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Die gängige Behandlung bei AIH führt oft zu kortisontypischen Nebenwirkungen. Der Einsatz von Budesonid kann die Therapie verträglicher machen.
Die autoimmune Hepatitis (AIH) ist eine entzündliche Erkrankung der Leber, die chronisch verläuft. Am häufigsten tritt sie im Alter bis 30 und zwischen 50 und 70 Jahren auf. Die Symptome sind am Anfang meist unauffällig und lassen sich schlecht einordnen: Müdigkeit, allgemeine Schwäche, Oberbauchbeschwerden. Letztlich kann die AIH zu Leberzirrhose und zum Leberversagen führen. Ohne Behandlung haben sterben bis zu 90 Prozent der Betroffenen innerhalb von zehn Jahren, im Durchschnitt leben sie nur noch 3,3 Jahre.
Standard der Behandlung ist das klassische Glukokortikoid Prednisolon, das in der Regel mit Azathioprin kombiniert wird. Allerdings entwickeln viele Patienten unter Prednisolon kortisontypische Nebenwirkungen wie aufgequollenes Gesicht, rötliche Hautstreifen, Büffelnacken, Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen, Osteoporose, Zuckerkrankheit, Bluthochdruck oder erhöhten Augeninnendruck Eine neue Untersuchung zeigt jetzt, dass diese Nebenwirkungen der Therapie nicht einmal mehr halb so häufig vorkamen, wenn der Prednisolonanteil der Medikamente durch Budesonid ersetzt wurde. Die 207 Studienteilnehmer waren zwischen 10 und 70 Jahre alt.
Die Krankheit war bei allen neu diagnostiziert worden. Als Therapie erhielten sie Budesonid und Azathioprin oder die übliche Kombination aus Prednisolon mit Azathioprin. Das Glukokortikoid Budesonid ist mit Prednisolon verwandt. Es neigt aber weniger zu kortisontypischen Begleiteffekten, weil seine Wirkung sich vor allem auf Leber und Darm konzentriert. Nur rund 15 Prozent der Substanz verteilen sich im übrigen Körper. Untersucht wurde, wie viele Patienten komplett normale Leberwerte erreichten, ohne kortisontypische Nebenwirkungen zu entwickeln. Das war mit der Kombination aus Budesonid plus Azathioprin bei gut jedem zweiten Patienten nach einem halben Jahr der Fall – laut Strassburg eine sehr gute Wirkung. Mit der Prednisolon-Azathioprin-Kombination war nur jeder Fünfte erfolgreich.
Wer wollte, konnte anschließend die Studie um weitere sechs Monate verlängern. In dieser zweiten Studienhälfte erhielten alle Teilnehmer die neue Kombination mit Budesonid. Bei den Patienten, die von Anfang an damit behandelt wurden, stieg die Erfolgsrate daraufhin weiter von 47 auf 60 Prozent. Von den Teilnehmern, die neu zu Budesonid wechselten, erreichten jetzt ebenfalls 49 Prozent das Therapieziel. Gleichzeitig halbierte der Wechsel von Prednisolon zu Budesonid die Kortison-Nebenwirkungen: Sie gingen von 40 auf 18 Prozent zurück. Bei AIH-Patienten, die noch keine Anzeichen einer Leberzirrhose aufwiesen, war Budesonid demnach wirksamer und mit weniger Nebenwirkungen verbunden. Vor allem Letzteres könnte die Compliance der Patienten deutlich verbessern, weil es die regelmäßige Einnahme von Medikamenten erleichtert. HBR Quelle: Pressegespräch „Aktuelles rund um die Leber“ am 17.10.2009 in Hannover. Veranstalter: Falk Foundation
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 01/10 auf Seite 10.
Stichworte: Autoimmunhepatitis, Azathioprin, Budesonid, Heparin, Prednisolon, Studie