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Arzneimittel-Forschung Juni 2008

  • Das New England Journal of Medicine (NEJM) hat Ergebnisse einer Phase-III-Studie zum monoklonalen Antikörper Mepolizumab veröffentlicht. Die Erkrankung des Hypereosinophilen Syndroms (HES) konnte mit Mepolizumab bei reduzierter Gabe des Kortikosteroids Prednison signifikant besser kontrolliert werden als im Placebo-Arm (84 Prozent versus 43 Prozent, p<0,001). Bei HES-Patienten liegt die Zahl der eosinophilen Leukozyten für mindestens sechs Monate über dem Grenzwert von 1500 pro Mikroliter. An HES erkranken in Europa wenige hundert Menschen im Jahr.
  • Bereits ein leicht erhöhter Blutdruck beziehungsweise ein hochnormaler Blutdruck mit systolischen Werten zwischen 130 und 139 mm Hg kann die kognitive Leistungsfähigkeit negativ beeinflussen. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Studie der Universität Münster mit 377 Probanden im Alter von 44 bis 82 Jahren (206 weiblich, 171 männlich). Auch Übergewicht und ein erhöhter Blutzucker wirken sich nachteilig auf das geistige Leistungsvermögen aus.
  • In einer in Lancet 2008 veröffentlichten kleinen mit 72 Patienten durchgeführten doppelblinden, randomisierten und placebokontrollierten Phase-II-Studie wurde ein Hypertonie-Impfstoff (CVT006-Ang QB) getestet. Die Vakzine zur Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) konnte dabei insbesondere in der 300-μg-Impfgruppe nach 14 Wochen den durchschnittlichen Tagesblutdruck, erfasst per Langzeitblutdruckmessung, um 9/4 mmHg im Vergleich zu Placebo, den gefährlichen Morgenbluthochdruck sogar um 25/13 mmHg absenken. Experten warnen allerdings noch vor nicht geprüften Risiken und Nebenwirkungen.
  • Die Progression der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) mit zunehmendem Verlust der Lungenfunktion kann mit dem lang wirksamen Anticholinergikum Tiotropium (Spiriva®, Spiriva® Respimat®) verlangsamt werden. Dafür sprechen Daten aus einer einjährigen Studie, so Boehringer Ingelheim auf einem Fachpressegespräch. Bei dieser placebo-kontrollierten Studie mit 1010 COPD-Patienten konnte mithilfe von Tiotropium eine signifikante Reduzierung der Häufigkeit von Verschlimmerungen im Vergleich zu Placebo erreicht werden und auch die Zeit bis zur ersten Verschlimmerung wurde signifikant verlängert. Tiotropium erzielt bei nur einmal täglicher Inhalation eine lückenlose Bronchodilatation über 24 Stunden.
  • Die Mumpsimpfung mit einer Auffrischung bietet offenbar keinen lebenslangen Schutz vor der Viruserkrankung. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher in einer im „New England Journal of Medicine“ veröffentlichten Studie. Sie analysierten die Epidemiologie des großen Mumpsausbruchs in den USA vor zwei Jahren und stellten fest, dass mehr als 60 Prozent der Erkrankten vorschriftsmäßig beide Dosen des Mumps-Masern-Röteln-Impfstoffs erhalten hatten. In der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen waren sogar 84 Prozent ordnungsgemäß geimpft und infizierten sich dennoch mit dem Virus. Die Ergebnisse ihrer Analyse bezeichnen die Wissenschaftler als alarmierend.
  • Myrtol standardisiert in Kombination mit Oxytetracyclin (Tetra-Gelomyrtol®) ist eine rasch wirksame, effektive und gut verträgliche Therapieoption bei akuten bakteriellen Atemwegsinfektionen, so eine bundesweite multizentrische Anwendungsbeobachtungsstudie an 845 Patienten. Nach durchschnittlich fünf Behandlungstagen waren 93 Prozent der Sinusitispatienten in der Kontrolluntersuchung fieberfrei, 91 Prozent beklagten kein eitriges Sekret mehr. Bei den Bronchitispatienten waren sogar 95 Prozent frei von Fieber und eitrigem Sekret. Nach durchschnittlich zehn Tagen betrug der Erfolg in beiden Indikationsgruppen 99 Prozent symptomfreie Patienten.

Stichworte: Arzneimittel, Arzneimittel-Forschung, Arzneimittelforschung, Forschung

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