Kolumne

Prägende Eindrücke

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Wir erleben die Welt nicht, wie sie ist, sondern durch Filter, die uns nur Bruchteile der uns umgebenden Dinge bewußt werden lassen.

Kennen Sie das auch? Ein Japaner steht bei Ihnen in der Apotheke und bittet Sie um eine Schachtel „Aspilin“, und Sie fragen sich, warum die sich eigentlich nicht mal die Mühe machen können, unser „r“ ordentlich aussprechen zu lernen? Nun, da tun Sie ihm Unrecht …

Das hängt damit zusammen, dass Lernvorgänge in der frühen Kindheit nicht nur der Informationsspeicherung dienen, sondern zugleich strukturierenden Einfluss auf unser Gehirn haben. Man bezeichnet derartige Lernvorgänge daher als Prägung. Das Gehirn passt sich dabei optimal an die äußeren Anforderungen an, und dies sind zunächst sensorische. Ein Beispiel: Ein Kind macht seine erste Hörerfahrung noch im Mutterleib. Mit höchster Wahrscheinlichkeit ist dies die Stimme der Mutter, und für das Kind ist es später überlebenswichtig, diese Stimme sicher wiederzuerkennen. Das Gehirn kann aber, bevor es die Mutter das erste Mal gehört hat, nicht wissen, wie ihre Stimme klingen wird. Es muss daher zunächst sicherstellen, jede beliebige Stimme überhaupt wahrzunehmen.

Prof. Dr. Holger Schulze*

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 03/09 auf Seite 12.

* Professor Schulze ist Leiter des Forschungslabors der HNO-Klinik der Universität Erlangen-Nürnberg sowie auswärtiges wissenschaftliches Mitglied des Leibniz-Instituts für Neurobiologie in Magdeburg. Seine Untersuchungen zielen auf ein Verständnis der Neurobiologie des Lernens und Hörens: www.schulze-holger.de

Stichworte: Filter, Hirn, Hirnforschung, Lernen, Schulze, Sprache, Wahrnehmung, hören, kolumne, sensorischer Filter

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