Forschung Medizin

Darmkrebsrisiko durch PhIP

Abbildung Gewebeveränderungen im Darm können mittels Koloskopie festgestellt werden. Foto: © Sebastian Kaulitzki / www.fotolia.com Gewebeveränderungen im Darm können mittels Koloskopie festgestellt werden. Foto: © Sebastian Kaulitzki / www.fotolia.com

Experten warnen vor scharf angebratenen Schnitzeln und Würstchen.

Der Sommer ist die Zeit des Grillens. Werden Fleisch und Fisch in der Pfanne oder auf dem Grill allerdings zu stark erhitzt, entstehen dabei polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, bei lang andauernden Bratvorgängen heterozyklische aromatische Amine. Letztere stehen schon lange in Verdacht, das Risiko für Gewebeveränderungen im Dickdarm zu erhöhen.

Heute weiß man, dass diese Adenome Vorstufen für Dickdarmkrebs sein können. Den Einfluss einer hohen Fleischzufuhr auf Gewebeveränderungen im Dickdarm untersuchten jetzt Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in einer Studie mit 4484 Teilnehmern. Eingeschlossen wurden Probanden, in deren Darm entweder ein Adenom festgestellt oder per Darmspiegelung eine solche Gewebeveränderung sicher ausgeschlossen wurde.

Die Untersuchung war Teil der europaweiten EPIC-Studie zum Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebsentstehung. Dazu wurden die Ernährungsgewohnheiten anhand eines ausführlichen Fragebogens dokumentiert. Die Teilnehmer gaben außerdem anhand von Abbildungen Auskunft über den bevorzugten Bräunungsgrad von gegrilltem oder gebratenen Fisch und Fleisch. Aus diesen Angaben ermittelten die Forscher die mit der Nahrung aufgenommene Menge von PhIP (2-Amino-1-methyl- 6-phenylimidazo[4,5-b]pyridine), dem wichtigsten Vertreter aus der Substanzklasse der heterozyklischen aromatischen Amine, und teilten die Probanden gemäß ihrer Zufuhr in vier Gruppen ein.

Bei den Teilnehmern mit der höchsten Aufnahme an PhIP beobachteten die Wissenschaftler bis zu 50 Prozent mehr Dickdarmadenome als bei den Teilnehmern, deren Nahrung die geringsten PhIP-Mengen enthielten. Besonders betroffen von den Gewebeveränderungen war der unterste Darmabschnitt. Allerdings waren die höchsten PhIP-Konzentrationen nicht allein durch einen hohen Fleischkonsum zu erklären. Bei dieser Gruppe fiel auf, dass die Probanden eine starke Vorliebe für stark Gebratenes und Gegrilltes hatten. Damit stellten die DKFZForscher einen klaren Zusammenhang zwischen dem Verzehr dieser Speisen, den dabei gebildeten heterozy - klischen aromatischen Aminen und der Entstehung von Adenomen her. Fazit: Schmorgerichte und Zubereitungsmethoden, die ohne große Hitze auskommen, sollten dem häufigen Grillen und Braten vorgezogen werden.

OUELLE: S. Rohrmann et al.: Heterocyclic aromatic amine intake increases colorectal adenoma risk: findings from a prospective European cohort study. American Journal of Clinical Nutrition 2009; 89: 1418–1424. DOI:10.3945/ajcn.2008.26658.
www.dkfz.de

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 07/09 auf Seite 10.

Redaktion

Stichworte: Adenom, Adenome, Amine, Darmkrebs, Dickdarmkrebs, Grillen, Krebs, PhIP, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

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