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Arzneimittel-Forschung April 2008
- Wissenschaftler der Universitätskliniken Hamburg-Eppendorf (UKE) und Heidelberg haben im Mausmodell nachgewiesen, dass mit einer neuartigen Substanz eine Infektion mit Hepatitis B verhindert werden kann. Die Forschungsergebnisse wurden in der internationalen Fachzeitschrift „Nature Biotechnology“ veröffentlicht. Weitere Studien, die mit insgesamt 1,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt werden, sollen nun zusätzliche Informationen über den neuen Wirkstoff liefern. Insbesondere soll untersucht werden, ob dieser auch zu einer besseren Therapie bereits infizierter Patienten beitragen könnte. Es gibt starke Anzeichen dafür, dass die neue Medikamentenklasse in Kombination mit anderen Pharmaka zu erheblich besseren Ansprechraten bei bereits infizierten Menschen beitragen könnte.
- Selbst unter einer optimalen medikamentösen Therapie und zusätzlicher interventioneller Revaskularisierung leidet jeder dritte Koronarherzkranke (KHK)-Patient ein Jahr nach Therapiebeginn immer noch unter Angina-pectoris-Anfällen. Das zeigt die COURAGE Studie (Clinical Outcomes Utilizing Revascularization and Aggressive Drug Evaluation), veröffentlicht im New England Journal of Medicine im April 2007, die 2287 Patienten mit chronisch stabiler, angiographisch nachgewiesener KHK umfasste. Nach wie vor benötigen KHK-Patienten deswegen ein zuverlässiges Notfallmedikament in Form eines sublingual applizierbaren Nitroglyzerinpräparates, etwa Nitrolingual akut® Spray, so der Grundtenor bei einem Pressegespräch der Firma Pohl-Boskamp.
- Eine Metaanalyse zur Wirksamkeit verschiedener Antidepressiva hinsichtlich des wichtigsten Therapieziels, der Remission, belegt die klinische Überlegenheit des selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmers (sSNRI) Venlafaxin/Venlafaxin retard (Trevilor®/Trevilor® retard) gegenüber selektiven Serotonin- Wiederaufnahmehemmern (SSRI) und Placebo in der Behandlung depressiver Patienten. Venlafaxin zeigt dabei im Vergleich zur Gruppe der SSRI eine signifikant um 5,9 Prozent höhere Remissionsrate (p < 0,001). Nur bei einer Vollremission ist der Patient symptomfrei hinsichtlich körperlicher und psychischer Funktionen, was eine schnelle und nachhaltige Rückkehr in den Alltag ermöglicht. Die Metaanalyse COMPARE berücksichtigt 34 randomisiert kontrollierte Studien zu Venlafaxin (n = 4191) und SSRI (n = 3621) in der Behandlung der majoren Depression sowie neun Studien unter Einschluss von Plazebo (n = 932).
- Eine aktuelle US-Studie des Lipid and Diabetes Research Centers am Saint Luke’s Mid America Heart Institute in Kansas City kommt zu dem Ergebnis, dass 200 bis 400 Gramm Omega-3-Fettsäuren- haltiger Fisch (Tunfisch, Hering, Makrelen, Sardinen, Sardellen und Lachs) pro Woche oder täglich Fischölkapseln nachweißlich vor Herzrhythmusstörungen, Herz- und Hirninfarkten schützen, Rheuma-Beschwerden lindern, Depressionen vorbeugen und vor allem bei Kindern die Intelligenz verbessern. Die von Experten empfohlene Tagesmenge liegt bei etwa ein Gramm Omega-3-Fettsäuren pro Tag. Die Gefahr von Nebenwirkungen sei bei den dosisgenauen Kapseln äußerst gering. Nur Menschen, die eine schlechte Blutgerinnung haben oder -verdünner nehmen, sollten vor der Einnahme heilberuflichen Rat suchen.
- Resultate einer amerikanischen Kohortenstudie legen nahe, dass der Therapiebeginn mit ASS/Dipyridamol (Aggrenox®) innerhalb von 72 Stunden nach einem Schlaganfall zu einer besseren Prognose bei der Entlassung aus dem Krankenhaus führt. Dies lässt sich durch die gefäßprotektiven Eigenschaften von Dipyridamol retard erklären: Der Wirkstoff unterdrückt akute Entzündungsreaktionen, die infolge einer zerebralen Ischämie auftreten können. Die seit Juli 2007 bis Oktober 2008 laufende EARLY-Studie an mehr als 40 Schlaganfallzentren in Deutschland soll nun prüfen, ob nach einem ischämischen Schlaganfall die besonders frühe Gabe von Dipyridamol retard plus niedrig dosiertem ASS zusätzliche Vorteile gegenüber einer ASS-Monotherapie aufweist.
Stichworte: Arzneimittel, Arzneimittel-Forschung, Arzneimittelforschung
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