Forschung Medizin

Beinwellwurzelextrakt gegen Rückenschmerzen

Abbildung © Milan Zeremski / www.iStockphoto.com © Milan Zeremski / www.iStockphoto.com

Erstmals wurde in einer Studie nachgewiesen, dass der Pflanzenextrakt auch bei akuten Rückenschmerzen wirksam ist.

Unter akuten Rückenschmerzen, die den Alltag regelrecht blockieren können, leiden unter den 30- bis 60-Jährigen etwa 80 Prozent der Frauen und 70 Prozent der Männer. Die Ursachen für das Volksleiden Nr. 1 sind vielfältig. Sowohl Über- als auch Unterbelastung können sich auf diese Weise bemerkbar machen. Äußere Faktoren wie Kälte, Zug oder Erschütterungen kommen ebenso als Übeltäter in Frage. Ferner lösen zum Beispiel auch Bandscheibenvorfälle oder blockierte Gelenke der Wirbelsäule den klassischen Kreuzschmerz aus.

Unabhängig von den Ursachen zieht Rückenschmerz in vielen Fällen eine Kettenreaktion nach sich: Durch den Schmerz verändert sich die natürliche Körperhaltung, die Rückenmuskulatur verspannt und verhärtet sich allmählich. Folge: noch stärkere Schmerzen. Unbehandelt kann sich akuter Rückenschmerz manifestieren, das heißt zum chronischen (Dauer-)Leiden werden.

Fachleute sind sich einig: Um das Behandlungsziel „alltagstaugliche Rückenbelastung“ zu erreichen, empfehlen sie ihren Patienten Sport, Krankengymnastik und ganz allgemein mehr Bewegung. Die Crux: Vor der Bewegung kommt die Beweglichkeit. Und die ist bei Kreuzschmerzen oder Schmerzen im Schultergürtel nur eingeschränkt gegeben. In einer aktuellen Studie wurde nun die Wirksamkeit von Beinwellwurzelextrakt bei akuten Kreuzschmerzen und Schmerzen im oberen Rückenbereich untersucht.

An der GCP-konformen (Good Clinical Practice) Beinwellwurzelextrakt- Untersuchung, die zudem randomisiert, placebokontrolliert, doppelblind, klinisch und multizentrisch durchgeführt wurde, nahmen insgesamt 120 Patienten im mittlerem Alter von 39,6 Jahren teil. Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit von Beinwellwurzelextrakt bei akuten Rückenschmerzen, im Schultergürtel oder im Bereich der Lendenwirbelsäule, zu untersuchen. Die Parameter hierbei waren: Schmerzempfinden des Patienten bei Bewegung, Schmerzempfinden des Patienten in Ruhe, Messung des Druckschmerzes und der funktionellen Beeinträchtigung sowie die globale Beurteilung der Wirksamkeit durch die Prüfärzte und die Patienten.

60 Studienteilnehmer verwendeten dreimal täglich eine Salbe aus Beinwellwurzelextrakt, die andere Hälfte der Patienten eine mit Placebo. Ergebnis: Nach fünf Behandlungstagen konnte der Bewegungsschmerz in der Verum-Gruppe im Mittel um 95 Prozent reduziert werden. Darüber hinaus wurde der schnelle Wirkeintritt belegt: Bereits nach einer Stunde nahm der Schmerz um ein Drittel ab. Auch die funktionelle Beeinträchtigung ging deutlich zurück.

Diese Resultate untermauern vorangegangene Studienergebnisse, die unter anderem wiederholt die sehr gute Wirksamkeit und Verträglichkeit des Beinwellwurzelextrakts zum Beispiel bei schmerzhaften Muskel- und Gelenkbeschwerden bestätigten. Sogar die äquivalente Wirkung zum chemischen Wirkstoff Diclofenac bei der Behandlung akuter Sprunggelenksdistorsionen wurde in einer früheren Untersuchung bereits nachgewiesen. Quelle: Meet-the-expert-Lounge „Thema Rückenschmerzen“. 24. Februar 2010 in Hamburg. Veranstalter: Kytta Salbe, Merck Selbstmedikation.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 04/10 auf Seite 10.

Stichworte: Beinwell, Beinwellwurzelextrakt, Muskel, Phytomedizin, Phytopharmaka, Rückenschmerzen, Studie, Wirbelsäule

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