© Jayson Punwani / www.iStockphoto.com. Die PTA ermittelt.
Mit der Entlassung von Omeprazol und Pantoprazol aus der Verschreibungs-pflicht gibt es neben den Antazida zwei potente Arzneistoffe gegen Sodbrennen. Um die richtige Wahl zu treffen, genau nachfragen.
Der Fall Frau Steinberger leidet seit kurzem unter einem gelegentlichen brennenden Schmerz in der Brust. Manchmal empfindet sie auch einen sauren Geschmack. Die ältere Dame findet dies zwar unangenehm, möchte deswegen aber nicht zum Arzt gehen. So wendet sie sich an ihre Apotheke, wo sie wegen ihrer Osteoporose Stammkundin ist und schildert der PTA ihr Problem. Schnell stellt sich heraus, dass die Beschwerden vor allem dann auftreten, wenn sie zuvor etwas Süßes gegessen hat. Es ist die Magensäure, die dadurch übermäßig angeregt wird und in die Speiseröhre steigt.
Auf Nachfrage erinnert sich Frau Steinberger, dass der saure Geschmack meist im Liegen oder beim Bücken auftritt. Die PTA erklärt der Kundin, dass man den brennenden Schmerz im Bereich der unteren Speiseröhre als Sodbrennen bezeichnet. Wenn die Säure dann im Liegen bis in den Mund hochsteigt, spricht man von saurem Aufstoßen. Ob die PTA ihrer Kundin lediglich zum Verzicht auf Süßigkeiten, zu einem Antazidum oder einem Protonenpumpeninhibitor (PPI) raten soll oder ob sie sie vielleicht doch lieber zum Arzt schickt, hängt von der Dauer und dem Schweregrad der Symptome ab. Außerdem stellt sich die Frage nach weiteren Erkrankungen von Frau Steinberger.
Pharmakologischer Hintergrund Wenn die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten nicht ausreicht oder nicht eingehalten wird, können leichte Beschwerden, die nur hin und wieder auftreten, gut mit Antazida behandelt werden. Sie wirken lokal durch Neutralisierung der Magensäure, weshalb ihre Wirkung quasi sofort nach Einnahme einsetzt. Die Wirkung hält allerdings auch nur kurze Zeit an.
Antazida werden je nach Bedarf eingenommen, normalerweise nach dem Essen oder vor dem Schlafen gehen. PPI hemmen die Magensäuresekretion. Dazu müssen sie auf dem Blutweg bis an die Belegzellen des Magens gelangen. Ihre Wirkung setzt entsprechend etwas später ein, hält dafür aber bis zu 24 Stunden an. Sie werden nur einmal täglich auf nüchternen Magen genommen. Wegen ihres Wirkungsmechanismus nimmt man PPI am besten über mehrere Tage, so baut sich der maximale Effekt langsam auf, bis die Beschwerden ganz abgeklungen sind.
In einer kanadischen Studie wurde ein Zusammenhang zwischen der Langzeiteinnahme von PPI und einem erhöhten Risiko für Osteoporose-bedingte Knochenbrüche gefunden. PPI sollten im Rahmen der Selbstmedikation nur kurz, nämlich nicht länger als vier Wochen genommen werden. Ein erhöhtes Frakturrisiko ist hier nicht befürchten.
Zu klären ist allerdings, ob die Kundin weitere Symptome hat, wie unbeabsichtigten Gewichtsverlust, schwarz gefärbten Stuhl oder Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwüre in der Krankengeschichte. Dann ist, ebenso wie bei Fortbestehen oder Verschlechterung der Beschwerden auch nach Einnahme von Antazida oder PPI, dringend zu einem Arztbesuch zu raten.
Zurück zum Fall Da Frau Steinberger den Auslöser ihrer Beschwerden kennt, rät ihr die PTA, einfach weniger Süßes zu essen. Für den Fall, dass sie dennoch Sodbrennen oder saures Aufstoßen bekommt, gibt sie ihr eine kleine Packung Antazida mit, die sie bei Bedarf nehmen kann. Sofern die Tagesdosis nicht überschritten wird, ist auch eine mehrmalige Einnahme am Tag möglich.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 08/10 auf Seite 20.
SB
Stichworte: Antazida, Magensäure, Omeprazol, PPI, Sodbrennen