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Studie: Multiple Sklerose

Abbildung © Henrik Jonsson / www.iStockphoto.com © Henrik Jonsson / www.iStockphoto.com

Interferon beta 1-b verhindert chronische Läsionen im Nervengewebe.

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische, progressiv verlaufende Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Symptome variieren von Patient zu Patient und sind nicht vorhersehbar. Dazu gehören Erschöpfungszustände und Müdigkeit, getrübtes Sehen in einem oder beiden Augen, Schwächezustände in einem oder mehreren Extremitäten, Taubheit und Kribbeln im Gesicht, Armen, Beinen und am Körperstamm, Spastizität, Schwindel, Doppeltsehen, undeutliche Sprache und Kontrollverlust der Harnblase.

Früher wurde die MS als eine rein inflammatorische Erkrankung angesehen. Heute geht man davon aus, dass bereits in frühen Stadien Nervenzellen degenerieren – was eine irreversible Schädigung verursachen kann, die potenziell zur Progression der MS führt.

Die Therapie mit Interferon beta 1-b kann die Anzahl von neuen aktiven Hirnläsionen, die sich in permanente schwarze Löcher umwandeln, signifikant verringern. Dies ist das Ergebnis einer neuen Analyse der Vergleichsstudie BEYOND (Betaferon Efficacy Yielding Outcomes of a New Dose). BEYOND war eine große prospektive Phase-III-Studie an 2244 Patienten mit schubförmig remittierender MS (relapsing remitting MS). An 198 beteiligten Zentren in 26 Ländern wurde die Effektivität, Verträglichkeit und Sicherheit von Interferon beta 1-b 500 Mikrogramm im Vergleich zu der Standarddosis von 250 Mikrogramm und Glatirameracetat bewertet.

Anhand der BEYOND-Daten wurden die MRT-Aufnahmen von den mit Interferon beta 1-b 250 Mikrogramm (n = 797) und mit Glatirameracetat (n = 393) behandelten Patienten verblindet analysiert. Damit sollte die Anzahl der permanenten schwarzen Löcher im Jahr 2 bestimmt werden, die sich aus aktiven Läsionen im Jahr 1 der Studie gebildet hatten. Die Analyse untersuchte auch die Rate der Entwicklung solcher Läsionen im Jahr 2 verglichen mit Jahr 1 in jedem Therapiearm. Während der primäre Studienendpunkt, das Risiko für einen Rückfall, keinen Unterschied zwischen der Behandlung mit Interferon beta 1-b und Glatirameracetat ergab, beeinflusste Interferon beta 1-b die Entwicklung von permanenten schwarzen Löchern in einem ähnlichen oder besseren Ausmaß als Glatirameracetat.

Zwar war der Anteil von neu auftretenden, aktiven Läsionen in beiden Therapiearmen ähnlich ausgeprägt. Unter der Behandlung mit Interferon beta 1-b ergab sich jedoch gegenüber Glatirameracetat eine durchschnittlich 30-prozentige Verringerung bei der Umwandlung dieser aktiven Hirnläsionen in permanente schwarze Löcher. Permanente schwarze Löcher werden als das Korrelat des irreversiblen neuronalen Gewebeverlusts angesehen.

„Unsere Forschung legt nahe, dass die Therapie mit Interferon beta 1-b im Hinblick auf den permanenten Verlust von Hirngewebe einen gleichwertigen, wenn nicht sogar etwas besseren Schutz im Vergleich zu Glatirameracetat ermöglicht. Der Effekt bezieht sich auf die Prävention der Entstehung von chronischen Läsionen im Nervengewebe“, sagte der Studienleiter Dr. Massimo Filippi, Neuroimaging Research Unit, Scientific Institute und University San Raffaele, Mailand, Italien.

Quelle: 20. Kongress der European Neurological Society. 19. bis 23. Juni 2010, Berlin.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 08/10 auf Seite 8.

Stichworte: Gehirn, Interferon beta 1-b, MS, Multiple Sklerose

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