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Omeprazol ist seit dem 1. August 2009 in Form einer magensaftresistenten Tablette auch rezeptfrei erhältlich.
Sodbrennen und saures Aufstoßen ist lästig und schmerzhaft, und als typische Auslöser gelten Alkohol, Kaffee, Zigaretten und Zitrusfrüchte. Besonders häufig betroffen sind übergewichtige Menschen und schwangere Frauen: Etwa jede zweite Frau wird während ihrer Schwangerschaft von Sodbrennen und saurem Aufstoßen geplagt. Dabei fließen Speisebrei und Magensaft aus dem Magen in die Speiseröhre zurück und rufen brennende, drückende Schmerzen hinter dem Brustbein hervor. Die pathophysiologische Ursache dabei ist ein Erschlaffen der Kardiamuskulatur am Übergang der Speiseröhre in den Magen.
Typisch ist etwa die Situation, dass man nach einer ausgiebigen, fettreichen Abendmahlzeit in Verbindung mit einigen Gläsern Wein nicht schlafen kann, weil sich die genannten Symptome einstellen, sobald man sich ins Bett gelegt hat.
Zwei Gruppen von Medikamenten werden vorwiegend gegen das saure Übel eingesetzt: Antazida neutralisieren die Säure im Magen. Sie wirken schnell und sind daher das Mittel der Wahl bei akutem Sodbrennen – allerdings hält ihre Wirkung nur wenige Stunden an. Als zweite Gruppe haben sich die sogenannten Protonenpumpenhemmer (PPIs) bewährt. Sie wirken zwar erst nach etwa einem Tag, doch dafür hält die Wirkung bis zu 24 Stunden an.
Im Wirkmechanismus unterscheiden sich Antazida und Protonenpumpenhemmer grundsätzlich: Während die Antazida bereits produzierte Säure im Magen neutralisieren, setzen die Protonenpumpenhemmer früher an. Sie verhindern eine übermäßige Produktion von Magensäure an ihrem Ursprungsort: in den Belegzellen der Magenschleimhaut. Soll die Säureproduktion also für einen längeren Zeitraum gehemmt werden (etwa bei chronischem Stress oder bei einem Magengeschwür), sind Protonenpumpenhemmer gut geeignet. Die Zeit bis zu ihrem Wirkungseintritt kann man durch die kurzfristige Gabe von Antazida überbrücken.
Pionier der Protonenpumpenhemmer ist der Wirkstoff Omeprazol, der bereits seit 1989 als verschreibungspflichtiges Medikament auf dem Markt ist. Seit dem 1. August 2009 ist Omeprazol nun auch zusätzlich in Form von magensaftresistenten Tabletten (Antra® von Bayer) als OTC-Präparat verfügbar. Diese Zulassung als rezeptfreies Medikament gilt allerdings nur für die Indikationen Sodbrennen und saures Aufstoßen. Bei einem Magengeschwür oder bei einer Refluxkrankheit ist Omeprazol nach wie vor verschreibungspflichtig.
Die Tagesdosis Omeprazol beträgt 20 Milligramm, die maximale Packungsgröße 14 Tabletten. Wichtig ist, dass die Tablette nicht auf nüchternen Magen eingenommen wird, sondern 30 bis 60 Minuten vor der Mahlzeit, weil Essen die Protonenpumpe aktiviert. Die rezeptfreie Omeprazol-Tablette ist nicht erstattungsfähig, so dass der Kunde für eine zweiwöchige Behandlung knapp 15 Euro aus eigener Tasche bezahlen muss. KR Quelle: Pressekonferenz „Neue Ära in der Selbstmedikation: Protonenpumpenhemmer Antra® bei Sodbrennen“. Bayer HealthCare, Hamburg, 12. August 2009
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 10/09 auf Seite 10.
Stichworte: Austoßen, Omeprazol, Protonenpumpenhemmer, Sodbrennen