„Interim-Chefs“ können einen schwereren Stand haben, da sie auf die Kooperation des Teams angewiesen sind. Was ist zu beachten? Und sind eigene Outfitvorstellungen von PTA vertretbar?
Externe Vertretungen – richtiger Start?
Kleidung – was ist angemessen?
Wird die Urlaubsvertretung als „neuer Chef“ akzeptiert?
Auf diese Frage lässt sich schwer eine generelle Antwort finden, denn die Akzeptanz hängt stark von der Persönlichkeit und dem Führungsverhalten der Urlaubsvertretung und dem Team ab. Außerdem spielt dabei auch eine Rolle, wie die Vertretung von der eigentlichen Leitung eingeführt wird. Günstig sind meist Vertretungen, die schon im Team bekannt sind. Wer fachlich kompetent, freundlich und selbstbewusst, aber nicht überheblich auftritt und sich an die Abläufe gut anpasst, hat sicher bessere Karten als ein arroganter oder unsicherer „Interim-Chef “.
Wenn es die Zeit erlaubt, sollte eine Übergabe in Form einer Teambesprechung stattfinden. Andernfalls kann ein Teammitglied – etwa die langjährige Vollzeit-PTA – am ersten Tag ein kurzes Infogespräch anbieten und als Ansprechpartnerin fungieren. Zuhören können ist eine wichtige Voraussetzung. Wer freundliche Informations- und Hilfsangebote aus dem Team ignoriert, legt sich selber Steine in den Weg. Ein gewisses Maß an Toleranz und Flexibilität ist aber auf beiden Seiten nötig. Spitze Bemerkungen à la „Das machen wir aber immer so …“ sind nicht günstig. Besser sind Formulierungen wie „In unserer Apotheke hat sich bewährt, dass …“ oder „Unsere Kunden erwarten von uns, dass wir …“.
Sind Piercings, Tattoos und „schrille“ Kleidung der PTA im Kundenkontakt akzeptabel?
Grundsätzlich sind Piercings und Tattoos eines Menschen Privatsache und unterliegen, genauso wie die Kleidung, dem Persönlichkeitsrecht. Allerdings gibt es auch hier einige Einschränkungen, besonders im Berufsleben. In vielen Branchen hat sich ein sogenannter Dresscode etabliert, der auch Bestandteil des Arbeitsvertrags sein kann. In Arbeitsbereichen mit besonderen Hygienevorschriften gelten Bestimmungen, die sich auf Schmuck, Kleidung usw. beziehen, das gilt natürlich im Besonderen für die Gesundheitsberufe.
Der Arbeitsplatz Apotheke verlangt in der Regel einen weißen Kittel oder entsprechende Schutzkleidung. Ob und wie im Kundenkontakt eine PTA auszusehen hat, ist sicher nicht zu verallgemeinern, da regionale Unterschiede eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Letztlich aber gilt, wie sich eine PTA in der Apotheke bezüglich ihres Äußeren den Kunden zeigt, entscheidet die Apothekenleitung. Deren Vorgaben sind zulässig, wenn sie für das Branchenkonzept gefordert werden. Um eventuelle Konflikte zu vermeiden, sollte man sich vor Abschluss eines Arbeitsvertrags über die Modalitäten informieren, damit eine persönliche Entscheidung getroffen werden kann.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 12/09 auf Seite 35.
Stichworte: Aussehen, Berufspolitik, Chef, Nachgefragt, berufskleidung, dresscode, kleiderordnung