© Sophie ALVACETE / www.fotolia.com. Beim Spazierengehen lernen: Apothekergärten locken Besucherströme an und versprechen eine lebendige Reise durch die Welt der Arzneipflanzen.
Ein hochrangig besetztes Expertengremium kürte die Königsartischocke zur Wappenpflanze 2010 des Projektes Apothekergarten.
Wie werden die Wirkstoffe von Heilkräutern verarbeitet? Wie wurden diese früher angewandt? Welche Pflanzen stärken das Immunsystem oder lindern Muskelschmerzen? Die Neugier hinsichtlich der therapeutischen Möglichkeiten von Arzneipflanzen ist enorm. Was Kunden heutzutage so leicht aus den Apotheken mit nach Hause nehmen können, ist das Resultat teilweise jahrhundertealten Wissens und geduldiger Weiterentwicklung.
Das Wissen um die Heilkraft von Pflanzen war der Öffentlichkeit lange Zeit kaum zugänglich. Nahezu als Geheimwissenschaft behandelt, öffneten Klöster als Hüter dieser Kenntnisse nur zögerlich ihre einmaligen Gärten für Außenstehende. Um die Erfahrung um Arzneipflanzen für Jung und Alt zugänglich zu machen, entstand in einer gemeinsamen Aktion von Verbänden aus dem Gesundheitswesen (u. a. die Veronica Carstens Stiftung und die Deutsche Gesundheitshilfe), den Berufsverbänden der Apotheker sowie namhaften forschenden Herstellern pflanzlicher Arzneimittel das Konzept moderner Apothekergärten.
Mittlerweile gibt es ein Netz aus über 20 dieser „Open-Air-Bibliotheken“ in Deutschland. Im Gütersloher Garten etwa, der seit vielen Jahren von der Firma Klosterfrau unterstützt wird, können sich die Besucher auf Informationstafeln ausführlich und verständlich über mehr als 150 Arzneipflanzen informieren. Neben einer neuen Tafel und kostenlosen Informationsbroschüren überreichte das Kölner Unternehmen hier kürzlich eine großzügige Spende für den Förderverein.
Apothekergärten gibt es zudem in Lünen, Hannover, Ulm oder Salzelmen bei Magdeburg. Kostenlose Führungen mit fachkundigen Apothekern stoßen insbesondere an den Wochenenden auf großes Interesse. Dabei nutzen die Pharmazeuten ihr umfangreiches Fachwissen auf dem Gebiet der Arzneikräuter und klären beim Spaziergang entlang der Beete über das Potenzial – aber auch über die Grenzen von pflanzlichen Pharmazeutika – auf.
Wappenpflanze des Projektes Apothekergarten ist in diesem Jahr die Königsartischocke. Sie zeichnet sich vor allem durch ihre Eigenschaften zur Linderung von Oberbauchbeschwerden wie Magendrücken, Blähungen, Magenkrämpfen und -schmerzen aus, wie eine aktuelle Studie beweist. Diese Pflanze ist ein perfektes Beispiel dafür, wie mit modernen Anbaumethoden verbesserte Heilpflanzen mit einem höheren Wirkstoffgehalt gezüchtet werden können. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen den Erfolg dieser Optimierungsbemühungen.
Weitere Informationen finden Sie unter www.apothekergarten.de.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 08/10 auf Seite 82.
Stichworte: Apothekergarten, Arzneipflanzen, Heilpflanzen