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Die akustischen Turbulenzen des nächtlichen Virtuosen können verschiedene Ursachen haben. Einige davon lassen sich mit einfachen Mitteln vermeiden – hier ist Ihre Beratung gefragt!
Sägen, knattern, schnorcheln, pfeifen – vielfältige Schnarchgeräusche sind es, die nachts aus Millionen von Kehlen dringen und an den Nerven des Bettgefährten sägen. Der Schweizer Wissenschaftler Franz Theiler behauptet, Schnarchen sei ein Überbleibsel der Evolution, Menschen schreckten damit Raubtiere ab. Leidgeplagten Partnern von Schnarchern entlockt diese These allenfalls ein müdes Lächeln.
Denn Schnarchen ist wohl die häufigste Ursache, warum ein entnervter Bettnachbar dem schlafraubenden Störenfried Einzelunterbringung auferlegt. Kein Wunder, Schnarchgeräusche von bis zu 98 Dezibel Lautstärke wurden gemessen, was einem vorbeifahrendem Lastkraftwagen oder einer voll auf - gedrehten 50 Watt-Stereoanlage entspricht. Dabei werden nicht nur diejenigen um ihre Erholung gebracht, die durch das Schnarchen des Partners aufwachen, sondern auch der Schlaf der Schnarchenden selbst wird unruhiger.
Rhonchopathie, wie Schnarchen medizinisch heißt, bedeutet eine durch das Atemgeräusch der oberen Luftwege hervorgerufene Schlafstörung, die nicht nur ein erhebliches soziales Problem für Partnerschaften, sondern auch ein Symptom für ein Schlafapnoe-Syndrom darstellen kann.
Ursache Rund 20 Millionen Menschen sägen sich laut Statistik allein in Deutschland durch die Nacht, dreimal mehr Männer als Frauen. 75 bis 80 Prozent der Schnarchgeräusche entstehen dabei im Rachen, weil dort die Muskulatur während des Schlafens erschlafft. Besonders das Gaumensegel, das Zäpfchen, die seitlichen Rachenwände, der Zungengrund und der Kehldeckel flattern dann im Wind der eingeatmeten Luft – es kommt zu einer lautstarken Vibration der weichen Gaumenteile. Zudem verengen die erschlafften Muskeln die Atemwege und die Atemluft wird so beschleunigt.
Nun geschieht, was jeder Flötenspieler aus Erfahrung kennt: Es bedarf eines gewissen Luftdrucks, um überhaupt einen Ton hervorzubringen. Also, je stärker der Druck, desto lauter der „Klang“. Auch im Rachen nimmt die Muskelspannkraft im Alter ab und das Schnarchen wird verstärkt. Grundsätzlich gilt: Je schlaffer das Gewebe der oberen Luftwege, desto eher vibriert es nachts in der Atemluft.
Häufig bedingen anatomische Gegebenheiten Schnarchgeräusche. So kann die Größe der Mandeln oder die Position des Ober- und Unterkiefers beim Schnarchen eine Rolle spielen. Beispielsweise kann eine Kieferfehlstellung den Ansatzpunkt der Zunge verlagern und zu stärkeren Vibrationen führen. Vermehrte Fettpölsterchen im Rachen- und Zungenbereich bei Übergewichtigen bewirken ebenfalls eine Verengung der Atemwege.
Außerdem begünstigt eine verlegte Nasenatmung – wie etwa bei Schnupfen, Allergien, Nasennebenhöhlenentzündungen oder verkrümmter Nasenscheidewand – den geräuschvollen Schlaf. Verstärkt werden diese Faktoren zusätzlich durch den Schlaf in Rückenlage, da es hierbei zu einem Zurückfallen des Zungengrundes kommt. Wer abends vermehrt Alkohol trinkt, Schlafmittel oder Antihistaminika einnimmt, sorgt dafür, dass die Muskeln stärker erschlaffen. Kaffee und Rauchen reizen die Schleimhäute. Sie schwellen an und begünstigen die Entstehung von Schnarchgeräuschen.
Unterschiede beim Schnarchen Es gibt unterschiedliche Schweregrade des Schnarchens: „Primäres Schnarchen“ und „Obstruktive Schlafapnoe“ werden in der Schlafforschung als verschiedene Ausprägungen der Atmungsstörung angesehen. Solange das Schnarchen nicht mit Atempausen einhergeht, wird es als einfaches oder primäres Schnarchen bezeichnet. Treten jedoch Atemaussetzer mit einer Dauer von mehr als zehn Sekunden auf, bezeichnet man diese Form als apnoisches oder obstruktives Schnarchen.
Beim einfachen Schnarchen bleibt der Luftstrom aufrecht; das Rachen- und Gaumengewebe kollabiert nicht, sondern vibriert aufgrund der ent stehenden Luftturbulenzen. Der Atemrhythmus bleibt unverändert. Beim primären Schnarchen leidet vor allem der Bettnachbar unter dem nächtlichen Schnarchorchester, aber auch der Betroffene selbst spürt die Folgen des nicht erholsamen Schlafs. So kann es zu Tagesmüdigkeit und Abgeschlagenheit kommen.
Patienten mit schwerer Schlafapnoe haben hingegen bis zu 600 Atemaussetzer pro Nacht, die zu gefährlichem Sauerstoffmangel führen können. Ihre Atmung pausiert bis zu zwei Minuten lang und der Sauerstoff gehalt im Blut sinkt, bis eine Mikroweckreaktion die Atempause beendet. Bei Patienten mit Schlafapnoe ist die ärztliche Abklärung wichtig, weil obstruktive Atmungs störungen auch zu Bluthochdruck führen können und damit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. Tagesmüdigkeit und Konzentrationsmangel sind ebenfalls Symptome der Schlafapnoe, sodass die Gefahr von Verkehrsunfällen durch Sekundenschlaf um das drei- bis siebenfache zunimmt.
Therapie Man unterscheidet grundsätzlich zwischen ursächlichen und symptomatischen Behandlungsmöglichkeiten des Schnarchens. Während die ursächlichen Ansätze auf die anatomischen Gegebenheiten (zum Beispiel durch eine Operation des Gaumensegels) oder auf kleine Veränderungen im Verhalten des Schnarchers zielen (beispielsweise durch Gewichtsabnahme oder verminderten Alkoholgenuss), konzentrieren sich die symptomatischen Ansätze auf eine reine Reduktion des Schnarchgeräuschs.
Letztere kommen vor allem beim einfachen Schnarchen zum Einsatz und die Liste ist lang: von speziell geformten Kopfkissen über Nasenpflaster bis hin zu Kinnbinden und Rachensprays. Diese Sprays stellen eine komfortable Alternative aus der Apotheke dar und werden als Schaum in den Rachen gesprüht. Damit setzen sie genau dort an, wo die Mehrzahl der Schnarchgeräusche entsteht. Nach dem Aufsprühen sorgt pflanzliches Phosphatidylcholin im Schaum dafür, dass dieser auf der Rachenschleimhaut einen gelartigen Schutzfilm bildet, der die im Luftstrom vibrierenden weichen Gaumenteile beschwert und an der geräuschvollen Schwingung und Reibung hindert. Zusätzlich wird die Oberflächenspannung im Rachen gestärkt.
Die Haftung des Schaums an der Rachenwand wird dem enthaltenen Carrageen (ein Polysaccharid aus der Rotalge) zugesprochen. Durch seine bioadhäsive Wirkung, die mit Hilfe von Glyzerin noch verstärkt wird, wird der Schaum vom Speichel nicht weggespült. Zudem können die Zusätze Rosa Canina, auch Heckenrose oder Hagebutte genannt, zu einer Straffung der Muskulatur beitragen. Die pflanzlichen Inhaltsstoffe „schmieren“ den Rachenraum, schützen die Schleimhäute vor dem Austrocknen und halten sie geschmeidig. In der Folge können Rachensprays durch die Minderung der Vibration der weichen Gaumenteile Schnarchgeräusche reduzieren.
Laut einer aktuellen Umfrage konnten 81 Prozent der Bettnachbarn bei ihrem schnarchenden Partner eine Verminderung der Schnarchgeräusche feststellen, nachdem dieser ein Rachenspray in Schaumform angewendet hatte.
Achten Sie bei Ihrer Empfehlung darauf: Herkömmliche Rachensprays, die nur aus pflanzlichen Ölen bestehen, werden als wässrige Lösungen zu schnell von der Schleimhaut des Rachenraums eliminiert. Sie wirken somit nur kurz in der Anfangsphase des Schlafes oder versagen völlig, da sie vom Anwender hinuntergeschluckt werden, bevor sie ihre Wirkung auf das Rachengewebe überhaupt entfaltet haben. Durch das Auftragen des flüssigen Sprays besteht zudem das Risiko, die unteren Luftwege zu erreichen. Rachensprays in Form eines Schaums entgehen diesem Risiko und bleiben durch das enthaltene Carrageen während des Schlafes im Rachen haften.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 09/09 ab Seite 50.
Dr. Kirsten Schuster, kischu26@aol.com
Stichworte: Fortbildung, Online-Fortbildung, Schnarchen, Zertifikat, apnoe