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Zusätzliche Wirkstärken der Fixkombination aus Oxycodon und Naloxon ermöglichen eine individuelle Feindosierung.
Die Retardtabletten stehen jetzt in vier Wirkstärken zur Verfügung: 5 mg/2,5 mg (neu), 10 mg/5 mg, 20 mg/ 10 mg und 40 mg/20 mg (neu). Das bietet Vorteile. Beim Titrieren mit der Minidosis kann die individuell nötige Dosis besonders genau ermitteln kann. Mit der Hochdosis wiederum lässt sich jetzt ein Tagesbedarf von 2 x 40 mg/20 mg abdecken. Die darin enthaltene Oxycodonmenge entspricht etwa 160 mg Morphinäquivalent.
Als Opioid der WHO-Stufe 3 hat Oxycodon dem bisherigen Stufe-3-Goldstandard Morphin gegenüber allerdings Vorteile. So kann sich unter Morphin bei eingeschränkter Nierenfunktion ein hoch wirksamer Metabolit (Morphin-6-Glucuronid) anhäufen. Mit Oxycodon dagegen sind keine wirksamen Konzentrationen aktiver Zwischenprodukte im Stoffwechsel zu erwarten. In der Fixkombination Oxycodon/Naloxon ist Naloxon zudem in der Lage, der häufigsten Nebenwirkung von Opioiden – hartnäckige Obstipation – vorzubeugen oder ihr Ausmaß zu mindern. Die Schmerzlinderung wird dadurch nicht beeinträchtigt.
Und während Morphin die Immunkompetenz des Körpers negativ beeinflussen kann, wirkt Oxycodon nicht immunsuppressiv. Das ist besonders wichtig, wenn Patienten mit Tumorschmerzen behandelt werden. Für diese Patienten, aber auch für solche mit Bewegungsschmerzen, bestätigen Studien die dauerhafte Wirksamkeit und Verträglichkeit der Fixkombination sowie den Nutzen auch der hohen Dosis. Letzteres prüfte unter anderem eine Subanalyse von zwei Studien, deren Teilnehmer vor allem Schmerzen des Bewegungsapparates plagten. Zusätzlich litten sie wegen einer Opioidtherapie an Verstopfung und hatten im Durchschnitt weniger als einmal wöchentlich Stuhlgang.
Sie erhielten drei Monate lang eine Oxycodon/Naloxon-Kombination oder nur retardiertes Oxycodon. Die Analyse umfasste 193 Probanden, deren mittlere Tagesdosis 40 mg/20 mg bis 80 mg/ 40 mg erreichte. Demnach waren die Patienten mit der Kombinationstherapie eindeutig im Vorteil, weil sie die Behandlung bei gleich guter analgetischer Wirkung besser vertrugen. Die mittlere Stuhlfrequenz stieg auf drei pro Woche an. Das entspricht Normalwerten.
Selbst mit Opioiden bereits vorbehandelte Tumorschmerz-Patienten können von der Kombination profitieren, wie Daten einer vierwöchigen Arbeit belegen. So nahm die Schmerzstärke bei den Patienten mit einem Stufe-3-Opioid in der Vortherapie im Mittel um 31 Prozent ab. Enthielt die Vorbehandlung ein Opioid der Stufe 2, dann verbesserten sich die Teilnehmer sogar um 52 Prozent. Gleichzeitig gingen unangenehme Symptome wie Verstopfung und Schwindel deutlich zurück – sie trafen nur noch halb so viele Patienten. HBR
Quelle: Pressegespräch „Zweifach wirksame Schmerztherapie: ab jetzt in vier Wirkstärken.“ 17.06.2009, Frankfurt am Main. Veranstalter: Mundipharma
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 09/09 auf Seite 08.
Stichworte: Naloxon, Opioide, Oxycodon, Schmerzen, Schmerzmittel, Tumorschmerzen