seinen bekannten Symptomen.

Im Herbst und Winter Entgegen der weit verbreiteten Auffassung, die kalte Jahreszeit mit Nässe, Kälte und Wind sei der wichtigste Wegbereiter für den Infekt, ist gesichert, dass – wie auch im Sommer – die individuelle Immunlage und die Erregerexposition eine weitaus wichtigere Rolle spielen. Die Häufung der grippalen Infekte im letzten Jahresquartal hat weitaus mehr mit den Auswirkungen größerer Gesamtbelastungen auf Organismus und Immunsystem zu tun als mit klimatischen Einflüssen.

Mit steigenden psychischen, emotionalen und physischen Belastungen – kennzeichnend für den letzten Jahresabschnitt – wächst das Infektionsrisiko. Infektbegünstigend sind häufige Erregerkontakte, geringe Barrierefunktionen der Atemwegsschleimhaut, Unterversorgungen mit Vitamin C und Zink und die Schwächung der Immunabwehr, zum Beispiel durch aktives und passives Rauchen.

Superinfekte Oft nutzen opportunistische bakterielle Keime, zum Beispiel Streptokokken oder Staphylokokken, die geschwächte Reaktionslage des Organismus und verursachen absteigende Infekte mit Fieber und Bronchitis. Häufige Komplikationen – bei Kindern – sind Bronchitiden, entzündete oder vereiterte Mandeln mit Schluckbeschwerden sowie schmerzhafte, erschöpfende Mittel ohrent zündungen.

HOMÖOPATHIKA
Aconitum napellus Trit. D 4:
Hochakute entzündliche, fiebrige Erkrankungen; Otitis; Laryngitis. Baptisia Trit. D 3: Akute infektiöse Zustände; Pharyngitis; Husten; Heiserkeit.
Cephaelis ipecacuanha Trit. D 4 (Ipecacuanha): Bronchitis; pfeifende, spastische Atmung; Dyspnoe. Eucalyptus globulus Trit. D 2 (Eucalyptus): Laryngitis; vergrößerte und geschwürige Mandeln; Bronchitis; außer ordentliche Schleimabsonderung.
Eupatorium perfoliatum Trit. D 2: Grippe; grippeähnliche, fieberhafte Erkrankungen. Gelsemium sempervirens Trit. D 4 ( Gelsemium): Erkältung mit Nasenkatarrh und Fieber; trockener Husten mit schmerzhafter Brust.
Mercurius solubilis Hahnemanni Trit. D 8: Coryza (Schnupfen); Sinusitis; Angina.
Natrium sulfuricum Trit. D 3: Bronchitis; Hustenparoxysmen; Dyspnoe.
Solanum lycopersicum Trit. D 3 (Lycopersicon lycopersicum): Influenza; Bronchitis.

Eine gute Option In der Komplexmittelhomöopathie werden mehrere homöopathische Einzelmittel zu einem neuen Ganzen zusammengefasst. Da jede Einzelkomponente einen bestimmten Symptomschwerpunkt abdeckt, bilden Komplexhomöopathika in der Gesamtheit ihrer Wirkkomponenten sehr effiziente Synergismen.

Komplexmittel sind immer dann besonders wertvoll, wenn die Symptomatik den Einsatz mehrerer Mittel erfordert. Das ist bei der Behandlung des grippalen Infekts durchaus der Fall. Die Mittelzusammensetzungen der einzelnen Anbieter haben unterschiedliche Schwerpunkte, aber bestimmte Einzelkomponenten sind bei vielen zu finden.

Die Krankheitszeichen für die Einnahme eines solchen Komplexhomöopathikums sind:

  • plötzlicher Krankheitsbeginn mit Frösteln
  • Erkältung mit und ohne Fieber, Fließschnupfen
  • Rachenentzündung und Schluckbeschwerden
  • Bronchitis mit heftigen Hustenattacken
  • reichliches Bronchialsekret k erschwertes Atmen
  • Nasenkatarrh, Nasennebenhöhlenentzündungen

Tipps für Ihr Beratungsgespräch Empfehlen Sie Biochemie Nr. 3 Ferrum phospho - ricum D 12, Nr. 4 Kalium chloratum D 6 und Nr. 6 Kalium sulfuricum D 6. Wichtig ist auch eine ausreichende Versorgung mit Vitamin-C und Zink. Dankbar sind viele Kunden auch für fiebersenkende und schleimlösende Heilkräutertees. Weitere Informationen finden Sie unter www.pflueger.de.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 10/09 ab Seite 64.

Werner Sperling, praxissperling@web.de

Stichworte: Erkältung, Homöopathie, Komplexhomöopathie, Komplexmittelhomöopathie, Schüssler Salze, Schüßler Salze, alternative Heilmethoden, grippaler Infekt

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