Die PTA in der Apotheke http://www.pta-aktuell.de/ Aktuelle Meldungen aus dem Bereich der PTA in der Apotheke. de-de Sun, 05 Feb 2012 00:01:00 +0100 Sun, 05 Feb 2012 00:01:00 +0100 YUM Aorta Framework Chronische Schmerzen/Opioide: Neuer Ansatz für Schmerztherapie? http://www.pta-aktuell.de/startseite/news/7909-Neuer-Ansatz-fuer-Schmerztherapie/ Abbildung © Andrea Danti - Fotolia.com © Andrea Danti - Fotolia.com

Mit Opioiden kann die Gedächtnisspur für Schmerz im Rückenmark gelöscht werden. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler der Universität Wien in Tierversuchen.

Mit dieser bisher unbekannten Wirkung von Opioiden könnte künftig eine wichtige Ursache für chronische Schmerzen beseitigt werden. Bei den Tierexperimenten wurden Schmerzfasern kontrolliert erregt, sodass sich eine Gedächtnisspur für Schmerzen bildete und sich ein Schmerzverstärker einschaltete. Im Anschluss wurde eine Stunde lang ein hochdosiertes Opioid verabreicht. Damit konnte die Gedächtnisspur für Schmerzen wieder gelöscht werden, die Schmerzverstärker wurden ausgeschaltet.

Das Schmerzgedächtnis führt dazu, dass Schmerzen über die eigentlich Ursache hinweg andauern und sich zu chronischen Schmerzen entwickeln können. Bislang werden die Schmerzen mit Opioiden in mittlerer Dosierung gelindert. Die Forscher hoffen auf einen Paradigmenwechsel in der Schmerztherapie, sollte sich die neue, hochdosierte Kurzzeittherapie bei den nun laufenden klinischen Tests bewähren. Quelle: apotheke-adhoc.de

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Sun, 05 Feb 2012 00:01:00 +0100 http://www.pta-aktuell.de/startseite/news/7909-Neuer-Ansatz-fuer-Schmerztherapie/ Aktuelle Meldungen kontakt@pta-aktuell.de (DIE PTA in der Apotheke)
Adipositas/Viszerales Fett: Höheres Krebsrisiko bei Übergewicht http://www.pta-aktuell.de/startseite/news/7910-Hoeheres-Krebsrisiko-bei-Uebergewicht/ Abbildung © freshidea - Fotolia.com © freshidea - Fotolia.com

Anlässlich des heutigen Weltkrebstages betonen Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum die Bedeutung von Übergewicht für das Risiko, an Krebs zu erkranken.

Übergewicht und Fettleibigkeit sowie die damit einhergehenden Stoffwechselstörungen sind ernstzunehmende Risikofaktoren bei einer Vielzahl an Krebserkrankungen. Sie könnten sogar dem Rauchen den Rang als Krebsrisikofaktor Nummer eins ablaufen.

Zu den Erkrankungen, bei denen ein gesicherter Zusammenhang zu Übergewicht besteht, zählen Nierenkrebs, Darmkrebs, Brustkrebs nach den Wechseljahren sowie vor allem Krebs der Speiseröhre und der Gebärmutterschleimhaut. Zahlreiche epidemiologische Untersuchungen der letzten Jahrzehnte kommen zu dem Ergebnis, dass in westlichen Industrieländern etwa die Hälfte aller Krebstodesfälle durch Umwelt- und Lebensstilfaktoren verursacht werden und daher grundsätzlich vermeidbar wären.

Doch der Beitrag einzelner Faktoren zum Gesamtkrebsrisiko wird heute anders eingeschätzt als noch vor einigen Jahren. So schreibt eine vielzitierte Untersuchung der Harvard-Universität aus dem Jahr 1996 dem Rauchen sowie der Ernährung jeweils einen Anteil von 30 Prozent am Gesamtkrebsrisiko zu – über Übergewicht als eigenen Krebsrisikofaktor wird jedoch nur vage spekuliert. In der Aktualisierung dieses Reports im Jahr 2002 dagegen schätzen die Autoren den Risikobeitrag von Übergewicht und Fettleibigkeit bereits auf 10 Prozent für Männer und sogar 15 bis 20 Prozent bei Frauen.

„Inzwischen sind wir an einem Punkt, an dem wir die Fettleibigkeit als Krebsrisikofaktor mindestens genauso ernst nehmen müssen wie das Rauchen“, sagt Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Der DKFZ-Epidemiologe Prof. Dr. Rudolf Kaaks hält es für noch aussagekräftiger, die Krebsarten, bei denen Übergewicht erwiesenermaßen eine Rolle spielt, getrennt zu betrachten: So gilt in der Hälfte der Fälle von Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) Übergewicht als Ursache, beim häufigen Brustkrebs nach den Wechseljahren gehen nach heutigen Schätzungen etwa 20 Prozent auf das Konto von Übergewicht und Fettleibigkeit.

Die Steigerung des Krebsrisikos durch Übergewicht genau abzuschätzen, wird auch durch uneinheitliche Definitionen erschwert. Wo endet Normalgewicht, wann beginnt Fettleibigkeit? Es mehren sich außerdem die Hinweise darauf, dass der meist verwendete „Body Mass Index“* kein ideales Maß für gefährliche Fettleibigkeit ist: „Es spricht vieles dafür, dass vor allem das so genannte viszerale Fett zwischen den Bauchorganen eine gefährliche Rolle bei der Krebsentstehung spielt. Davon können auch relativ schlanke Personen zu viel angesammelt und dadurch ein erhöhtes Krebsrisiko haben“, warnt der Experte.

Welche physiologischen Zusammenhänge zwischen Übergewicht und Krebs bestehen, erforscht Prof. Dr. Stephan Herzig, Stoffwechselexperte im DKFZ: „Veränderte Insulin- und Geschlechtshormon-Spiegel werden lange schon als Ursache diskutiert. Inzwischen wissen wir, dass auch die so genannten Adipokine, Hormone, die das Fettgewebe selbst ausschüttet, das Krebswachstum fördern.“ Außerdem gilt unter Stoffwechsel-Fachleuten die Fettleibigkeit als chronisch-entzündlicher Zustand; die zahlreichen Entzündungszellen im Fettgewebe geben entzündungsfördernde Botenstoffe ab, was die Krebsentstehung begünstigt.

Prof. Dr. Karen Steindorf, die im Deutschen Krebsforschungszentrum und im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg die Effekte von körperlicher Aktivität bei Krebs untersucht, weist darauf hin: „Beleibte Menschen können ihr Krebsrisiko durch Sport auch dann senken, wenn sie dabei gar nicht deutlich abnehmen.“ Übergewicht und mangelnde körperliche Aktivität sind bei zahlreichen Krebsarten wie z.B. Darmkrebs oder Brustkrebs nach den Wechseljahren weitgehend voneinander unabhängige Risikofaktoren. Das bedeutet, dass körperliche Aktivität nicht nur vor Krebs schützt, indem sie Menschen abnehmen lässt, sondern auch über andere physiologische Mechanismen, die noch untersucht werden.

Heute schon lassen sich Verhaltensänderungen beobachten, die in Zukunft das Rauchen mit Sicherheit vom dramatischen ersten Platz unter den Krebsrisikofaktoren verbannen werden: Zwischen 2002 und 2010 hat sich in Deutschland die Rate rauchender Jugendlicher halbiert – von 28 Prozent auf 13 Prozent. „Hier haben spezifische Präventionsmaßnahmen wie Preiserhöhungen und Rauchverbote Wirkung gezeigt“, sagt die DKFZ-Expertin für Tabakprävention, Dr. Martina Pötschke-Langer, und führt aus: „Und das, obwohl Deutschland nicht zu den führenden Nationen im Bereich der Tabakkontrolle zählt.“

Die Medizinerin freut sich besonders über diesen Trend, da die Rate jugendlicher Raucher ein guter Indikator für das Rauchverhalten der Gesamtbevölkerung ist. Über 80 Prozent der Raucher beginnen bereits vor ihrem 18. Geburtstag mit dem Rauchen. „Das wird sich in 20 bis 30 Jahren deutlich in der Lungenkrebsstatistik niederschlagen!“

Der Weltkrebstag findet jährlich am 4. Februar statt und hat zum Ziel, die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebs ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Er wurde 2006 von der Union Internationale Contre le Cancer (UICC), der Weltgesundheitsorganisation WHO und anderen Organisationen ins Leben gerufen.
Weitere Informationen über Krebsprävention und Krebsrisikofaktoren gibt der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums:

Krebsinformation per Telefon: 0800 420 30 40 (täglich von 8 bis 20 Uhr)
Krebsinformation per E-Mail: krebsinformationsdienst@dkfz.de
Krebsinformation im Internet: www.krebsinformationsdienst.de 

Quelle: idw-online.de

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Sat, 04 Feb 2012 00:01:00 +0100 http://www.pta-aktuell.de/startseite/news/7910-Hoeheres-Krebsrisiko-bei-Uebergewicht/ Aktuelle Meldungen kontakt@pta-aktuell.de (DIE PTA in der Apotheke)
Koffein/Hormone: Kaffee kann Östrogenspiegel beeinflussen http://www.pta-aktuell.de/startseite/news/7906-Kaffee-kann-Oestrogenspiegel-beeinflussen/ Abbildung © Konstantin Yuganov - Fotolia.com © Konstantin Yuganov - Fotolia.com

Eine Studie im American Journal of Clinical Nutrition dokumentiert eine bisher nicht bekannte Wirkung von Koffein auf den weiblichen Hormonhaushalt.

Bei Asiatinnen steigern zwei Tassen Kaffee am Tag den Östrogenspiegel. Bei afroamerikanischen Frauen steigen die Hormonwerte nach dem Konsum koffeinhaltiger Getränke ebenfalls, während bei weißen US-Amerikanerinnen die gegenteilige Wirkung eintritt. An der Studie hatten 259 Frauen im gebärfähigen Alter teilgenommen. Sie hatten über den Zeitraum von zwei Monatszyklen bis zu drei Mal wöchentlich eine Blutprobe abgegeben und einen ausführlichen Fragebogen zu ihrer Nahrungszufuhr in den letzten 24 Stunden ausgefüllt. Bei der Auswertung war Karen Schliep von der Universität von Utah in Salt Lake City dann der Einfluss der Koffeinzufuhr auf die Östrogenwerte aufgefallen. Auf welche Weise er zustande kommt, kann sie nicht erklären.

Die Unterschiede zwischen den drei Ethnien war nur auf das Koffein im Kaffee beschränkt. Alle anderen koffeinhaltigen Getränken und grüner Tee steigerten bei allen Frauen den Östrogengehalt. Die Ausschläge waren nicht hoch genug, um Zyklusstörungen auszulösen. Langfristig sei jedoch ein Einfluss auf Endometriose, Osteoporose und Krebserkrankungen in Uterus, Brust und Ovarien vorstellbar und sollte in künftigen Studien berücksichtigt werden, heißt es in der Pressemitteilung des National Institute of Child Health and Human Development, das die Studie gesponsert hat. Quelle: rme/aerzteblatt.de

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Fri, 03 Feb 2012 00:01:00 +0100 http://www.pta-aktuell.de/startseite/news/7906-Kaffee-kann-Oestrogenspiegel-beeinflussen/ Aktuelle Meldungen kontakt@pta-aktuell.de (DIE PTA in der Apotheke)
Apothekenbetriebsordnung: ApBetrO: Kein Widerstand im Kabinett http://www.pta-aktuell.de/startseite/news/7905-ApBetrO-Kein-Widerstand-im-Kabinett/ Abbildung © VRD - Fotolia.com © VRD - Fotolia.com

Der Start rückt näher: Das Kabinett hat der von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) vorgelegten Novelle der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) zugestimmt.

Damit steht der Verordnung nur noch eine Hürde bevor: Voraussichtlich am 2. März wird das Papier im Bundesrat besprochen. Im Sommer soll die Novelle in Kraft treten. In den vergangenen Monaten hatte es heftige Diskussionen um die ApBetrO gegeben: Bahr hatte im November einen Entwurf vorgelegt, der für Apotheken in Filialverbünden diverse Erleichterungen vorsah. Demnach hätte der Inhaber entscheiden können, welche seiner Filialen eine Rezeptur haben oder den Notdienst durchführen muss. In der Anhörung hatte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) heftige Kritik aus den Reihen der Apotheker geerntet.

Auch mehrere Bundesländer hatten angekündigt, einer solchen ApBetrO im Bundesrat nicht zustimmen zu wollen. Zuletzt mehrte sich auch die Kritik aus der Politik: Die Unionsfraktion hatte sich öffentlich gegen die Pläne von Bahr gestellt.

Vor etwa zwei Wochen präsentierte der Minister dann die Kabinettsvorlage: Von den brisanten Themen haben es nur der liberalisierte Botendienst und die sogenannten Tätigkeiten im Auftrag in den 66-seitigen Entwurf geschafft.

Eine Zustimmung der Länder im Bundesrat ist damit sehr wahrscheinlich. Gesundheitsministerien einzelner Bundesländer berichteten zwar, dass das BMG bis heute keine überarbeitete Version der ApBetrO vorgelegt habe. Aus den Medien habe man jedoch entnommen, dass viele Anregungen realisiert worden seien. Das BMG will jetzt die abgestimmte Variante an den Bundesrat schicken, der seinerseits die Länder informiert und einen Termin für die Besprechung festlegt. Quelle:
apotheke-adhoc.de

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Thu, 02 Feb 2012 00:01:32 +0100 http://www.pta-aktuell.de/startseite/news/7905-ApBetrO-Kein-Widerstand-im-Kabinett/ Aktuelle Meldungen kontakt@pta-aktuell.de (DIE PTA in der Apotheke)
Übersäuerung: Alles ausgewogen? http://www.pta-aktuell.de/themen/news/7898-Alles-ausgewogen/ Abbildung © styf / www.fotolia.com © styf / www.fotolia.com

Zwischen Säuren und Basen muss im Körper ein Gleichgewicht herrschen, damit Stoffwechselvorgänge reibungslos ablaufen können.

Wissenschaftlich betrachtet ist der Säure-Basen-Haushalt ein physiologisches Regelsystem des Körpers, das dafür sorgt, dass der pH-Wert im Blut konstant bei 7,4 – also im leicht alkalischen Milieu – gehalten wird. In aller Regel schwankt der Blut-pHWert nur sehr geringfügig in einem Bereich zwischen 7,35 und 7,45. Diese sehr eng gesteckten Grenzen sind unbedingt erforderlich, um Stoffwechselentgleisungen zu verhindern.

Unterschreitet der Wert 7,35, sprechen Experten von einer Übersäuerung oder Azidose. Liegt er über 7,45, ist von einer Untersäuerung oder Alkalose die Rede. Wichtig zu wissen: Bereits Blut-pH-Werte unter 7,0 und über 7,7 können zum Tode führen.

Leistungsstark: körpereigene Puffer Damit es durch die Nahrungsaufnahme nicht zu gefährlichen Veränderungen des Blut-pH-Wertes kommt, verfügt unser Körper über ausgeklügelte Regulationsmechanismen. Dazu gehören seine leistungsstarken Puffersysteme. Als Puffer werden chemische Systeme bezeichnet, die aus einer schwachen Säure und einer korrespondierenden Base bestehen. Im Blut wirken unterschiedliche Systeme – wie beispielsweise der Phosphat- und der Proteinpuffer. Auch das Hämoglobin dient als leichter Puffer.

KURZ & KNAPP: DIE ALKALOSE
Bei einer Alkalose oder Untersäuerung liegt der pH-Wert des Blutes oberhalb von 7,45. Experten unterscheiden die respiratorische Alkalose, die durch übermäßige Abatmung von CO2 bei einer Hyperventilation entsteht, von der metabolischen Alkalose. Dafür kommen unterschiedliche Ursachen infrage, beispielsweise häufiges Erbrechen, das mit großem Verlust von Magensäure einhergeht. Auch die massive Zufuhr alkalischer Substrate, eine diuretische Therapie oder Störungen der Nierenfunktion können zu einem Basenüberschuss führen. Ein Blut-pH-Wert von über 7,7 ist in der Regel tödlich.

Das bedeutendste Puffersystem ist jedoch der Bicarbonat-Kohlensäure-Puffer: Aus im Blut gelöstem Bicarbonat (Hydrogencarbonat) entsteht durch Aufnahme eines Protons Kohlensäure, die in Wasser und Kohlendioxid (CO2) aufgespalten wird. Das Kohlendioxid wird dann über die Lunge abgeatmet. Kommt es im Körper zu einem Überschuss an Säuren oder Basen, kann der pHWert durch eine vermehrte oder verminderte CO2-Abatmung rasch wieder reguliert werden. Neben der Lunge ist die Niere das wichtigste Organ zur Regulation des Säure-Basen-Haushalts. Sie kann saure oder basische Stoffwechselverbindungen direkt mit dem Urin ausscheiden.

Das richtige Milieu! Schon vor über 100 Jahren wurde der Begriff pH-Wert (vom lateinischen potentia hydrogenii, potentia = Kraft und hydrogenium = Wasserstoff) eingeführt, um die Konzentration von Wasserstoffionen in einer Lösung zu messen. Als Maßeinheit gibt der pH-Wert das Verhältnis von Säuren zu Basen an. Die Skala reicht von 0 (z. B. Salzsäure 3,5 %) bis 14,0 (z. B. Natronlauge 3 %). Der mittlere, sprich neutrale pH-Wert liegt bei 7,0 (reines Wasser). Im menschlichen Körper herrscht kein einheitlicher pH-Wert. Vielmehr variieren die Werte entsprechend den Bedingungen, die in den einzelnen Organen und Geweben anzutreffen sind.

Hier einige Beispiele:

  • Das Blut hat einen konstanten, leicht alkalischen pH-Wert von 7,4.
  • Die Bauchspeicheldrüse sondert ein Sekret ab, das einen pH-Wert von etwa 8,0 aufweist – also im gut basischen Bereich liegt. Das basische Bauchspeicheldrüsensekret dient dazu, Nahrung, die im Magen durch die Magensäure angesäuert wurde, im Zwölffingerdarm zu neutralisieren.
  • Die Haut weist einen sauren pH-Wert von etwa 5,5 auf. Dieser natürliche Säureschutzmantel der Haut hemmt das Wachstum von Bakterien und verhindert ihr Eindringen.
  • Extrem sauer geht es im Magen zu: Hier liegt der pH-Wert zwischen 1,0 und 2,0. Verantwortlich dafür ist die im Magen gebildete Salzsäure, die Krankheitserreger aus der Nahrung abtötet und für die Verdauung benötigt wird.
  • Der Darm hat einen basischen pH-Wert von etwa 8,0. k Der Speichel ist mit einem pH-Wert von 7,0 bis 7,1 neutral bis schwach basisch.
  • Im Urin kann der pH-Wert abhängig von der Tageszeit und der aufgenommenen Nahrung zwischen 4,5 und 8,0 schwanken. Um einer mutmaßlichen chronischen Übersäuerung auf die Schliche zu kommen, ist eine einmalige pH-Wert-Messung des Urins deshalb ungeeignet.

Gefährlich: Azidose Sind die körpereigenen Regulationsmechanismen zum Ausgleich des Säure-Basen- Haushalts gestört, kann es zu einer Übersäuerung kommen. Sie ist lebensbedrohlich und stellt einen medizinischen Notfall dar. Die Ursachen dafür sind meist chronische Erkrankungen, wie beispielsweise ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus. Er kann zu einer diabetischen Ketoazidose führen, bei der unverhältnismäßig viele Ketonkörper gebildet werden, die dann den pH-Wert senken.

DAS „ZITRONENPHÄNOMEN”
Auf den ersten Blick scheint es unlogisch: Zitronen schmecken sauer und sollen dennoch basisch wirken? Unsere Geschmacksnerven im Mund reagieren aber nur auf „sauer”, wir besitzen keine Rezeptoren für „alkalisch”. Saure Früchte, wie Zitronen, besitzen neben den Fruchtsäuren noch eine Vielzahl organisch gebundener Mineralstoffe, die wir nicht schmecken können. Sie sind jedoch für die basische Wirkung verantwortlich. Fruchtsäuren, wie die Zitronensäure, werden im Körper vollständig abgebaut und belasten den Säure-Basen-Haushalt nicht.

Auch chronische Nierenerkrankungen und -insuffizienz können – durch eine veränderte Ausscheidung von Säuren und Basen – zu einer Azidose führen. Atmen die Lungen zu wenig CO2 ab, ist ebenfalls eine Übersäuerung möglich. Ursache der zu geringen CO2-Abgabe können Lungenfunktionsstörungen sein.

Versteckt: chronische Übersäuerung Von diesen Formen atmungsoder stoffwechselbedingter Azidosen unterscheidet sich die latente oder chronische Übersäuerung. Latent bedeutet soviel wie versteckt und sagt schon viel über das Wesen dieser Störung aus: Diese Form der Übersäuerung führt weder zu dramatischen Stoffwechselentgleisungen noch zu einem offensichtlichen Anstieg des Blut-pH-Wertes. Vielmehr verläuft sie schleichend und zunächst symptomfrei.

Doch nach Ansicht naturheilkundlich- und alternativmedizinisch- orientierter Experten kann eine chronische Übersäuerung dem Menschen trotzdem erheblich schaden. Viele unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Leistungsabfall und Kopfschmerzen, aber auch ernsthafte Erkrankungen wie Arterienverkalkung (Arteriosklerose), Knochenschwund (Osteoporose) und Gelenkverschleiß (Arthrose) sollen durch eine latente Übersäuerung ausgelöst oder begünstigt werden können. Ursache für eine chronische Übersäuerung des Körpers soll vor allem eine falsche Ernährung sein, bei der zu viele säurebildende – und zu wenig basische – Lebensmittel verzehrt werden.

Säurebildend: eiweißreiche Kost Als säurebildend gelten eiweißreiche Lebensmittel – allen voran Fleisch, Fisch, Wurst und Käse. Grund dafür ist die Tatsache, dass besonders tierische Proteine viele schwefelhaltige Aminosäuren enthalten, die beim Abbau Säuren bilden. Es gibt jedoch auch Nahrungsmittel tierischen Ursprungs, die kaum säurebildend wirken: Jogurt und Milch gehören unter anderem dazu.

Auch Softdrinks, die Phosphorsäure enthalten, Alkohol, Brot und Backwaren gelten als säurebildend. Basenreich sind hingegen die meisten Obst-, Gemüse- und Salatsorten, aber auch viele Kräuter und Sprossen. Spezielle Säuren-Basen-Tabellen geben Aufschluss darüber, wie welche Nahrungsmittel wirken. Leider sind die Tabellen jedoch nicht immer einheitlich.

Fest steht jedoch, dass längst nicht alles, was sauer schmeckt, auch säurebildend ist. Ganz im Gegenteil: Die super-saure Zitrone beispielsweise wirkt im Köper basisch. Gleiches gilt auch für zahlreiche andere Obstsorten mit säuerlichem Geschmack. Um dem Wohlbefinden wieder auf die Sprünge zu helfen, raten naturheilkundliche Therapeuten zu einer basischen Ernährung, bei der reichlich Gemüse und Obst in Form von Rohkost verzehrt werden sollte. Oft wird empfohlen, dass das Verhältnis von säurebildenden zu basisch wirkenden Lebensmitteln 25 : 75 betragen sollte.

Obst und Gemüsesorten auf einem Tisch
Besonders Gemüse gilt als sehr basenbildend

Gut zu wissen: Auch, wer sich mit der strikten Unterscheidung zwischen säurebildenden und basischen Lebensmitteln nicht anfreunden mag, kann dennoch in jedem Fall von reichlichem Obst- und Gemüseverzehr profitieren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät, bei „gesundem Grünzeug” fünf Mal täglich zuzugreifen. Auch der zurückhaltende Umgang mit Fleisch und Wurst – den Anhänger der basischen Ernährung propagieren – ist sicherlich ein Plus für die Gesundheit. Denn fest steht, dass der Durchschnittsdeutsche zu viele tierische Fette konsumiert.

Regulierend: basische Mineralstoffe Um einer chronischen Übersäuerung Paroli zu bieten, schwören viele Menschen auf Maßnahmen wie Basenfasten oder -kuren. Dabei geht es darum, die Ernährung für einige Wochen auf eine basenreiche Kost umzustellen und den Körper so zu „entschlacken”. Spezielle basische Nahrungsergänzungen – wie beispielsweise Basenpulver, basische Mineralgetränke oder Basentabletten – unterstützen die Kur. Bei diesen Präparaten handelt es sich um hochwertige Mischungen verschiedener basischer Mineralsalze. Typische Inhaltsstoffe sind beispielsweise Kalzium- und Magnesiumcitrat.

Wichtig Bei der Wahl der Präparate sollte man darauf achten, dass es sich um organische Mineralstoffverbindungen, beispielsweise Citrate, handelt. Der Grund: Die Citratanionen können im Stoffwechsel freie H+-Ionen aufnehmen und so die anfallende Säure neutralisieren. Sinnvoll kann die Einnahme basischer Mineralstoffe unter Umständen auch während einer Fastenkur oder Diät sein. Grund dafür ist die Tatsache, dass beim Abbau von Fettpolstern vermehrt Säuren entstehen, die den Körper belasten. Wer jetzt basische Mineralien und Spurenelemente zuführt, soll den Diäterfolg steigern können. Auf diesen Zusammenhang können Sie interessierte Kunden im Beratungsgespräch aufmerksam machen.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 02/12 ab Seite 14.

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Wed, 01 Feb 2012 00:01:55 +0100 http://www.pta-aktuell.de/themen/news/7898-Alles-ausgewogen/ Themen kontakt@pta-aktuell.de (Andrea Neuen-Biesold, Freie Journalistin)
PTA-Fortbildung 02/12: Heuschnupfen & Allergien http://www.pta-aktuell.de/themen/news/7899-Heuschnupfen-und-Allergien/ Abbildung © nfoto / www.Shotshop.com © nfoto / www.Shotshop.com

Wer unter den Pollen von Frühblühern leidet, weiß, dass es schon im Winter losgeht. Hausstaub-, Arzneimittel- oder Nahrungsmittelallergien haben ohnehin das ganze Jahr über Saison.

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf Stoffe aus der Umwelt, die eigentlich ganz harmlos sind. Zu den häufigsten Allergenen zählen Blütenpollen, Tierhaare und die Ausscheidungen von Hausstaubmilben. Aber auch Allergien gegen Arzneistoffe, wie Penicillin, oder Lebensmittel, wie Nüsse, Getreide und Milch, sind nicht selten. Die Symptome sind vielfältig. Die Bandbreite reicht von Schnupfen und geschwollenen, tränenden und juckenden Augen über Asthma, Hautreaktionen und Ödemen bis zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock sowie Erscheinungen, die manchmal nur schwer mit dem Allergen in Verbindung gebracht werden können.

Erstkontakt nötig Wenn man sich gegen ein Allergen sensibilisiert, prägt sich das Immunsystem den Kontakt mit dem Allergen in das „immunologische Gedächtnis” ein. Es bildet entweder spezifische Antikörper (humorale Immunreaktion) oder spezifische T-Lymphozyten (zelluläre Immunreaktion). Während der Sensibilisierungsphase zeigen sich normalerweise noch keine Erscheinungen. Erst bei erneutem oder anhaltendem Kontakt mit dem Allergen wird das Gedächtnis reaktiviert, was zu den Symptomen der Allergie führt.

Um als Allergen erkannt zu werden, muss eine Substanz bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Das Immunsystem erkennt nur Vollantigene, dies sind Moleküle, die eine gewisse Mindestgröße besitzen. Niedermolekulare Substanzen können erst nach Bindung an ein körpereigenes Trägermolekül zum Allergen werden. So wird das Penicillinmolekül erst nach Öffnung des beta-Lactam-Ringes und kovalenter Bindung an ein körpereigenes Protein zum Vollantigen.

Sofort oder verzögert Man unterscheidet vier verschiedene Typen der Allergie oder Hypersensitivität. Die häufigste Form ist die Typ-I-Allergie.

Nach Kontakt mit dem Allergen, zum Beispiel Blütenpollen, aber auch einigen Arzneimitteln, bilden die B-Lymphozyten Antikörper vom Typ IgE. Sie binden an spezielle Rezeptoren auf der Oberfläche der Mastzellen. Dies ist die Sensibilisierungsphase, sie führt noch nicht zur Aktivierung der Zellen. Erst bei einem weiteren Kontakt mit dem Allergen kommt es zur allergischen Reaktion.

Denn jetzt vernetzt das Allergen zwei IgE-Moleküle an ihren Rezeptoren auf der Zelle miteinander. Die Mastzellen werden dadurch aktiviert, sie degranulieren. Das bedeutet, sie entleeren ihre mit Histamin und weiteren Substanzen, wie Leukotrienen, gefüllten Vesikel durch Exozytose nach außen. Histamin bindet an Rezeptoren der umliegenden Gewebszellen und führt innerhalb von Sekunden zur Erweiterung der Gefäße, zum Austritt von Serum aus den Gefäßen und damit zu Quaddelbildung und Ödemen.

Die Leukotriene wirken bronchokonstriktorisch und können einen Asthmaanfall auslösen. Eine generalisierte Histaminausschüttung, die dann den ganzen Körper betrifft, kann durch die Volumenverschiebung aus den Gefäßen ins Gewebe zum Zusammenbruch des Blutdrucks und damit zu einem anaphylaktischen Schock führen. Da die Typ-I-Allergie oft innerhalb von Sekunden bis Minuten nach der Allergenexposition auftritt, bezeichnet man sie auch als Allergie vom Soforttyp oder einfach als allergische Sofortreaktion. Typische Beispiele sind Heuschnupfen und Tierhaarallergien, Urtikaria, allergisches Asthma, Quincke-Ödem und anaphylaktische Reaktionen.

Bei der Typ-II-Allergie oder Allergie vom zytotoxischen Typ bilden sich innerhalb weniger Stunden IgM- und IgG-Antikörper. Sie aktivieren das Komplementsystem, das aus mehr als 20 Plasmaproteinen besteht, die in einem kaskadenartigen Aktivierungsmechanismus einen lytischen Komplex bilden. Dieser macht Membranen durchlässig, zerstört Zellen und löst Entzündungsreaktionen aus. Man kennt die Reaktion Typ II beispielsweise als hämolytische Anämie nach Bluttransfusionszwischenfällen, aber auch als allergische Reaktion auf Medikamente, wie zum Beispiel als allergische Agranulozytose. Dies ist eine mögliche Nebenwirkung von Metamizol und zahlreichen anderen Arzneistoffen.

Die Typ-III-Allergie nennt man auch Allergie vom Immunkomplextyp. Hier bilden sich innerhalb von Stunden Immunkomplexe aus Antigen und Antikörper. Die Komplexe können zellgebunden sein oder frei im Blut zirkulieren. Sie werden normalerweise rasch und effektiv mithilfe der Phagozyten entfernt. Bei Ablagerung der Immunkomplexe im Gewebe kommt es durch Aktivierung des Komplementsystems zur Freisetzung von Entzündungsmediatoren, was Entzündungen und Gewebszerstörung zur Folge hat. Besonders häufig betroffen sind die Glomerula der Nieren, dies führt zur Glomerulonephritis. Auch allergische Gefäßentzündungen (Vaskulitiden) sind möglich.

Die einzige zellvermittelte Reaktion ist die Typ-IV-Allergie oder Allergie vom verzögerten Typ (Spättyp). Sie wird durch T-Lymphozyten ausgelöst. Die aktivierten T-Zellen induzieren die Produktion von Zytokinen, die weitere Leukozyten an den Ort des Allergens locken und schließlich eine Entzündung des Gewebes auslösen. Da diese Reaktion erst ein bis zwei Tage nach dem Kontakt mit dem Allergen entsteht, wird sie als verzögert bezeichnet. Typische Beispiele sind die Abstoßung von Transplantaten und das allergische Kontaktekzem, am bekanntesten ist hier die Nickelallergie.

Heuschnupfen In Deutschland sind etwa 15 bis 25 Prozent der Bevölkerung von Heuschnupfen betroffen. Abhängig von den Pollenflugzeiten der einzelnen Pflanzen können die Symptome zu unterschiedlichen Zeiträumen im Jahr auftreten. Pollenkörner sind kleine Zellen, die das männliche Erbgut der Pflanzen übertragen und durch den Wind überall hin verstreut werden. Eine Roggenähre kann durch den Wind bis zu vier Millionen Pollenkörner verstreuen. Um darauf allergisch zu reagieren, reicht bereits eine Menge von 50 Pollen pro Kubikmeter Luft.

Genau genommen sind es bestimmte Eiweiße aus den Pollenkörnern, auf die Allergiker reagieren. Die häufigsten Beschwerden sind tränende, juckende, brennende oder entzündete Augen sowie Fließschnupfen und Niesreiz. Nicht selten sind Pollenallergiker neben den genannten Symptomen von Konzentrations- oder Schlafstörungen betroffen. Durch einen nicht fachgerecht behandelten Heuschnupfen können auch die tiefer gelegenen Atemwege in Mitleidenschaft gezogen werden. Kommt zum Heuschnupfen ein allergisches Asthma bronchiale, spricht der Arzt vom Etagenwechsel.

Man schätzt, dass nach acht Jahren unbehandeltem Heuschnupfen etwa 40 Prozent der Patienten allergisches Asthma bekommen. Wer unter Heuschnupfen leidet, entwickelt nach einer Weile möglicherweise auch allergische Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel. Während oder nach dem Essen brennt und juckt es dann im Mund und die Schleimhäute schwellen an. Manchmal sind Magenbeschwerden oder Durchfall die Folge. Auch Haut- oder gar anaphylaktische Reaktionen sind möglich.

Eine solche Kreuzallergie entsteht durch Ähnlichkeiten des allergieauslösenden Pollens mit bestimmten Eiweißen des betreffenden Nahrungsmittels, auf die der Körper dann gleichermaßen mit einer Immunantwort reagiert. Typisch ist zum Beispiel bei einer Allergie gegen Birken-, Erlenoder Haselpollen eine später auftretende Allergie gegen Haselnüsse, Sellerie oder Äpfel.

Nahrungsmittelallergien Unverträglichkeiten gegenüber Lebensmitteln gibt es häufig. Nicht immer steckt jedoch eine Allergie dahinter. Echte Nahrungsmittelallergien kommen mit etwa fünf Prozent in der Kindheit und mit zwei Prozent im Erwachsenenalter vor. Die Symptomatik ist oftmals uncharakteristisch. Es können verschiedene Organsysteme betroffen sein, manchmal auch außerhalb des Magen-Darm-Traktes, sodass der Zusammenhang mit dem Allergen oftmals nicht sofort ersichtlich ist.

Häufig müssen zunächst andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, um eine eindeutige Diagnose zu stellen. So kann sich hinter Oberbauchbeschwerden und Krämpfen eine Laktoseintoleranz oder ein Reizdarmsyndrom verbergen. Intoleranzen können auch nach dem Genuss von Lebensmitteln auftreten, die große Mengen biogener Amine, wie Histamin, Phenylethylamin, Serotonin oder Tyramin, enthalten. Viel Histamin ist beispielsweise in Hefe, Tomatenketchup, Fisch, Sauerkraut, Pilzen, Bier, Wein und Käse enthalten. Bei prädisponierten Personen kann dies zu Unverträglichkeitsreaktionen, die einer Allergie ähneln, führen.

Normalerweise wird das Histamin im Darm durch das Enzym Diaminoxidase (DAO) abgebaut. Wird jedoch zu wenig DAO produziert, treten schon bei geringen Mengen Histamin in einer Mahlzeit Beschwerden auf. Man spricht dann von Histaminose, Histaminintoleranz oder biogener Aminintoleranz. Die meisten echten Nahrungsmittelallergien zählen zu den Allergien vom Soforttyp. In Einzelfällen sind jedoch auch die anderen Allergietypen möglich.

Meist sind es Proteine oder Glykoproteide aus Pflanzen, gegen die sich die allergische Reaktion richtet. In Europa zählen Getreide, Nüsse, Milch, Obst, Ei, Hülsenfrüchte und Fisch zu den häufigsten Allergenen. Auf Früchte, Gemüse und Nüsse reagieren Betroffene häufig mit dem oralen Allergiesyndrom. Dabei entwickelt sich ein pelziges Gefühl in der Mundhöhle, Lippen und Zunge schwellen an. Dazu können unter Umständen lebensbedrohliche Ödeme im Rachen sowie Nies- und Juckreiz kommen.

Übelkeit und Erbrechen sowie Oberbauchschmerzen weisen auf eine Reaktion im oberen Gastrointestinaltrakt hin. Blähungen, Bauchkrämpfe, Durchfall oder Verstopfung sprechen für eine Reaktion im unteren Gastrointestinaltrakt. Extraintestinale Symptome einer Nahrungsmittelallergie betreffen in erster Linie die Haut, den Atmungsapparat und die Augen. So kann die Haut mit Urtikaria, Flush (anfallsweise auftretende Rötung, meist im Gesicht), Juckreiz oder Aufflammen eines atopischen Ekzems reagieren.

Rhinitis und Asthma bronchiale sind Symptome der Atemwege. Auch eine Konjunktivitis als allergische Reaktion ist nicht ungewöhnlich. Problematisch ist es, Symptome am Nervensystem und an den Gelenken zu diagnostizieren. Bei Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie ist es in diesen Fällen sinnvoll, ein Ernährungstagebuch zu führen. Bezüglich der Art und Weise der Sensibilisierung gegen Lebensmittel unterscheidet man zwei Kategorien: die klassischen Lebensmittelallergene und die pollenassoziierten Lebensmittelallergene.

Bild eines Unterarmes mit verschiedenen Allergietests
Beim Pricktest wird überprüft, ob die in Frage kommenden Allergene Hautreaktionen wie Juckreiz, Rötungen oder Quaddelbildung auslösen.

Erstere führen nach oraler Aufnahme alleine zu einer Sensibilisierung und bei erneuter Disposition zur Auslösung der Symptome. Besonders problematisch ist hier, dass viele der klassischen Lebensmittelallergene auch durch Kochen oder andere Zubereitungsmethoden resistent sind. Die pollenassoziierte Lebensmittelallergie basiert auf der kreuzreaktiven Erkennung der Allergene durch primär gegen die Pollen gerichtete IgEAntikörper. Die wichtigste Gruppe der kreuzreaktiven Lebensmittelproteine ist verwandt mit dem Hauptallergen der Birke. Daher sind diese Kreuzallergien so häufig.

Allergien gegen Arzneimittel So wird die Arzneimittel-bedingte Aktivierung des Immunsystems bezeichnet. Sie ist von der pseudoallergischen Reaktion zu unterscheiden, die nicht durch Antikörper vermittelt wird, sondern durch die direkte Arzneimittel-induzierte Freisetzung der Immunmediatoren aus den Mastzellen. Die Symptome lassen sich nicht von echten IgEvermittelten Allergien unterscheiden, da beiden die Mastzelldegranulation zugrunde liegt. So kann leicht eine allergische Reaktion vorgetäuscht werden.

Gemeinsam ist beiden, dass sie nicht vorhersehbar sind und auch nicht über den pharmakologischen Wirkungsmechanismus erklärt werden können. Sie sind im Allgemeinen auch nicht dosisabhängig und können bereits durch kleinste Wirkstoffmengen hervorgerufen werden. Arzneimittelallergien können sich prinzipiell durch alle vier Allergietypen äußern. So lösen eine Vielzahl von Pharmaka, ganz besonders Antibiotika, Arzneistoffe mit Proteincharakter, Blutprodukte und auch viele Hilfsstoffe Allergien vom Soforttyp aus, während Penicilline, Sulfonamide und einige Schmerzmittel auch Allergien vom zytotoxischen Typ hervorrufen können.

Impfstoffe, Allergene im Rahmen einer Hyposensibilisierungsbehandlung und niedermolekulare Heparine sind Beispiele für den Immunkomplex-vermittelten Typ; zahlreiche Arznei- und Zusatzstoffe wie Parabene, Wollwachs oder Thiomersal in topisch applizierten Arzneimitteln für den verzögerten Typ.

Phytoallergene Auch für eine Reihe von pflanzlichen Arzneimitteln werden sensibilisierende Inhaltsstoffe beschrieben. Meist sind es kleine, reaktionsfreudige, lipophile Moleküle, die nach Reaktion mit einem körpereigenen Eiweiß zum Vollantigen werden. In Europa sind es vor allem Arten aus der Familie der Asteraceae (Korbblütler), die für allergische Reaktionen verantwortlich gemacht werden. Hier finden sich Sesquiterpenlactone als potente Allergene.

Man kennt Kontaktdermatitiden gegen Arnika und Ringelblumen. Eine Sensibilisierung gegen echte Kamille scheint jedoch sehr selten zu sein. Dagegen wird eine zunehmende Sensibilisierungsrate gegen Teebaumöl beobachtet.

ALLERGIE – PSEUDOALLERGIE – INTOLERANZ
Echte Allergien beruhen auf einer Allergen-Antikörper-Reaktion, die zur Histaminausschüttung
führt. Pseudoallergische Reaktionen haben die gleichen Symptome, denn sie werden ebenfalls durch
Histamin hervorgerufen, es werden jedoch keine Antikörper gebildet. Intoleranzen, beispielsweise
gegen Laktose oder Fruktose, beruhen auf einem (meist angeborenen) Enzymmangel bzw. einer
verminderten -aktivität.

Allergische Reaktionen der Haut Kutane Manifestationen als allergische Reaktion sind sehr häufig. Besonders oft kommt das einfache Exanthem, also eine Hautrötung, vor. Es wird durch die histaminbedingte Weitstellung der Gefäße verursacht. Tritt Flüssigkeit ins Gewebe aus, so entsteht eine Quaddel. Breiten sich die Quaddeln über größere Areale des Körpers aus, spricht man von Urtikaria. Meist gehen Quaddeln mit Juckreiz einher.

Eine besondere Erscheinungsform ist das Quincke- oder Angioödem, das jedoch auch bei anderen Erkrankungen vorkommen kann. Es führt zu einer akuten Schwellung von Haut, Schleimhaut und angrenzendem sowie tiefer gelegenem Gewebe, die sich innerhalb von Minuten entwickeln kann. Häufig tritt das Angioödem im Gesicht auf, es kann aber auch jede andere Regionen betreffen. Durch die massive Schwellung der Zunge können die Atemwege komplett verlegt werden, sodass eine notärztliche Behandlung erforderlich wird.

Anaphylaktische Reaktionen Die Maximalvariante der IgE-vermittelten, allergischen Sofortreaktion ist die Anaphylaxie. Sie erfasst den ganzen Organismus. Die schwerste Form ist der anaphylaktische Schock. Das auslösende Antigen breitet sich systemisch im Organismus aus. Dies kann nach venöser Injektion, oraler Aufnahme oder nach einem Insektenstich der Fall sein. Auch ein ausgedehnter Kontakt über Haut oder Schleimhaut, beispielsweise durch Aeroallergene oder Latexhandschuhe, ist möglich.

In jedem Fall kommt es zu einer massiven Ausschüttung von Histamin, denn die Mastzellen setzen weitere Faktoren frei, die Zellen des Immunsystems anlocken. Diese setzen ihrerseits wieder Substanzen frei, die Leukotriene und Histamin aktivieren. Der kumulative Effekt dieser freigesetzten Mediatoren besteht im Wesentlichen in einer erhöhten Gefäßpermeabilität, einer ausgeprägten Vasodilatation mit Zusammenbruch des Blutdrucks und einem Bronchospasmus. Autopsien von tödlich verlaufenen Anaphylaxien zeigen in der Regel ein Lungenödem und Ödeme der oberen Atemwege und des Kehlkopfes.

FIXES ARZNEIMITTELEXANTHEM
Wenn nach der Gabe eines Arzneimittels einzelne scharf begrenzte, gerötete oder bläulich-violett verfärbte Herde entstehen, kann dies ein fixes Arzneimittelexanthem sein. Es tritt bevorzugt an den Extremitäten oder den Genitalien, seltener an den Schleimhäuten auf. Auch Blasen können sich auf
den betroffenen Hautstellen bilden. Typisch ist, dass bei neuerlicher Gabe des auslösenden Medikaments immer wieder dasgleiche Areal betroffen ist. Als Auslöser kommen zahlreiche
Arzneistoffe in Frage. Besonders häufig sind es Antibiotika (Cotrimoxazol, Tetrazykline, Penicilline), Barbiturate und nichtsteroidale Antirheumatika.

Die ersten Anzeichen einer anaphylaktischen Reaktion sind meist Kribbeln in den Händen, Prickeln im Mund und Rachen sowie Hitzewallungen. Sie können innerhalb von Sekunden, aber auch erst nach Stunden, auftreten. Typisch sind auch Gesichtsrötung, Juckreiz und Urtikaria. Daneben können Heiserkeit und Husten auftreten. Wenn Zunge und Rachen anschwellen und sich die Atemwege verengen, sodass es zu Atemnot und rasselnden oder pfeifenden Atemgeräuschen kommt, wird es gefährlich. Häufig verlieren die Patienten das Bewusstsein und entwickeln klassische Schocksymptome.

Neben Arzneimitteln, wie iodhaltigen Röntgenkontrastmitteln, Chinolonen und beta-Lactamantibiotika können auch Nahrungsmittel anaphylaktische Reaktionen auslösen. Schwere Reaktionen sind normalerweise selten, wurden jedoch gehäuft für Erdnüsse, Sojabohnen und Schalentiere beschrieben. Typische Verursacher der Anaphylaxie sind außerdem Insektengifte von Bienen, Wespen und Hornissen. Aber auch Schlangengifte können neben den toxischen schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Man schätzt, dass bis zu fünf Prozent der Bevölkerung bereits mindestens einmal eine schwere allergische Reaktion auf einen Insektenstich durchgemacht haben. Etwa ein Prozent dieser Fälle mündet in eine lebensbedrohliche Anaphylaxie.

Für den Akutfall Systemisch anwendbare H1-Antihistaminika eignen sich besonders zur Linderung von allergischer Rhinitis, Konjunktivitis und Urtikaria. Allen Substanzen gemeinsam ist, dass sie die über die H1-Rezeptoren vermittelte Histaminwirkung abschwächen. Da sie ein unterschiedlich starkes Vermögen haben, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, zeigen sie auch ein unterschiedlich stark ausgeprägtes Spektrum zentraler Nebenwirkungen.

Neuere Entwicklungen unterscheiden sich im Wesentlichen durch eine geringere ZNS-Gängigkeit von den älteren Substanzen. So wirken die Vertreter der ersten Generation, wie Diphenhydramin und Doxylamin, deutlich sedierend. Da neuere Substanzen ohne diese Nebenwirkung zur Verfügung stehen, haben die älteren an Bedeutung als orale Antiallergika verloren. Mit wenigen Ausnahmen, wie zum Beispiel Dimetinden und Clemastin, werden sie überwiegend als Sedativum bei Unruhezuständen oder zur Bekämpfung von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt.

LATEXALLERGIE
Naturlatex, das aus der Milch des Gummibaumes gewonnen wird, enthält verschiedene Polypeptide, die an IgE binden und allergische Reaktionen auslösen können. Die Reaktionen können durch die Benutzung von Latexhandschuhen, -kathetern oder –kondomen hervorgerufen werden. Die Zahl der Latexallergiker und auch der anaphylaktischen Zwischenfälle nimmt stetig zu, allerdings ist auch die weltweite Latexproduktion als Folge der Aids-Epidemie in den letzten Jahren mehr als verdoppelt worden. Häufig ist eine Latexallergie auch mit einer Kreuzallergie gegen exotische Früchte, wie Avocado, Kiwi, Passionsfrucht, Banane, aber auch Esskastanien, verbunden.

H1-Antihistaminika der zweiten Generation, wie Cetirizin, Loratadin und Terfenadin, gelten als Antiallergika ohne nennenswerte sedierende Eigenschaften. Die daraus hervor gegangenen Substanzen Levocetirizin, Desloratadin und Fexofenadin werden auch als Antihistaminika der dritten Generation bezeichnet. Fexofenadin ist aus Terfenadin entwickelt worden, welches in seltenen Fällen zu schweren Herzrhythmusstörungen führen kann. Von Fexofenadin ist dies nicht bekannt. Somit ist diese Weiterentwicklung mit einer verbesserten Sicherheit verbunden. Levocetirizin und Desloratadin besitzen dagegen kaum Vorteile gegenüber Cetirizin und Loratadin.

H1-Antihistaminika können auch lokal auf der Haut sowie im Auge oder der Nase angewandt werden. Hier stehen beispielsweise Bamipin für die Haut und Azelastin für Auge und Nase zur Verfügung. Ein Großteil der Antihistaminika ist nicht verschreibungspflichtig und daher auch nicht mehr verordnungsfähig. Mit Ausnahme von Cetirizin sind die Umsätze bei den nicht verschreibungspflichtigen H1-Antihistaminika seither gesunken. Daher stehen Antihistaminika heute nur noch auf Platz zwei der antiallergischen Arzneimittel. Die größte Gruppe bilden mittlerweile die Hyposensibilisierungsmittel

Wegen der guten juckreizstillenden, antiallergischen und antientzündlichen Wirkung werden auch Glukokortikoide als Antiallergika eingesetzt. Je nach Ausmaß der Beschwerden werden sie oral, lokal, in Form von Injektionen oder zur Inhalation eingesetzt. Von der Verschreibungspflicht ausgenommen ist Hydrokortison samt seiner Ester zum äußerlichen Gebrauch in einer Konzentration bis zu 0,25 Prozent in einer Packungsgröße von maximal 50 Gramm sowie in einer Konzentration bis zu 0,5 Prozent in einer Packungsgröße von maximal 30 Gramm.

Hydrokortison ist das am längsten in der Dermatotherapie eingesetzte topische Glukokortikoid. Hier liegen umfangreiche klinische Daten vor. Wegen seiner geringen entzündungshemmenden Potenz wird es der Gruppe der schwach wirksamen topischen Kortikosteroide zugeordnet. Mit gravierenden Nebenwirkungen ist bei kurzfristigem Gebrauch nicht zu rechnen. Zudem sind allergische und juckende Hauterkrankungen auch für den Laien diagnostizierbar.

Hyposensibilisierung Durch die Desensibilisierung oder allergenspezifische Immuntherapie kommt es zur Toleranzentwicklung gegenüber dem Allergen. Die Behandlung ist eine Option für Patienten mit allergischer Rhinokonjunktivitis, allergisch bedingtem Asthma bronchiale und Insektengiftallergien. Sie ist vor allem dann indiziert, wenn eine Allergenkarenz nicht möglich ist und die Behandlung mit H1-Antihistaminika nicht ausreicht. In einzelnen Studien konnten auch schützende Eigenschaften bezüglich des Etagenwechsels, also der Entwicklung eines Asthma bronchiale aus einem Heuschnupfen, nachgewiesen werden.

NOTFALLSET
Patienten, die bereits einmal besonders starke allergische Reaktionen gezeigt haben, sollten von ihrem Arzt ein Notfallset erhalten und in dessen Anwendung unterwiesen werden. Schon bei den ersten Anzeichen einer anaphylaktischen Reaktion werden die enthaltenen Medikamente angewendet. Dort finden sich ein H1-Antihistaminikum, ein Glukokortikoid, Adrenalin zur Injektion und meist noch ein beta-2-Sympathomimetikum zu Inhalation. Das H1-Antihistaminikum blockiert die Histaminwirkung an den Rezeptoren, das Glukokortikoid dient vor allem der Vermeidung von
Spätreaktionen. Adrenalin stabilisiert den Blutdruck und das beta-2-Sympathomimetikum erweitert die Bronchien bei einem Asthmaanfall. In jedem Fall soll zusätzlich ein Notarzt angefordert werden zwecks weiterer klinischer Therapie und Überwachung.

Die größte Gruppe der spezifischen Immuntherapeutika zur Hyposensibilisierung bilden die Gräserpollenextrakte. Ihre Wirksamkeit ist für die allergische Rhinokonjunktivitis und das allergische Asthma belegt. An zweiter Stelle folgen die Milbenpräparate. Die spezifische Immuntherapie in ihrer klassischen subkutanen Applikationsform (SCIT), bei der man das Allergen unter die Haut spritzt, wird bereits seit 100 Jahren durchgeführt. Nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gliedert sich die Behandlung in eine Phase, in der ansteigende Allergenkonzentrationen verabreicht werden und eine anschließende Erhaltungsphase.

Der Trend geht dahin, diese klassische, allerdings zeitaufwändige Therapie durch spezielle Therapieschemata zu verkürzen. Hier muss allerdings ganz besonders auf die Sicherheit geachtet werden, denn die gefürchteten anaphylaktischen Reaktionen treten am häufigsten in der Phase der Dosissteigerung auf. Eine zu rasche Steigerung kann die Häufigkeit unerwünschter Zwischenfälle erhöhen. Der behandelnde Arzt muss selbstverständlich bei jeder Hyposensibilisierungsbehandlung für eventuelle Notfälle, insbesondere den anaphylaktischen Schock, ausgerüstet und ausgebildet sein.

Neben den Präparaten zur subkutanen Immuntherapie (SCIT) gibt es inzwischen auch Produkte zu oralen und sublingualen Applikation. Man hat diese Applikationsform entwickelt, um die Anwendung zu erleichtern. Und so gewinnt die sublinguale Immuntherapie (SLIT) zunehmend an Bedeutung. Die erste Gabe sollte unter ärztlicher Aufsicht mit einer anschließenden Nachkontrollzeit durchgeführt werden. Ansonsten ist die Therapie anwenderfreundlich zu Hause durchzuführen, gleichzeitig entfällt die schmerzhafte Injektion und das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen ist geringer. Das eingesetzte Allergen wird wenige Minuten im Mund gehalten und anschließend hinunter geschluckt.

Anfangs wurden die Zubereitungen nur als Lösungen angeboten, inzwischen sind auch Tabletten verfügbar. Je nach eingesetztem Präparat erfolgt die Anwendung vor oder während der Allergiesaison oder ganzjährig. Die Gesamtdauer beträgt in Anlehnung an die SCIT drei Jahre. Die Behandlung des Asthma bronchiale mittels SLIT wird noch nicht empfohlen, weil hierzu noch keine ausreichenden Daten vorliegen. Allerdings konnte inzwischen die Wirksamkeit der SLIT für die Behandlung der saisonalen Gräserpollenallergie bei Kindern nachgewiesen werden, sodass die Therapie ab dem fünften Lebensjahr zugelassen ist.

Langzeitdaten konnten außerdem zeigen, dass die Wirkung bei Erwachsenen auch noch nach Beendigung der dreijährigen Therapie anhält. Für die SLIT werden zurzeit Allergene in meist unveränderter Form verwendet. Es laufen jedoch Untersuchungen mit Adjuvanzien, die die Wirkung verstärken sollen. Da jeder Hersteller seinen Allergenextrakt unterschiedlich aufbereitet, sind verschiedene Produkte auch bei gleicher Allergenquelle nicht miteinander vergleichbar.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 02/12 ab Seite 34.

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Wed, 01 Feb 2012 00:01:45 +0100 http://www.pta-aktuell.de/themen/news/7899-Heuschnupfen-und-Allergien/ Themen kontakt@pta-aktuell.de (Sabine Bender, Apothekerin / Redaktion)
Kommunikation: Neue Kollegin! Was tun? http://www.pta-aktuell.de/praxis/news/7865-Neue-Kollegin-Was-tun/ Abbildung © Adam Radosavljevic / www.fotolia.com © Adam Radosavljevic / www.fotolia.com

In der Grundschule plagte uns schon der Gedanke: „Werde ich Freunde finden?”, im Sportclub „Ob ich da mithalten kann?” – und erst recht an der Arbeit beschäftigen uns diese Fragen.

Daher wissen wir auch ganz genau, wie jemand Neues sich am Anfang fühlt und wie er gerne behandelt werden möchte: freundlich und zuversichtlich aufgenommen werden, hilfsbereit unterstützt werden, und mit einer gutgelaunten Geduld aufgefangen werden bei den anfänglichen Schwierigkeiten, die der Berufsalltag so mit sich bringt.

Der Alltag sieht meist aber anders aus: Denn im Trubel des Geschehens vergisst man nicht nur häufig, dass die neue Kollegin vieles noch nicht wissen kann – meistens genießt man auch noch die Erhabenheit, eben nicht die Neue zu sein, und verteidigt das einst mutig erkämpfte Revier mit einer Stutenbissigkeit, die einen selbst bei genauer Betrachtung erschrecken würde.

Und schon entsteht ein erster unguter Eindruck, der später nur noch schwer wieder gut zu machen ist. Was können Sie also tun, um von Anfang an für gute Stimmung zu sorgen und um sich selber das Leben leichter zu machen? Hier sind die drei wichtigsten Punkte für eine erfolgreiche Zusammenarbeit:

Nehmen Sie sich Zeit Am ersten Tag sollte Zeit für die neue Kollegin eingeplant werden. Idealerweise teilen Sie ihr eine erfahrene Mitarbeiterin zu, die nichts anderes macht, als ihr zur Seite zu stehen, die Apotheke zu zeigen, die Kollegen vorzustellen und die Arbeitsabläufe zu erklären. Diese Kollegin kann dann später als „Patin” fungieren und erste unterstützende Ansprechpartnerin bei jedweder Schwierigkeit sein.

Sorgen Sie für Transparenz Machen Sie sich klar, dass auch banale Sachen nicht wirklich einfach zu merken sind. Sie wissen, wie ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt wird, wie ein Rezepturetikett ausgedruckt wird und wie man das CAVE-Modul startet? Bravo. Dann fassen Sie doch die wichtigsten Punkte in einer Mappe zusammen, die Sie der neuen Kollegin übergeben können. Erklären ist gut, zusätzlich nachschauen können ist sogar noch besser. Eine kurze Beschreibung der Apothekenstruktur und -abläufe, eine Telefonliste mit den wichtigsten Nummern und die wichtigsten Dinge, die jeden Tag erledigt werden müssen, gehören in diese Mappe, die Bestandteil Ihres QM-Handbuches werden sollte.

Sprechen Sie mit den Menschen, nicht über sie Die neue Kollegin sollte gleich ein paar eigene Aufgaben übertragen bekommen, die sie in Eigenregie durchführt – natürlich immer mit dem Hinweis, dass Sie für Fragen ein offenes Ohr haben. Sorgen Sie insbesondere in der ersten Zeit dafür, Arbeitsergebnisse auch zu kontrollieren, und sofortige Rückmeldung zu geben: Denn nur so kann die Neue an sich arbeiten und sich langsam an Ihr hohes Niveau anpassen.

Apotheken, die bereits Personalentwicklungspläne eingeführt haben, legen fest, was eine neue Mitarbeiterin nach einer Woche, einem Monat und einem halben Jahr können muss und erstellen auf Basis dessen ein klares Anforderungsprofil für die Position. Anhand dieses Profils kann dann in regelmäßigen Zeitabständen entschieden werden, welche Schulungen und Trainings notwendig sind und angeboten werden, um in Ihrer Apotheke weiter zu kommen.

Und zu guter Letzt Holen Sie sich die Meinung Ihrer neuen Kollegin über Ihre Apotheke und Ihr Team ein – denn noch hat sie den Blick „von außen”. Und der ist ganz wertvoll, wenn Sie als Team an sich arbeiten wollen. Was gefällt ihr besonders gut, was verunsichert sie, was ist verbesserungswürdig? Gemeinsam können Sie dann beschließen ob und was Sie ändern möchten. Übrigens: Diese Tipps gelten natürlich gleichermaßen für männliche Kollegen.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 02/12 auf Seite 26.

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Wed, 01 Feb 2012 00:01:45 +0100 http://www.pta-aktuell.de/praxis/news/7865-Neue-Kollegin-Was-tun/ Praxis kontakt@pta-aktuell.de (Anna Laven, Apothekerin / Pharmazietrainerin)
Quälende Zeiten vor den Tagen: Menstruationsbeschwerden http://www.pta-aktuell.de/themen/news/7900-Menstruationsbeschwerden/ Abbildung © Albix / www.fotolia.com © Albix / www.fotolia.com

Das Prämenstruelle Syndrom ist ein zyklusabhängiges Phänomen, das zu den häufigsten gynäkologischen Beschwerdebildern zählt. Welche Therapiemöglichkeiten stehen den Betroffenen zur Verfügung?

Schätzungen zufolge klagen ein Drittel aller Frauen regelmäßig in der zweiten Zyklushälfte über psychische und körperliche Beschwerden. Junge Frauen leiden seltener daran, besonders häufig sind Frauen zwischen 30 und 45 Jahren betroffen. Bei den meisten äußern sich die Symptome nur leicht und an wenigen Tagen. Bei etwa fünf Prozent der Betroffenen sind sie aber so stark, dass sie weder den Alltag bewältigen noch ihrem Beruf nachgehen können.

Individueller Symptomkomplex Mehr als 150 verschiedene Anzeichen sind bekannt, die das weibliche Wohlbefinden beeinträchtigen und einen so hohen Leidensdruck erzeugen können, dass sie behandelt werden müssen. Die ganze Palette an Symptomen wird unter dem Begriff Prämenstruelles Syndrom (PMS) zusammengefasst. Bei den körperlichen Beschwerden dominieren Wassereinlagerungen (Ödeme) sowie Spannungsgefühle und Schmerzen in der Brust. Die Brüste können derart anschwellen, dass jede Berührung schmerzt.

Dieses Phänomen kann den Symptomkomplex maßgeblich bestimmen, weshalb es auch als eigenständiges Beschwerdebild angesehen und mit dem Begriff Mastodynie bezeichnet wird. Außerdem klagen betroffene Frauen oft über Übelkeit, Schwindel, Kopf- und Rückenschmerzen, Hautunreinheiten sowie Magen-Darm-Beschwerden. Bei anderen Frauen stehen psychische Beschwerden im Vordergrund. Besonders häufig treten innere Unruhe, Anspannung, Nervosität, Reizbarkeit sowie Verstimmungen und Leistungsabfall auf.

Die Anzeichen sind nicht bei jeder Frau gleich. Einige leiden nur an ein oder zwei Beschwerden, andere werden von einer Vielzahl gequält. Auch variiert ihre Intensität und Dauer. Gemeinsam ist ihnen, dass sie an rund fünf bis sieben Tagen vor Menstruationsbeginn auftreten, sich meist zunehmend verschlimmern und mit dem Beginn der Regel wieder abklingen.

Prägen auffällig starke psychische Symptome das Beschwerdebild, dann spricht man von einer Prämenstruellen Dysphorischen Störung (PMDS), einer besonders schwerwiegende Form der PMS. Abzugrenzen vom Prämenstruellen Syndrom ist die Dysmenorrhoe, bei der die Menstruationsbeschwerden mit Einsetzen der Monatsblutung auftreten.

UNTERSCHEIDUNG!
Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) ist ein wissenschaftlich anerkannter Symptomkomplex, er stellt aber keine eigenständige Erkrankung dar. Die Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS), eine schwerwiegende Sonderform der PMS, ist hingegen offiziell als Krankheit anerkannt.

Diagnose und Abgrenzung Da die Merkmale vielfältig sind, ist es nicht immer einfach, die Diagnose zu stellen. Voraussetzungen für ein PMS sind, dass die Beschwerden zyklusabhängig auftreten, sich zur Periode hin verstärken und in der ersten Zyklushälfte ein symptomfreies Intervall von mindestens einer Woche Dauer vorhanden ist. Zur Objektivierung der Symptome sollten Betroffene einen Regelkalender führen, in dem sie mindestens über zwei bis drei Monate die Beschwerden, ihre Stärke und den zeitlichen Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus sowie anderen Begleitumständen wie Ernährung oder Aktivitäten festhalten.

Letztendlich ist PMS eine Ausschlussdiagnose. Sie wird gestellt, wenn andere mögliche Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerdebildern als Ursache ausgeschlossen worden sind. Dazu zählen beispielsweise der Beginn der Wechseljahre, gynäkologische Erkrankungen wie eine Endometriose, Depressionen oder Angststörungen sowie Schilddrüsenfehlfunktionen.

Multifaktorielles Geschehen Bis heute sind die genauen Ursachen für das PMS nicht eindeutig geklärt. Aufgrund der Vielfalt der Symptome geht man von einer multifaktoriell bedingten Störung aus, bei der es sich um ein kompliziertes Wechselspiel handelt. Aufgrund des zyklusabhängigen Verlaufs gilt der Zusammenhang mit hormonellen Umstellungen nach dem Eisprung als gesichert. Vermutlich reagieren betroffene Frauen besonders empfindlich auf Estrogen-Progesteron-Veränderungen, insbesondere auf die abfallenden Estrogenspiegel in der zweiten Zyklushälfte. Zudem scheinen hormonelle Reize mit bestimmten Neurotransmittersystemen zu interagieren, wobei der Botenstoff Serotonin eine besondere Rolle spielt.

So kommt es durch eine Fehlregulation des Serotoninstoffwechsels im zentralen Nervensystem bei Frauen mit PMS in der zweiten Zyklushälfte zu einem abgesenkten Serotoninspiegel. Die Prolaktinwerte scheinen hingegen erhöht zu sein. Eine Hyperprolaktinämie bewirkt eine verstärkte Durchblutung und regt das Wachstums des Brustdrüsengewebes an, woraus ein Spannungsgefühl und Schmerzen in der Brust resultieren. Zudem kann ein Zuviel an dem Hypophysenvorderlappenhormon Prolaktin dazu führen, dass der Gelbkörper in der zweiten Zyklushälfte nicht funktionsfähig ist. Der nach dem Eisprung zum Gelbkörper umgebaute Follikel kann dann nicht mehr ausreichend mit der Produktion und Abgabe von Progesteron nachkommen.

Wahrscheinlich sind auch die genetische Veranlagung und die aktuelle psychosoziale Situation der Frau relevant. Ebenso können Lebensumstände wie Stress, fehlerhafte Ernährung (ein Mangel an Vitamin B6, Kalzium, Magnesium oder ungesättigte Fettsäuren) und eine zu geringe Bewegung die Beschwerden bei PMS verstärken oder begünstigen.

Kein Patentrezept vorhanden So individuell die Beschwerden sind, so ist auch die Therapie von Frau zu Frau verschieden. Behandelt werden die Symptome, welche die Betroffene am meisten beeinträchtigen. Kopfund Rückenschmerzen werden mit Analgetika gelindert. Bei depressiven Verstimmungen hilft bei leichten Fällen oft ein Phythotherapeutikum wie Johanniskraut. Präparate mit Melissenblättern, Baldrianwurzel, Hopfenzapfen und Passionsblume können die Reizbarkeit dämpfen und das Ein- und Durchschlafen fördern.

Bei stärkeren psychischen Problemen werden häufig Antidepressiva, vor allem selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, verordnet. Sie erhöhen die Konzentration des Botenstoffes Serotonin im Gehirn, welche bei Frauen mit PMS oft erniedrigt sind. Bei starker Ödembildung werden Diuretika gegeben, um das Wasser aus dem Gewebe auszuscheiden.

Blatt mit tabellarischer Aufteilung und ein ThermometerKonstante Hormonspiegel anstreben Besteht kein Kinderwunsch können PMS-Beschwerden auch mit Estrogen-Gestagen-Präparaten gelindert werden. Ziel ist, die einem Prämenstruellen Syndrom zugrunde liegenden zyklischen Einflüsse über eine kontinuierliche Hormongabe auszuschalten. Dabei werden vorwiegend monophasische Pillen rezeptiert, die für einen konstanten Hormonspiegel sorgen.

Bei sehr starken PMS-Beschwerden mit hohem Leidensdruck wird zunehmend eine ununterbrochene Einnahme oraler Kontrazeptiva ohne Pillenpause (Langzyklusschema) durchgeführt. Besonders geeignet scheint die Therapie mit Ovulationshemmern, die Drospirenon als Gestagenkomponente enthalten. Das Derivat des Spironolactons kann estrogenbedingten Wassereinlagerungen entgegenwirken und prämenstruelle psychische Störungen wie Ängstlichkeit, Reizbarkeit und Traurigkeit deutlich mildern. Da die Datenlage auf ein erhöhtes Thromboserisiko unter Drospirenon (gegenüber Levonorgestrel) hinweist, sollte der Gynäkologe individuell abwägen, welches Präparat für die jeweilige Frau geeignet ist.

Mönchspfeffer & Traubensilberkerze Hormonregulierend wirkt auch die Einnahme eines Extraktes aus den Früchten des Mönchspfeffers (Vitex agnus castus, auch Keuschlamm genannt). Agnus-castus--Extrakte führen zur Wiederherstellung einer normalen Zyklusfunktion und zu einem Rückgang prämenstrueller Beschwerden. Besonders hat sich das Phythotherapeutikum bei der Mastodynie bewährt. Die positiven Effekte beruhen auf einer dopaminergen, also dopaminagonistischen Wirkung.

Durch Bindung an Dopaminrezeptoren des Subtyps D2 in der Hypophyse wird weniger Prolaktin ausgeschüttet, woraus eine Senkung pathologisch erhöhter Prolaktinspiegel resultiert. Das normalisiert wiederum die Ausschüttung des follikelstimulierenden (FSH) und des lutenisierenden Hormons (LH) und damit auch den physiologischen Zyklusablauf. Gleichzeitig werden schmerzhafte Spannungsgefühle in den Brüsten reduziert.

Eine weitere pflanzliche Alternative ist die Traubensilberkerze (Actaea racemosa, Synonym: Cimicifuga racemosa). Extrakte aus dem Wurzelstock senken ebenfalls die Prolaktinsekretion und sind daher wie der Mönchspfeffer von der Kommission E positiv bei PMS monografiert. Auch in der Homöopathie werden Mönchspfeffer und Traubensilberkerze als Einzelmittel sowie in Kombinationspräparaten gegen prämenstruelle Symptome erfolgreich eingesetzt.

Vitamine & Co. Häufig werden auch Vitamine und Mineralstoffe bei prämenstruellen Symptomen empfohlen. In Studien konnte vor allem Vitamin B6 (Pyridoxin) in Dosierungen zwischen 50 und 100 Milligramm psychische PMS-Beschwerden verringern. Erklärt werden die positiven Effekte mit der Funktion des Pyridoxin als Cofaktor bei der Serotoninsynthese. Ebenso wurde die Wirksamkeit einer Kalziumsupplementation nachgewiesen.

Durch die tägliche Gabe von 1000 bis 1200 Milligramm Kalzium gingen sowohl psychische als auch körperliche Beschwerden zurück. Für das vielfach empfohlene Magnesium liegt hingegen keine Wirksamkeitsbeweise im Sinne einer evidenzbasierten Medizin vor. Ebenso ist die Datenlage für die Einnahme von ungesättigten Fettsäuren aus dem Nachtkerzenöl (Gamma-Linolensäure) oder aus Fischöl (Omega-3-Fettsäuren) nicht eindeutig.

VIER KATEGORIEN DES PRÄMENSTRUELLEN SYNDROMS

Die Beschwerden beim PMS sind vielfältig. Grundsätzlich werden sie in körperliche und psychische Symptome unterschieden. Daneben teilt man sie in die vier folgenden Kategorien ein:

+ PMS-H-Hydratisierung
: Wassereinlagerungen und Ödeme, Gewichtszunahme
+ PMS-A-Anxiety: Angstzustände, Nervosität, Reizbarkeit
+ PMS-C-Craving: Heißhunger auf Süßes, vermehrter Appetit, Migräne
+ PMS-D-Depression: depressive Verstimmungen, Schlaflosigkeit, Antriebslosigkeit.

Zudem werden die Symptome häufig noch von einer Zunahme des Brustumfangs, Blähungen, Erschöpfungszuständen und einer verminderten Leistungsfähigkeit begleitet.

Sport & Entspannung Neben medikamentösen und alimentären Behandlungsansätzen können sich Bewegung und Entspannung auf das allgemeine körperliche und seelische Wohlbefinden und damit günstig auf prämenstruelle Beschwerden auswirken. Besonders empfiehlt sich regelmäßiger Ausdauersport wie Walken, Radfahren, Joggen oder Schwimmen.

Durch die sportliche Aktivität werden eingelagerte Wasseransammlungen leichter abtransportiert und Krämpfe sowie Schmerzen durch die gleichzeitig erhöhte Durchblutung reduziert. Außerdem führen eine vermehrte Ausschüttung von Endorphinen und eine Bildung von Serotonin zur Linderung der PMS-Symptome. Bewährt haben sich ebenso Entspannungstechniken wie Yoga, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 02/12 ab Seite 60.

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Wed, 01 Feb 2012 00:01:35 +0100 http://www.pta-aktuell.de/themen/news/7900-Menstruationsbeschwerden/ Themen kontakt@pta-aktuell.de (Gode Meyer-Chlond, Apothekerin)
Heilpflanzen: Brennnessel – Blätter, Kraut und Wurzeln http://www.pta-aktuell.de/praxis/news/7868-Brennnessel-Blaetter-Kraut-und-Wurzeln/ Abbildung © photocrew / www.fotolia.com © photocrew / www.fotolia.com

Bei der Brennnessel kommen verschiedene Pflanzenteile mit unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten arzneilich zur Anwendung.

Eine bekannte Eigenschaft der Brennnessel ist die unangenehme Hautreaktion, die nach Kontakt mit der Pflanze entsteht. Verantwortlich dafür sind die auf den Blättern und Stängeln sitzende Brennhaare. Schon bei leichter Berührung bricht ihr kleines Köpfchen ab und hinterlässt eine scharfe Bruchstelle, mit der sich das Haar samt Inhalt in die Haut hineinbohrt.

Reizstoffe wie Acetylcholin, Serotonin und Histamin sorgen für ein schmerzhaftes Brennen. Darauf nehmen sowohl die deutsche Bezeichnung Brennnessel als auch der lateinische Gattungsname Urtica Bezug, der sich von urere = brennen ableitet. Außerdem findet im Deutschen noch die alte heimische Nutzung der Brennnessel als Faserpflanze Erwähnung. Die langen Bastfaserzellen der Stängel dienten in Europa vor dem Import der Baumwolle zur Herstellung von Nesselgarnen für die Tuchfabrikation.

Seit langem verwendet Die Brennnessel ist eine Ruderalpflanze, die überall wächst. Man findet sie besonders häufig an Wegrändern, auf Schuttstellen und selbst im Garten, wo sie als unliebsames Unkraut gilt. In der Antike stand sie aufgrund der großen Verbreitung hingegen für Vitalität und Fruchtbarkeit, weshalb man die Pflanze als Aphrodisiakum aß. Zudem fand sie schon früh arzneiliche Verwendung. Hippokrates empfahl Brennnessel zur Leibes- und Blutreinigung. Dioskurides hob die harntreibende Wirkung hervor. Im Mittelalter waren zahlreiche Rezepturen im Lorscher Arzneibuch aufgeführt und Hildegard von Bingen verordnete Brennnesseln bei Lähmungen, Lungenschmerzen, Rheuma oder zur Steigerung des Gedächtnisses.

Große und Kleine Brennnessel Auch heute noch dienen zwei Arten aus der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae) als Arzneipflanze, wobei verschiedene Pflanzenteile arzneilich genutzt werden (Kraut, Blätter und Wurzeln). Die Große Brennnessel (Urtica dioica L.) ist eine 60 bis 150 Zentimeter hohe ausdauernde Staude mit einem vierkantigen Stängel, der dicht mit Brenn- und Borstenhaaren besetzt ist. Die grob gesägten Blätter stehen kreuzgegenständig, sind am Grund herzförmig und laufen spitz zu. Die Blüten zeigen sich als kleine, unscheinbare Rispen, wobei männliche und weibliche Blüten auf verschiedenen Pflanzen stehen. Der Artname dioica = zweihäusig, der sich von griechisch di = zwei und oikos = Haus ableitet, verweist darauf.

TIPPS FÜR DIE SELBSTMEDIKATION
Da die Linderung der Beschwerden nicht mit einer Verkleinerung der Prostata einhergeht, muss bei Verwendung der Brennnesselwurzel im Rahmen der Selbstmedikation auf notwendige regelmäßige Besuche beim Arzt aufmerksam gemacht werden. Bei der Durchspülungstherapie mit Zubereitungen aus Brennnesselblättern oder -kraut ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Die Kleine Brennessel (Urtica urens L.) ist mit 10 bis 50 Zentimeter Höhe deutlich keiner. Ihre eher rundlichen Blätter sind oberseits glänzend und am Rand tiefer und unregelmäßiger gesägt. Auch diese Art ist mit Brennhaaren übersät und verursacht ein Brennen, was sich in ihrem Artennamen urens, der den Gattungsnamen verstärkt, widerspiegelt.

Brennnesselblätter & -kraut Sie sind in ihrer Wirkstoffzusammensetzung sehr ähnlich. Als wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoffe gelten ungesättigte Fettsäuren, Caffeoylchinasäuren (darunter Caffeoyläpfelsäure), Mineralsalze und Kieselsäure. Vor allem die Mineralstoffe sind für eine diuretische Wirkung verantwortlich. Antiphlogistische Effekte werden auf die Caffeoyläpfelsäure und die ungesättigten Fettsäuren zurückgeführt.

Aufgrund ihrer entwässernden und entzündungshemmenden Wirkungen wurden Brennnesselblätter und -kraut positiv von der Kommission E und der ESCOP zur unterstützenden Behandlung bei rheumatischen Beschwerden, zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der Harnwege sowie vorbeugend und zur Behandlung von Nierengrieß monografiert. Vor allem werden die Blätter und das Kraut als Tee getrunken. Daneben kommen Extrakte in Form von Fertigpräparaten zur Anwendung.

Brennnesselwurzel Eine Teezubereitung aus der Wurzel ist kaum gebräuchlich. Vielmehr werden Fertigarzneimittel aus Extrakten zur Behandlung von Blasenentleerungsstörungen bei der gutartigen Prostatavergrößerung im Anfangsstadium (Indikationen der Monografien der Kommission E und der ESCOP) verwendet. Beta-Sitosterol, Cumarin, Urtica-dioica-Agglutine, Lignane und Polysaccharide sollen für eine Erhöhung der ausgeschiedenen Urinmenge und des maximalen Harnflusses sowie einer Erniedrigung der Restharnmenge verantwortlich sein. Die Wirkungen beruhen vermutlich auf mehreren Angriffspunkten, wie einer Hemmwirkung auf die Prostata-Aromatase, Wechselwirkungen mit dem sexualhormonbindenden Globulin (SHGB) und Hemmeffekten auf Entzündungsmediatoren.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 02/12 ab Seite 32.

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Wed, 01 Feb 2012 00:01:35 +0100 http://www.pta-aktuell.de/praxis/news/7868-Brennnessel-Blaetter-Kraut-und-Wurzeln/ Praxis kontakt@pta-aktuell.de (Gode Meyer-Chlond, Apothekerin)
Datenbanken: Die Dosis macht das Gift http://www.pta-aktuell.de/aktion/news/7888-Die-Dosis-macht-das-Gift/ Abbildung © Danielle Bonardelle / www.fotolia.com © Danielle Bonardelle / www.fotolia.com

Viele giftige Substanzen nehmen – einmal in den menschlichen Körper eingebracht – rasch ihre schädigende oder tödliche Arbeit auf, sodass schnell gehandelt werden muss.

Was ist eigentlich eine Vergiftung, woran erkennt man sie und welche Maßnahmen müssen ergriffen werden? Informationen hierzu liefert www.de.wikipedia.org/wiki/Vergiftung. Eine schnelle Übersicht über Giftpflanzen bietet auch www.de.wikipedia.org/wiki/Liste_giftiger_Pflanzen#Weblinks.

Erste-Hilfe-Maßnahmen Neben der Aufnahme über den Mund und das Verschlucken gibt es noch viele weitere Vergiftungsgefahren. Allgemeines über die unterschiedlichsten Vergiftungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Aufnahme über die Atemwege, über den Blutkreislauf oder über die Haut, ferner über Erkennen und Erste-Hilfe-Maßnahmen können Sie unter www.de.wikibooks.org/wiki/Erste-Hilfe/_Vergiftung lesen. Hier finden Sie auch eine Liste der Giftnotrufzentralen, zu denen Sie auf www.kindergesundheit-info.de/fuer-eltern/kindersicherheit/kindersicherheit06/giftnotruf2 noch mehr recherchieren können.

Um Ihren Kunden einen wertvollen Tipp für den Fall der Fälle geben zu können, empfehlen Sie bitte folgende Homepage www.bfr.bund.de/de/giftinformationszentren-70325.html. Hier finden Sie ein Verzeichnis aller Notrufzentralen als PDF-Datei zum Herunterladen. Oder drucken Sie einfach eine gewisse Anzahl zum Aushändigen an Ihre Kunden aus.

Wichtig zu wissen! Unterschiedliche Toxine wirken auch unterschiedlich. Zumeist ist die Gefährdung, die von einer akuten Vergiftung ausgeht, für einen Laien nicht eindeutig erkennbar. Hier gilt es, einen klaren Kopf zu behalten und nicht vorschnell zu handeln. Auf keinen Fall sollte man ohne Rücksprache mit dem Arzt den Vergifteten zum Erbrechen bringen. Ärztliche Beratung bei Vergiftungen und Verdachtsfällen erhält man in den Giftnotrufzentralen, auch Giftinformationszentren (GIZ) genannt.

Klären Sie Ihre Kunden auf und geben Sie ihnen folgende Informationen: Wichtig bei der Meldung eines Vergiftungsfalles an eine Notrufzentrale ist:

  • Wer hat sich vergiftet?
  • Was hat die Person zu sich genommen?
  • Wann ist es passiert?
  • Wie viel von der giftigen Substanz wurde eingenommen?
  • Wo hat sich das Ganze zugetragen?
  • Welche Krankheitserscheinungen hat die Vergiftung nach sich gezogen (Zustand des Vergifteten)?
  • Was wurde bereits unternommen?

Es gibt einen wissenschaftlich orientierten Zusammenschluss von in Giftinformationszentren oder anderen Einrichtungen klinisch toxikologisch tätigen Ärzten und Naturwissenschaftlern mit dem Ziel, für eine ausreichende Versorgung mit Giftnotruf- und Behandlungszentren zu sorgen: die Gesellschaft für Klinische Toxikologie e.V. Näheres dazu unter www.klinitox.de/27.0.html.

Um Vergiftungsfälle besser einschätzen zu können, finden Sie Anhaltspunkte auf der gut gemachten Seite der Universitätsklinik Bonn beim Zentrum für Kinderheilkunde www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/jahresbericht99-Dateien/typo3/index.php?id=279.
Und speziell für Vergiftungsfälle mit Spül- oder Putzmitteln bei Kindern lesen Sie Wissenswertes auf www.erste-hilfe-fuer-kinder.de/vergiftungen-bei-kindern/spulmittel_vergiftung.html.

Allgemeine Informationen zu Giften finden Sie unter anderem in der Pharmazeutischen Stoffliste. Recherchieren Sie doch einmal im Freitext unter „Gift”, wie viele Arzneistoffe aus pflanzlichen oder tierischen Giften bestehen und was sich dahinter verbirgt? Ferner finden Sie auf www.pharmazie.com in der Datenbank „aktuelle Meldungen” über einhundert Berichte zum Thema „Vergiftung”. Diese Datenbank steht Ihnen nach der kostenlosen Online-Registrierung zur Verfügung. Sie bietet außer tagesaktuellen auch ein Archiv mit älteren Meldungen. Beim DocCheck Flexikon schließlich finden Sie unter www.flexikon.doccheck.com/Spezial:Tags?tag=Gift auch einige Seiten zum Thema.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Unsere moderne Gesellschaft blickt – glaubt man der Kriminalistik – weltweit auf eine bewegte, einfallsreiche giftige Vergangenheit zurück (siehe auch DIE PTA IN DER APOTHEKE Ausgabe 06/11, 07/11 und 08/11). Die Methoden und eingesetzten Mittel haben sich verändert, eines ist geblieben: die Gefährlichkeit.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 02/12 ab Seite 84.

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Wed, 01 Feb 2012 00:01:30 +0100 http://www.pta-aktuell.de/aktion/news/7888-Die-Dosis-macht-das-Gift/ Aktion kontakt@pta-aktuell.de (Barbara Schulze-Frerichs, PTA/Ursula Tschorn, Apothekerin)