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Studie: Chronische Herzinsuffizienz

Abbildung © Sebastian Kaulitzki / www.fotolia.com © Sebastian Kaulitzki / www.fotolia.com

Eisenpräparate verbessern Leistungsfähigkeit und Lebensqualität bei chronischer Herzschwäche.

Etwa 1,4 Millionen Menschen in Deutschland haben eine chronische Herzinsuffizienz (CHI) und jährlich werden circa 160 000 Neuerkrankungen dokumentiert. Die Bedeutung von Eisenmangel und Anämie bei Patienten mit CHI wurde lange unterschätzt. Aktuelle Studiendaten führen nun zu einem Umdenken: Eisenmangel kann nicht nur zu einer Anämie, sondern auch zu einer Verminderung der Leistungsfähigkeit und zu neurologischen Komplikationen führen.

Vor allem bei chronisch Kranken stellen solche „Eisenmangel-assoziierten Komorbiditäten“ ein interdisziplinäres Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko dar und können sich erheblich auf die Lebensqualität auswirken. Die Korrektur eines Eisenmangels mit Infusionen eines Eisenpräparats führt bei Patienten mit Herzschwäche bereits nach der vierten Woche der Eisenbehandlung zu einer hochsignifikanten Verbesserung der Leistungsfähigkeit, der Symptome und der Lebensqualität – und zwar unabhängig vom gleichzeitigen Vorliegen einer Anämie („Blutarmut“).

Die 459 Studienteilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, die entweder intravenös ein Eisenpräparat (200 Milligramm Eisencarboxymaltose) oder ein Plazebo (Kochsalzlösung) erhielten. Die Therapie erfolgte wöchentlich bis zur Auffüllung der Eisenspeicher und danach bis zur 24. Woche monatlich. Die primären Endpunkte waren die Beurteilung der Lebensqualität der Patienten anhand des „Self-Reported Patient Global Assessment“ (PGA) und die Beurteilung der Symptome anhand einer Änderung der NYHA-Klasse nach 24 Wochen (Klassifikation der New York Heart Association, NYHA).

50 Prozent der Patienten, die Eisen erhalten hatten, wiesen in der 24. Studienwoche eine „große“ oder „moderate Verbesserung“ ihrer Lebensqualität auf, in der Plazebogruppe waren es dagegen nur 28 Prozent. Im Hinblick auf die NYHA-Klassifikation wurden 47 Prozent der mit Eisen behandelten Patienten in der 24. Woche in die NYHA-Klasse I oder II eingestuft, gegenüber nur 30 Prozent in der Plazebo-Gruppe. In der NYHA-Klasse I liegt eine Herzerkrankung ohne körperliche Einschränkung vor, die alltägliche körperliche Belastung verursacht keine inadäquate Erschöpfung, Rhythmusstörungen, Luftnot oder Angina pectoris.

In der Klasse II besteht eine Herzerkrankung mit leichter Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit, d. h. die alltägliche körperliche Belastung verursacht Erschöpfung, Rhythmusstörungen, Luftnot oder Angina pectoris. In Ruhe treten dagegen noch keine Beschwerden auf. Nach 24 Wochen verbesserten sich Patienten, denen Eisen verabreicht worden war, im Sechs-Minuten-Gehtest um 39 Meter im Vergleich zur Ausgangssituation („Baseline“), in der Plazebogruppe waren es nur neun Meter.

Die Differenz zwischen den beiden Gruppen betrug in der 24. Studienwoche bereits insgesamt 35 Meter. Die Sterblichkeitsrate und die Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen waren in beiden Testgruppen ähnlich. Weitere Subanalysen der Studiendaten sind derzeit in Vorbereitung, die den Bereich der Lebensqualität und der Nierenfunktion betreffen. Quelle: www.idw-online.de, 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vom 8. bis 10. April 2010 in Mannheim, www.dgk.org 

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 05/10 auf Seite 8.

Stichworte: Eisenmangel, Herz, Herzerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, Studie, chronische Herzinsuffizienz

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