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Wann die pharmazeutischen Hersteller den Impfstoff gegen das Virus H1N1 liefern können, ist noch unsicher.
Im Herbst rechnet man mit mindestens einer Million Schweingrippe-Erkrankten in der EU. Bis Anfang August wurden über 27 000 Fälle gemeldet, davon über 7000 in Deutschland. Bisher berichtet das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin überwiegend über leichte Verläufe der neuen Influenza. Die Hauptsymptome sind ähnlich wie bei der saisonalen Grippe: Fieber, Atembeschwerden sowie Kopf- und Gliederschmerzen.
Bei einer weiteren Verbreitung muss jedoch auch mit schwereren Formen gerechnet werden, insbesondere bei Risikopatienten, wie Menschen mit chronischen Erkrankungen, Schwangeren und Senioren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Einschätzung unterstrichen, dass die weltweite Verbreitung der Erkrankung nicht zu stoppen ist. Vermutlich gibt es keine oder nur eine beschränkte Immunität gegen H1N1. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt über Tröpfcheninfektion, zum Beispiel beim Niesen oder Husten. Keime können auf die Hände gelangen und dann durch direkten Kontakt von Hand zu Hand übertragen werden.
Umso wichtiger sind die persönlichen Hygienemaßnahmen: häufiges Händewaschen, Verwendung und ordnungsgemäße Entsorgung von Einmaltaschentüchern, Desinfektion von Computertastaturen, Telefonhörern und Türklinken und kein naher Körperkontakt zu Infizierten. Weitere Informationen und Tipps sind in der vom RKI und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) herausgegebenen Broschüre „Selbstverteidigung gegen Viren“ zu finden.
Nach Untersuchungen im Nationalen Referenzzentrum für Influenza im RKI haben sich die beiden Neuraminidasehemmer Oseltamivir und Zanamivir als wirksam gegen die neuen Viren erwiesen und sind empfohlenes Grippemittel zur Behandlung. Ende Juni gab es aus mehreren Ländern Meldungen über Resistenzen gegen Oseltamivir, laut Angaben der WHO sind das bisher aber nur Einzelfälle.
Der Pandemieplan der Bundesregierung sieht eine Bevorratungsmenge der Bundesländer an antiviralen Arzneimitteln für 20 Prozent der Bevölkerung vor. Im Bedarfsfall können aus einer Bundesreserve Medikamente für weitere zehn Prozent der Bundesbürger zur Verfügung gestellt werden. Mittlerweile existieren serologische Testverfahren, die eine Infektion mit Influenza A/H1N1 auch nach Abklingen der Symptome oder bei symptomfreiem Verlauf nachweisen.
Zusammen mit dem Bundesministerium für Gesundheit und den Ländern hat das RKI die bestehenden Empfehlungen zum Vorgehen in solchen Situationen an die aktuelle Situation angepasst und sie den Gesundheitsämtern, Krankenhäusern und Ärzten zur Verfügung gestellt. Diese Empfehlungen, die regelmäßig überprüft werden, sind auf den Internetseiten des Robert Koch- Instituts abrufbar. Weitere Informationen erhält man telefonisch bei der Hotline des Bundesministeriums für Gesundheit (Telefon 0800/44 00 55 0). KR
Quellen: Robert Koch-Institut: www.rki.d
RKI und BzgA: www.wir-gegen-viren.de
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 09/09 auf Seite 10.
Stichworte: H1N1, Impfen, Oseltamivir, Pandemieplan, Schweinegrippe, Zanamivir