Bodyguard der Gesundheit

Selen

Abbildung © Shawn Hempel / www.fotolia.com © Shawn Hempel / www.fotolia.com

Der lebensnotwendige Mineralstoff, der nach der Mondgöttin Selene benannt wurde, spielt als Zünglein an der Waage bei allen wichtigen Zellfunktionen eine entscheidende Rolle.

Selen ist ein nichtmetallisches Spurenelement, das hauptsächlich in den Nieren, der Leber und Schilddrüse vorkommt und dabei nicht selbst vom Körper gebildet werden kann. Es muss daher in ausreichender Menge mit der täglichen Nahrung aufgenommen werden. Selenreich sind besonders tierische Produkte wie zum Beispiel Fisch, Fleisch, Milch, aber auch pflanzliche wie Paranüsse, Getreide und Sesam. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen zwischen 30 und 70 Mikrogramm Selen pro Tag – viele Experten halten sogar eine tägliche Zufuhr von bis zu 200 Mikrogramm Selen für angemessen.

Schutzpatron gegen Krankheiten Das Antioxidans hilft Zellen und Chromosomen, schädliche Belastungen abzuwehren unterstützt damit Herz- und Kreislauf. Außerdem ist Selen für die Reproduktionsorgane, das Immunsystem, die Schilddrüse, den Zell- und Energiestoffwechsel wichtig. Zudem soll das Spurenelement antikarzinogen und prophylaktisch gegen Thrombosen wirken. Schwere Selenmängel sind glücklicherweise selten – sie treten in einigen Gebieten Chinas und Nordostasiens auf. Sie können zu einer krankhaften Vergrößerung des Herzens oder auch zu schweren Gelenkerkrankungen führen.

Veganer, ältere Menschen und Frauen während Schwangerschaft und Stillzeit sollten allerdings ihren Selenspiegel beobachten. Bei Rauchern kann das Spurenelement die Gefahren etwas mindern, da es vor chemischen Mutagenen und Karzinogenen schützt. Es wird auch häufig als Gegenmittel bei erhöhten Belastungen durch Amalgam, Blei, Quecksilber und andere Schwermetalle genutzt. Auch mangelnde Zeugungsfähigkeit des Mannes kann die Folge eines Selendefizites sein.

Selenreichstes Organ Insbesondere die Schilddrüse reagiert sehr empfindlich gegenüber einem Selenmangel. So haben Patienten mit Autoimmunthyreoiditis – einer chronischen Entzündung der Schilddrüse – meist sehr niedrige Selenspiegel im Blut. Klinische Studien belegten, dass sich eine zusätzliche Einnahme des Spurenelements durchweg positiv auf den Erkrankungsverlauf auswirkt, was sich bei den Patienten in einer Linderung der Beschwerden und Steigerung der Lebensqualität zeigte.

Sinnvoll ergänzen Daher haben Selenpräparate in der Gesundheitsvorsorge einen berechtigten Platz, auch wenn sie in der Vergangenheit immer wieder mal kontrovers diskutiert wurden. Am meisten profitieren Menschen mit niedrigem Selenspiegel von einer Substitution. Angeboten werden Präparate, die organisch und anorganisch gebundenes Selen enthalten. Wenn kein Mangel oder keine Indikation vorliegt, bringt die Nahrungsergänzung auch keinen Zusatznutzen. Stattdessen könnte sogar die unkontrollierte Einnahme zu hoher Dosen zu Vergiftungen führen.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 09/10 ab Seite 20.

Dr. Kirsten Schuster, Medizinjournalistin

Stichworte: Antioxydanzien, Fruchtbarkeit, Immunabwehr, Immunsystem, Mineralstoffe, Spurenelemente

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