© Novo Nordisk Pharma GmbH
Mit Liraglutid ist das erste humane Glucagon-like-Peptide (GLP-1)-Analogon zur Behandlung verfügbar.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMEA) hat Liraglutid am 03. Juli in allen 27 EU-Staaten zur Therapie des Typ-2-Diabetes zugelassen. Es wird entweder mit Metformin oder einem Sulfonylharnstoff kombiniert oder mit Metformin plus Sulfonylharnstoff oder Glitazon, wenn die bisherige Behandlung nicht zu einer ausreichenden Blutzuckerkontrolle geführt hat.
Liraglutid ist mit einer Homologie von 97 Prozent weitgehend identisch mit dem körpereigenen GLP-1, das während der Nahrungszufuhr im Magen-Darm-Trakt freigesetzt wird und zahlreiche Auswirkungen auf den Stoffwechsel hat. So verzögert es zum Beispiel die Magenentleerung und erhöht das Sättigungsgefühl. Zudem regt GLP-1 bei zu hohem Blutzuckerspiegel die Insulinausschüttung in der Bauchspeicheldrüse an und erhöht die Glukoseempfindlichkeit der Betazellen.
Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Liraglutid wurde in einem der umfangreichsten klinischen Studienprogramme in der Geschichte der Entwicklung von Antidiabetika geprüft – insgesamt haben mehr als 4200 Patienten an den sechs LEAD (Liraglutide Effect and Action in Diabetes)-Studien teilgenommen. Wichtigste Erkenntnis dabei war, dass der Wirkstoff signifikant den HbA1c-Wert senkt, ohne dabei das Hypoglykämierisiko zu erhöhen.
In allen Patientengruppen, die mit Liraglutid in Kombination mit Metformin behandelt wurden, kam es bei weniger als drei Prozent der Anwender zu einer leichten Hypoglykämie, schwere Unterzuckerungen wurden nicht beobachtet. Zudem fand eine dauerhafte Gewichtsreduktion statt: Nach 26 Wochen hatten die Patienten durchschnittlich 2,6 Kilogramm abgenommen. Der Gewichtsverlust, der aus einer Verstärkung des Sättigungsgefühls und einer Reduktion der Kalorienaufnahme resultierte, verminderte dabei die viszerale Fettmasse.Diese stellt einen erheblichen Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen dar.
Da Liraglutid Einfluss auf die verschiedensten Organe ausübt, zeigen sich bei seiner Verabreichung auch weitere Effekte wie zum Beispiel eine Verbesserung des systolischen Blutdrucks. Bei Typ-2-Diabetes sind häufig die Betazellen der Bauchspeicheldrüse gestört. Auch hier wirkt Liraglutid: Es verbessert deren Funktion, sodass die Insulinherstellung wieder gestärkt wird.
Die Nebenwirkungen in den LEAD-Studien waren moderat: Gastrointestinale Probleme ließen bei der Mehrzahl der Patienten nach vier Wochen nach, weniger als 15 Prozent verspürten in den ersten 32 Wochen Übelkeit. Liraglutid wird unabhängig von den Mahlzeiten einmal täglich subkutan injiziert, seine Halbwertszeit beträgt dabei 11 bis 15 Stunden. Es wird im Körper abgebaut und muss nicht über die Niere ausgeschieden werden.
Quellen: Einführungspressekonferenz „Humanes-GLP-1 Analogon Liraglutid – Diabetestherapie mit System“. 18. Juni 2009, Frankfurt am Main. Veranstalter: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz. www.emea.europa.eu
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 08/09 auf Seite 08.
Stichworte: Antidiabetikum, Diabetes, Diabetestherapie, Forschung Pharma, GLP-1-Analogon, Glucagon-like-Peptide-Analogon, Liraglutid, Studie, Typ-2-Diabetes