Berufspolitik: Nachgefragt 03/10

Kopftücher/Mitarbeiter-Motivation

Kopftücher/Mitarbeiter-Motivation

Das Tragen eines Kopftuches zeigt Kunden die Offenheit gegenüber anderen Kulturen. Ein zufriedenes, kompetentes Team ist in der Apotheke das A und O. Daher darf die Mitarbeiter-Motivation nicht zu kurz kommen!

Kopftücher in der Apotheke – was ist zu beachten? Mitarbeitermotivation – wie geht’s richtig?

Ulrike Knappe, Mitglied des Vorstands BVptaWie kann das Tragen von Kopftüchern geregelt werden?
Wenn ein Apotheker grundsätzlich etwas gegen das Tragen von Kopftüchern einzuwenden hat, sollte er das mit den Bewerbern gleich beim Einstellungsgespräch klären, bevor sie ihren Arbeitsvertrag unterschreiben, um spätere Konflikte zu vermeiden. Ansonsten kann man einer Angestellten nicht verbieten, ein Kopftuch aus Glaubensgründen zu tragen.

Wer Mitarbeiter mit Kopftüchern eingestellt hat, kann sogar von Kunden positiv als aufgeschlossen angesehen werden, da die Apotheke international besetzt ist. Eine Apotheke, die zeigt, dass sie für andere Kulturen und Glaubensrichtungen offen ist, kann zudem automatisch Neukunden gewinnen. Sollte ein Kopftuch – etwa in ländlichen Gebieten – von den Kunden als „Stein des Anstoßes“ gesehen werden und es so zu Problemen mit den Stammkunden kommen, wird es der betreffenden Mitarbeiterin sicher auch unangenehm sein und sie kann sich zunächst auf Arbeiten spezialisieren, die nicht unmittelbar die Anwesenheit im Hauptverkaufsraum erforderlich machen.

Nach einiger Zeit wird eine Kopftuch tragende Mitarbeiterin auch von den Kunden akzeptiert werden, da diese sich in der Regel recht schnell an neue Situationen gewöhnen. Wichtig ist doch letztendlich, dass die Kunden professionell und freundlich bedient werden.


Barbara Neusetzer, Erste Vorsitzende ADEXAGibt es „gute Rezepte“ zur Mitarbeitermotivation?
Zur Motivation tragen vor allem drei Dinge bei: Wertschätzung, Einbezug und Eigenverantwortung sowie Unterstützung bei der beruflichen Weiterentwicklung. Wertschätzung äußert sich durch gezieltes und konstruktives Feedback. Solch ein konkretes Lob, vor allem, wenn es vor den KollegInnen geäußert wird, kann auch andere motivieren.

Neben der ideellen Wertschätzung motiviert natürlich auch eine angemessene Bezahlung, dass heißt ein übertarifliches Gehalt und Zuschüsse, von denen einige sogar steuerfrei für den Arbeitgeber sind (zum Beispiel Jobticket oder Zuschüsse zur Kinderbetreuung).

Arbeitgeber, die regelmäßig Teambesprechungen und Mitarbeitergespräche durchführen und dabei die Anregungen ihrer Mitarbeiter aufnehmen, tun viel für die Motivation. Bereiche, in denen man in bestimmtem Umfang eigenverantwortlich tätig ist, wirken gerade in Apotheken mit ihren geringen Aufstiegschancen motivierend. Wichtig ist zudem, dass die Mitarbeiter bei ihrer beruflichen Weiterqualifizierung unterstützt werden. Da die erworbenen Kompetenzen der Apotheke zugute kommen, sollte es selbstverständlich sein, dass Arbeitgeber ihre Angestellten regelmäßig zur Fortbildungen schicken und die Kosten dafür übernehmen.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 03/10 auf Seite 35.

Stichworte: Apotheke, Apotheken-Team, Arbeitsplatz Apotheke, Kopftuch, Motivation, PTA

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