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Arzneimittel-Forschung Oktober 2007
- Eine kürzlich im „Journal of Clinical Gastroenterology“ veröffentlichte Doppelblindstudie verglich die Wirksamkeit von Hydrotalcit (Talcid®) bei akutem Sodbrennen mit dem H2-Rezeptorantagonisten Famotidin in niedriger Dosierung (10 mg) und Placebo. Insgesamt zeigte sich eine Einzeldosis von 1000 mg Hydrotalcit über einen Zeitraum von drei Stunden nach der Einnahme Famotidin sowie Placebo signifikant überlegen: Sodbrennen wurde bereits nach zehn Minuten rascher und effektiver gelindert – bei gleich guter Verträglichkeit. Auch nach dreißig Minuten sowie nach einer und drei Stunden war Hydrotalcit besser wirksam.
- Novo Nordisk hat die klinischen Ergebnisse der ersten von fünf Phase-3-Studien mit Liraglutid, einem einmal täglich zu verabreichenden Humananalogon des natürlich vorkommenden Glucagon-Like- Peptide-1 (GLP-1) bekannt gegeben. Die 26-wöchige Studie umfasste 581 Typ-2-Diabetiker, die mit Metformin beziehungsweise dem Sulfonylharnstoff Glimepirid, den beiden am meisten verwendeten oralen Antidiabetika, schlecht eingestellt waren. Zusätzlich zu ihrem oralen Antidiabetikum erhielten diese nun Liraglutid, Placebo oder Insulinglargin. Zu Studienbeginn lag der durchschnittliche HbA1c- Spiegel zwischen 8,0 und 8,5 Prozent, am Ende der Studie hatten über 50 Prozent der Liraglutidgruppe den HbA1c-Zielwert der American Diabetes Association von weniger als 7 Prozent erreicht. Die Senkung lag bei der Liraglutidgruppe 0,2 Prozent niedriger als bei der Insulinglargingruppe.
- Das Krebsmedikament Bevacizumab (Avastatin®) erhöht das Auftreten arterieller Thrombosen und somit das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko, so eine aktuelle Studie, die im „Journal of the National Cancer Institute“ veröffentlicht wurde. Unter Gabe von Bevacizumab, das in Kombination mit Chemotherapie eingesetzt wird, kam es zu 5,5 arteriellen thromboembolischen Ereignissen pro 100 Personenjahren, während in der Vergleichsgruppe mit nur konventioneller Chemotherapie die Inzidenz 3,1 pro 100 Personenjahre betrug. Dagegen hat der Angiogenesehemmer keine nachteilige Wirkung auf venöse thromboembolische Ereignisse, die bei Krebspatienten häufig sind.
- In Experimenten mit Ratten führte die Gabe von hohen Dosen Methylphenidat zu Langzeitveränderungen im Gehirn, berichteten Wissenschaftler im „Journal of Neuroscience“. Verhaltensänderungen sowie neurochemische und strukturelle Gehirnveränderungen wurden beobachtet. Verunsicherte Eltern von Kindern, die auf Grund eines Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndroms (ADHS) mit dem Amphetaminderivat behandelt werden, sollten das Arzneimittel allerdings nicht vorschnell absetzen, sondern zuerst mit dem betreuenden Arzt sprechen, rät eine ABDAPresseinformation.
Stichworte: Arzneimittel-Forschung, Arzneimittelforschung
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