Genehmigen sich Raucher viele Pausen, führt dies zu Unmut im Kollegenkreis. Klare Regeln sind daher erforderlich. Solche Interna sollten immer unter vier Augen oder im Team, aber nicht vor Kunden besprochen werden.
Raucherpausen – in Apotheken tragbar? Kundengespräche – was ist zu beachten?
Sollten Zigarettenpausen im Arbeitsalltag akzeptiert werden?
Egal wie die Antwort ausfällt, man wird immer eine Partei, entweder die Raucher oder die Nichtraucher, verärgern.
Regelmäßige Raucherpausen stehen aber niemandem offiziell zu und wenn der Chef es nicht will, dass seine Mitarbeiter stündlich für eine Zigarette den Arbeitsplatz verlassen, bleibt dem Raucher nun mal nichts anderes übrig, als seine Sucht in den offiziellen Pausen zu stillen, denn Rauchen ist nicht Teil des Jobs, sondern reine Privatangelegenheit.
Wenn man mal überlegt, dass eine Zigarettenpause etwa acht Minuten dauert, macht das bei drei Zigaretten am Tag, in der Woche zweieinhalb Stunden beziehungsweise im Jahr dann umgerechnet 86 Stunden. Heftig, wenn man bedenkt, dass der nicht rauchende Kollege somit zehn Tage im Jahr mehr arbeitet.
Vielleicht sollten sich aber auch die Raucher mal ernste Gedanken darüber machen, was sie nachweislich sich und ihren Mitarbeitern durch das Rauchen am Arbeitsplatz antun und für sich eine Lösung finden, damit aufzuhören. Denn die Risiken des Nikotinkonsums sind uns ja seit langem bekannt und durch eine Vielzahl von Studien untermauert. Mittlerweile sind rund 25 bis 30 Prozent aller Krebstodesfälle auf die Folgen des Zigarettenkonsums zurückzuführen.
Was tun, wenn zu offen mit Vertraulichem umgegangen wird?
Hier gilt ganz klar: Interna, vor allem negative, sind im Kundengespräch tabu! Egal ob es um wirtschaftliche Engpässe, das schlechte Klima im Team, die unzuverlässige Kollegin oder die mögliche Übernahme durch einen neuen Chef geht, Ihr professionelles Auftreten darf nach außen so wenig wie möglich davon durchscheinen lassen. Ihr Kunde will Medikamente und keinen Geschäftsbericht. Schlechte Nachrichten verunsichern ihn. Das sollte im Teamgespräch geklärt werden.
Schwieriger wird es, wenn der Chef oder die Chefin selbst Interna nach außen tragen, beispielsweise, indem er Sie oder eine Kollegin vor Kunden kritisiert. Das ist schlechter Führungsstil und kann Kunden vergraulen. Dann müssen Sie umgehend aktiv werden und sich dies verbitten: „Ich fühle mich durch Ihr Verhalten vor dem Kunden bloßgestellt. Bitte lassen Sie uns solche Fragen in Zukunft ohne Beisein des Kunden besprechen.“
Das heißt natürlich auch, dass Sie selbst persönliche Schuldzuweisungen vermeiden müssen, selbst wenn andere offenkundig Fehler gemacht haben. Entschuldigen Sie sich gegebenenfalls für das Team und klären Sie den Vorfall dann intern. Dass man gegenüber Kunden nie über andere Patienten sprechen darf, versteht sich von allein.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 04/10 auf Seite 35.
Stichworte: Apotheken-Team, Führungsstil, Interna, Motivation, Rauchen, Raucherpausen, kollegialität