Wer steckt eigentlich hinter …

Fanclub Sehhunde e.V.

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Mit den Ohren sehen: Engagiert setzen sich die „Sehhunde“ für Spezialreportagen in deutschen Fußballstadien ein.

Am 11. Juni ist Anpfiff der Weltmeisterschaft in Südafrika und viele packt das Fußball-Fieber. In Deutschland zählt der Ballsport nach wie vor zur Sportart Nummer eins. Ob WM, Bundes- oder Regionalliga: Ein besonderes Highlight für jeden Fan ist jedoch, die einmalige Stadionatmosphäre während eines Live-Spiels zu erleben. Damit der Besuch auch für diejenigen zum Ereignis wird, die Dribblings, Doppelpässe und Tore nicht optisch wahrnehmen können, setzt sich der Fanclub Sehhunde e.V. seit 1991 für blinde und sehbehinderte Fußballanhänger aller Vereine sowie für blindengerechten Service in den Stadien ein.

Seit 1991 organisieren sich im Fanclub Sehhunde e.V. blinde und sehbehinderte Fußballfans sämtlicher Vereine – von der Kreisklasse bis ersten Bundesliga.

Hierzu zählen Ticketing, Fanbetreuung und Stadionsicherheit. Ziel und Zweck ist es, Blinde und Sehbehinderte in die Gesellschaft im Allgemeinen und in die Gemeinschaft der Fußballfans im Besonderen zu integrieren. Darüber hinaus organisiert der Verein Schulungen von Kommentatoren, die das Spiel per Live-Reportage für sehbehinderte und blinde Fans über Kopfhörer wiedergeben.

Wo steht der ballführende Spieler? Wie groß ist die Torentfernung? Über welche Seite läuft der Angriff? Der wichtigste Unterschied zur gewohnten Radio-Reportage besteht darin, dass sehbehinderte Menschen eine kontinuierliche und konkrete Nennung der Orte des Spielgeschehens benötigen. Mittlerweile bieten 31 Vereine Plätze mit Spielreportage an.

Regina Hillmann, erste Vorsitzende des Fanclubs Sehhunde, erinnert sich: „Die Idee von Bayer Leverkusen, Plätze mit Spielreportage im Stadion einzurichten und die damit verbundene Weiterverbreitung dieses Angebotes stellt einen wichtigen Meilenstein in der Arbeit unseres Cubs dar. Gefreut haben wir uns selbstverständlich sehr darüber, dass es uns gelungen ist, auch für die WM 2006 in Deutschland Plätze mit Spielreportage durchzusetzen. In diesem Zusammenhang haben wir die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes als große Auszeichnung und Bestätigung unserer Arbeit empfunden.“

Zum Erfahrungsaustausch und zur Kontaktaufnahme mit anderen Fans organisiert der Verein für seine Mitglieder zudem Wochenendveranstaltungen. Ob der Besuch im „Aktuellen Sportstudio“ oder die Taktikanalyse mit Bundesligatrainern – die gemeinsamen Aktionen sind stets fußballorientiert ausgerichtet. Darüber hinaus erhalten alle Mitglieder neunmal jährlich die Clubzeitung „Blickpunkt Fußball“, die als Audiomagazin auf CD erscheint. „Wir freuen uns über jeden, der unsere Arbeit unterstützen möchte“, erklärt Hillmann. Denn neben Live-Audio-Reportern werden häufig Personen gesucht, die einen blinden Fußballfan ins Stadion begleiten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.fanclub-sehhunde.de.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 06/10 auf Seite 82.

Redaktion

Stichworte: Blinde, Fanclub Sehhunde e.V., Fußball, Live-Reportage, Sehbehinderte, Spielreportage, Sport, Sport-Reportage

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