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Bluthochdruck kann zu gravierenden Spätschäden wie Herzinsuffizienz und Schlaganfall führen. Dennoch ist die Compliance erschreckend gering. Wie können Sie helfen?
Laut Deutscher Hochdruckliga waren 2007 nur etwa 15 Prozent der Hypertoniepatienten ausreichend therapiert. Dabei steht eine Vielzahl hochwirksamer Blutdrucksenker zu Verfügung. Das Hauptproblem ist, dass ein hoher Blutdruck ohne spürbare Symptome verläuft. Vielen Patienten ist nicht bewusst, welchem Risiko sie sich aussetzen, wenn sie sich nicht an die Vorgaben ihres Arztes halten. Und selbst wenn sie informiert sind, werden die Abstände bis zur nächsten Untersuchung immer größer, denn der Leidensdruck fehlt.
Die Hypertonie hatte vielleicht sogar einen aufputschenden Effekt. Ist der Blutdruck auf Normalwert, fühlt man sich müde und schlapp. Dazu kommen mögliche Nebenwirkungen, die die Lebensqualität einschränken. So beeinflussen Betablocker durch Reduzierung des Sympathikustonus die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit. Sportliche Aktivitäten fallen schwerer. Kalzium-Kanal-Blocker wie Nifedipin führen durch die Vasodilatation im arteriellen Gefäßsystem häufig zu Knöchelödemen und zur Gesichtsrötung (Flush).
Es kann auch zu einem überschießenden Blutdruckabfall mit Schwindel und Sturzgefahr kommen. Bei einer hochgradigen Hypertonie ist eine Monotherapie häufig nicht ausreichend und es werden zwei bis drei Wirkstoffe verordnet. Das wiederum verängstigt manche Patienten und sie reduzieren eigenmächtig die Dosis oder brechen die Behandlung ganz ab. Manchmal sind die Betroffenen auch verunsichert, weil sie die Medikamente mehrfach wechseln müssen, bis der richtige Wirkstoff oder die richtige Kombination gefunden ist. Eine Untersuchung des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI) zeigte, dass die Compliance bei ACE-Hemmern am höchsten und bei Betablockern besonders gering ist.
Hohes Risiko Dabei ist die Blutdrucksenkung auf Werte unter 140/ 90 mm Hg entscheidend. Ein systolischer Blutdruck von mehr als 160 mm Hg verdoppelt bereits das Risiko für die koronare Herzkrankheit. Für den Schlaganfall, eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland, ist die Hypertonie noch vor dem Rauchen der wichtigste Risikofaktor.
Aufklärung ist die beste Complianceförderung. Es reicht nicht, den Blutdrucksenker nur bei Bedarf einzunehmen. Dies bietet keinen Schutz vor Folgeerkrankungen. Bekommt Ihr Kunde erstmalig einen ACE-Hemmer oder ein Sartan, so muss die Dosierung wegen der Gefahr eines zu plötzlichen Blutdruckabfalls durch langsames Einschleichen nach und nach erhöht werden. Gleiches gilt wegen der Kardiodepression für Betablocker. Weisen Sie auch auf die Möglichkeit der Blutdruckmessung in der Apotheke hin oder empfehlen Sie den Kauf eines Geräts. So bekommt der Kunde einen Bezug zu seiner Krankheit, denn spüren kann er den Blutdruck nicht.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 08/09 auf Seite 65.
Sabine Bender, BenderSabine@web.de
Stichworte: Antihypertensiva, Blutdrucksenker, Bluthochdruck, Compliance, Hypertonie, hoher Blutdruck