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Bisacodyl überzeugt in neuer klinischer Studie mit erwiesener Wirksamkeit und Sicherheit
Abführmittel sind in der Behandlung chronischer Obstipation unerlässlich, zumal ernährungsund bewegungstherapeutische Maßnahmen meist wirkungslos bleiben. Doch immer wieder geraten Laxanzien unter Verdacht, Nebenwirkungen wie Elektrolytverluste und Gewöhnungseffekte zu verursachen. Hierzu gibt es nun überzeugende Gegenargumente.
Die Ergebnisse einer aktuellen klinischen Studie (randomisiert, doppelblind, multizentrisch, placebokontrolliert) liefern für Bisacodyl erneut Gewissheit in puncto Sicherheit und Wirksamkeit. Ziel war die Untersuchung dieser beiden Faktoren in Bezug auf Bisacodyl während einer vierwöchigen Behandlungsphase an insgesamt 368 Patienten mit chronischer Obstipation (gemäß den Rom-III-Kriterien). Randomisiert in zwei Gruppen erhielten 247 Patienten einmal täglich Dragées mit 10 mg Bisaco-dyl, 121 Patienten erhielten ein Placebo. Die tägliche Dokumentation durch die Patienten zeigte: In der Verumgruppe war die Stuhlfrequenz pro Woche signifikant höher als in der Placebogruppe.
Neben der Darmtätigkeit besserten sich auch die Begleitsymptome wie Blähungen und Völlegefühl deutlich. Zudem hielt diese Wirkung über den gesamten Behandlungszeitraum von vier Wochen an – auch bei täglicher Einnahme war also kein Wirkverlust festzustellen. Die Dosis wurde als ausreichend beurteilt und konnte von 58 Prozent der Patienten sogar reduziert werden. Das allgemeine Wohlbefinden und die Lebensqualität besserten sich spürbar. Insgesamt erwies sich Bisacodyl als wirksames, gut verträgliches und sicheres Mittel zur Behandlung von chronischer Verstopfung.
Zu ähnlichen Ergebnissen kam eine vergleichbare Studie mit dem verwandten Wirkstoff Natriumpicosulfat an 367 Patienten mit chronischer Verstopfung. Auch hier überzeugte der Wirkstoff mit zuverlässiger Wirksamkeit und guter Verträglichkeit. Hartnäckig hält sich das Vorurteil, dass es durch Laxanzien zu einer Störung des Elektrolythaushaltes und zu einer Gewöhnung des Darms kommt – vergleichbar mit den Folgen einer mehrtätigen Durchfallerkrankung oder Erbrechen. Während der vierwöchigen Behandlung mit Bisacodyl bzw. Natriumpicosulfat zeigten sich aber keine Veränderungen im Kaliumhaushalt und es war kein Wirkverlust oder Gewöhnungseffekt festzustellen.
Fazit: Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch (d. h. bei bestehender Obstipation und adäquater Dosierung, die einen weichen, geformten Stuhl erzeugt) kommt es nicht zu Durchfällen und somit auch nicht zu relevanten Flüssigkeits- oder Elektrolytverlusten.
Quelle: Michael A. Kamm et al: Stimulant Laxatives are Effective in Chronic Constipation: Multi-Center, 4-Week, Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled Trial of Bisacodyl. Gastro enterology 2010, 138 (5): 228.
Stefan Müller-Lissner et al: Multicenter, 4-Week, Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled Trial of Sodium Picosulfate in Patients With Chronic Constipation. American Journal of Gastoenterology 2010, 105: 897–903.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 09/10 auf Seite 10.
Stichworte: Darm, Magen-Darm-Trakt, Verdauung