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Mit Dronedaron ist ein neues Antiarrhythmikum in Deutschland zugelassen.
Etwa eine Million Menschen leiden hierzulande unter Vorhofflimmern, der häufigsten Herzrhythmusstörung. Da diese komplexe Krankheit besonders im höheren Alter auftritt, wird sich diese Zahl aufgrund der Bevölkerungsentwicklung in den nächsten Jahren noch erhöhen.
Beim Vorhofflimmern werden die Vorkammern des Herzens häufig und ungeordnet elektrisch aktiviert. Dadurch kommt es zu einem unregelmäßigen Schlagen der Herzkammern, das von einigen Betroffenen bemerkt wird. Zudem geht die normale Anpassungsfähigkeit der Herzfrequenz an Belastungen verloren, ferner können Blutgerinnsel auftreten. In der Folge verdoppelt sich die Sterberate, erhöht sich das Risiko für Schlaganfälle und vermindern sich die subjektiv empfundene Lebensqualität und Leistungsfähigkeit. Die absolute Arrhythmie kann Palpitationen und Atemnot, aber auch Schwindel und Brustschmerzen verursachen, es kann zur Herzinsuffizienz kommen.
Etwa jeder fünfte von Vorhofflimmern Betroffene wird pro Jahr ins Krankenhaus eingewiesen. Im Gegensatz zu anderen Rhythmusstörungen ist Vorhofflimmern nicht heilbar, sondern in der Regel eine chronisch fortschreitende Erkrankung.
Seit zehn Jahren ist nun ab Januar erstmals ein neues Antiarrhythmikum in Deutschland verfügbar. Die europäische Kommission hat Dronedaron am 26. November 2009 zur Vermarktung in allen 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union zugelassen. Der Arzneistoff ist angezeigt bei erwachsenen, klinisch stabilen Patienten mit nicht permanentem Vorhofflimmern, um das Wiederauftreten zu verhindern oder die ventrikuläre Herzfrequenz zu senken.
Kontraindiziert ist Dronedaron bei instabilen Patienten mit Herzinsuffizienz NYHA-Klasse III und bei jenen mit NYHA-Klasse IV. Da noch keine abschließenden Erfahrungen mit stabilen Patienten mit kürzlich (vor ein bis drei Monaten) aufgetretener Herzinsuffizienz NYHA-Klasse III oder mit linksventrikulärer Auswurfleistung unter 35 Prozent vorliegen, wird die Verwendung bei dieser Patientengruppe nicht empfohlen.
Chemisch ähnelt Dronedaron dem herkömmlichen Antiarrhythmikum Amiodaron. Der Wirkungsmechanismus beider Substanzen als Mehrkanalblocker ist vergleichbar: Diese blockieren zahlreiche Ionenkanäle an der Herzmuskelzelle und am Reizleitungssystem. Eine derartige Blockade hat sich als besonders effektiv bei der Therapie verschiedener Herzrhythmusstörungen erwiesen. Im Gegensatz zu Amiodaron enthält Dronedaron kein Jod, ist deutlich weniger lipophil und verbleibt daher viel kürzer im menschlichen Körper. Entsprechend sind bisher auch bei Dronedaron auch keine Amiodaronähnlichen schwerwiegenden extrakardialen Wirkungen beobachtet worden.
Das Wirksam- und Verträglichkeitsprofil von Dronedaron basiert auf einem umfassenden klinischen Entwicklungsprogramm, einschließlich sieben multizentrischer, randomisierter klinischer Studien mit mehr als 7000 Patienten. So konnte gezeigt werden, dass eine zweimal tägliche Dosis von 400 Milligramm symptomatische und asymptomatische Episoden von Vorhofflimmern reduziert, hohe Kammerfrequenz herabsetzt sowie Krankenhauseinweisungen und Tod aufgrund kardiovaskulärer Komplikationen bei Patienten mit Vorhofflimmern signifikant verringert werden. Quelle: Pressekonferenz „Herausforderung Vorhofflimmern: Perspektiven schaffen – mehr erreichen.“ 09.12.2009 Berlin. Veranstalter: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 02/10 auf Seite 8.
Stichworte: Antiarrhythmikum, Forschung, Forschung Pharma, Herz, Herzerkrankung, Kammerwasser, Studie