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Kaum eine Arzneiform bietet so viele Fehlerquellen bei der Applikation wie Augentropfen oder Augensalben. Was können Sie tun, damit es Ihre Kunden richtig machen?
Das Auge stellt ganz besondere Ansprüche. Es schließt sich nicht gleichmäßig, sondern beginnt mit dem Lidschluss von außen. Dabei wird ein Teil der Tränenflüssigkeit mitsamt dem Fremdkörper in Richtung des inneren Augenwinkels gedrückt. Was also durch den verstärkten Tränenfluss nicht gleich über den Lidrand fließt, wandert durch den Tränenkanal in die Nase. Wenn Augenarzneien als Fremdkörper empfunden werden, ergeht es ihnen genauso und sie werden zumindest teilweise wieder ausgeschwemmt.
In den äußeren Augenwinkel Zur richtigen Platzierung wird der Kopf in den Nacken gelegt. Eine Hand zieht bei geöffnetem Auge das Unterlid leicht nach unten, bis ein Bindehautsack entsteht. Jetzt wird ein einziger Tropfen in den äußeren Augenwinkel getropft, möglichst weit entfernt vom Tränenkanal. Tropft man gleich mehrere Tropfen ein, löst das den Lidschlag aus und der größte Teil wird wieder ausgeschwemmt.
Zur Erhöhung der Verweildauer soll das Auge für mindestens eine Minute geschlossen werden. Drückt man nun noch mit der Fingerspitze den inneren Augenwinkel auf den Nasenknochen, so verschließt man den Tränenkanal und die Augentropfen fließen nicht ab. Systemische Wirkungen über die Nasenschleimhaut werden damit verhindert.
Augensalben appliziert man vor einem Spiegel. Dabei soll ein fünf bis zehn Millimeter langer Salbenstrang in den Bindehautsack gelegt werden. Durch Abknicken lässt er sich von der Tubenspitze trennen. Wurde dabei der Lidrand berührt, kann eine kleine Salbenmenge herausgedrückt und die Tubenspitze abgewischt werden. Auch die Spitze des Augentropfenfläschchens darf keinen direkten Kontakt mit dem Lidrand bekommen, um eine Kontamination mit Keimen zu vermeiden. Aus diesem Grund sollten Augenmittel auch nur von einer Person benutzt werden.
Nicht lange haltbar Augentropfen in Mehrdosenbehältnissen sind meist konserviert und dürfen nach dem Öffnen vier bis sechs Wochen lang verwendet werden. Danach ist durch den möglichen Keimeintrag das Konservierungsmittel aufgebraucht. Längere Aufbrauchfristen findet man bei Augentropfen in Fläschchen, die durch ihren Bau eine Kontamination normalerweise verhindern.
Ein-Dosis-Ophtiolen sind in der Regel unkonserviert und nach Anbruch noch 24 Stunden haltbar. Lipophile Salben bieten zwar keine Nährböden für Mikroorganismen, sollten aber nicht länger als eine Woche benutzt werden.
Kundentipps Damit das Auge nicht mit verstärktem Tränenfluss reagiert, können Augentropfen in der Hosentasche vorgewärmt werden. Bei Kindern dürfen Tropfen auch im Liegen aufs geschlossene Lid aufgebracht werden. Beim Öffnen des Auges verteilt sich der Tropfen auf der Hornhaut. Augensalben sollen wegen des „Schleiersehens“ vor dem Zubettgehen appliziert werden. Wurden mehrere Augentropfen verordnet, ist ein zeitlicher Abstand von 10 bis 30 Minuten einzuhalten. Kontaktlinsen sollten herausgenommen und erst nach 15 bis 20 Minuten wieder eingesetzt werden.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 09/09 auf Seite 63.
Sabine Bender, BenderSabine@web.de
Stichworte: Anwendung, Applikation, Auge, Augen, Augensalben, Augentropfen