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Bisphosphonate

Abbildung © LajosRepasi / www.iStockphoto.com © LajosRepasi / www.iStockphoto.com

Viele Krebspatienten erhalten zur Behandlung von Knochenmetastasen Bisphosphonate. Deren Nebenwirkungen können aber auch Zähne, Zahnfleisch und Kiefer schädigen.

Bisphosphonate greifen in den Knochenstoffwechsel ein und können außerdem helfen, Knochenschäden, eine sogenannte Osteoporose, zu mindern. Dieses Krankheitsbild kann bei Krebspatienten aufgrund einer Antihormontherapie auftreten. Ob Bisphosphonate vielleicht sogar dazu beitragen, die Bildung von Knochenmetastasen zu verhüten, wird derzeit erforscht.

Schädigungen des Ober- oder Unterkieferknochens während einer Behandlung mit Bisphosphonaten gelten als seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung dieser Medikamente. Veränderungen des Kiefers können auftreten und somit den Halt von Zähnen bedrohen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Nekrose des Kieferknochens. Der genaue Zusammenhang zwischen einer Bisphosphonat- Therapie und der Entstehung von Kiefernekrosen ist noch unklar. Es scheinen verschiedene Ursachen zusammenzuspielen, die gemeinsam die Immunabwehr des Knochengewebes schwächen. Folgen hat dies vor allem dann, wenn die schützende Mundschleimhaut und das Zahnfleisch verletzt sind und Krankheitserreger an den Knochen gelangen. Dort können zum Beispiel Bakterien schwere Entzündungsreaktionen hervorrufen.

Zudem greifen Bisphosphonate unter Umständen offenbar störend in die Reparaturmechanismen des Kieferknochens ein. Eigentlich nicht besonders umfangreiche Verletzungen, etwa nach dem Ziehen eines Zahnes, heilen dann nur schlecht ab. Diese Vorgänge können zum Absterben von Knochengewebe führen. Anzeichen für eine Osteonekrose des Kiefers oder kurz Kiefernekrose können Schmerzen im Mund, an den Zähnen und/oder im Kieferbereich sein, auch Druckstellen durch Zahnprothesen sind ein Warnsignal. Hinzu können Schwellungen, offene Schleimhautstellen oder Geschwüre im Mund kommen. Fühlt sich der Kiefer taub oder schwer an, kann dies ebenso ein Hinweis sein wie gelockerte Zähne.

Bei einer ausgeprägten Kiefernekrose liegen Teile des Knochens frei, sie sind also nicht mehr von der Mundschleimhaut bedeckt. Wesentliches Merkmal dieser Erkrankung ist das Aufweichen und Absterben von Teilen des Kieferknochens. Die Behandlung ist langwierig und kann umfangreiche kieferchirurgische Eingriffe notwendig machen. Um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen, sollten Krebspatienten während einer Bisphosphonat-Behandlung mindestens alle sechs Monate zum Zahnarzt gehen, auf jeden Fall aber, wenn eines der oben genannten Symptome auftritt.

Es gibt wenige Daten darüber, ob man durch Unterbrechung der Bisphosphonat-Therapie vor zahnärztlichen Eingriffen das Risiko senken kann, auch die notwendige Dauer des Absetzens ist nicht eindeutig geklärt. Das Vorgehen kann daher nur individuell von den behandelnden Zahnmedizinern und Onkologen unter Abwägung aller Vorteile und Risiken entschieden werden. Quelle: www.krebsinformationsdienst.de

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 03/10 auf Seite 8.

Stichworte: Bisphosphonate, Kieferknochen, Kiefernekrose, Nebenwirkungen, Osteoporose, Zähne

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