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Die Spinnentiere - in Europa meistens der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) - saugen Blut anderer Lebewesen. Dabei können sie gefährliche Krankheiten übertragen.
Dazu zählen vor allem die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Borreliose. Das FSME-Virus gelangt mit dem Zeckenspeichel oft schon zu Anfang des Blutsaugens in das Opfer. Die Infektion hat für jeden Dritten Folgen: Innerhalb von vier bis 28 Tagen treten grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen und Fieber auf.
Bei einigen Betroffenen ist Tage später auch das zentrale Nervensystem betroffen. Das beginnt meist mit hohem Fieber und starken Kopfschmerzen und hinterlässt bei bis zu 30 Prozent dauerhafte Schäden – von Hörproblemen über Konzentrationsschwierigkeiten bis zu Lähmungserscheinungen. Von den schwer erkrankten Patienten sterben bis zu zwei Prozent.
Prävention gegen FSME Gegen FSME gibt es keine Therapie, nur die Symptome lassen sich lindern. Vorbeugen ist also wichtig. Etwas Schutz kann zum Beispiel das Meiden von Zeckenbereichen bieten: Die Tiere leben vor allem im Unterholz an Waldrändern und Lichtungen, finden sich auch in Gärten und Parks. Auf Gräsern, Gestrüpp und Büschen bis etwa 1,5 Metern Höhe warten sie, bis ein Opfer ihren Ansitz streift, um dann blitzschnell zuzugreifen. Als Abwehr begrenzt wirksam sind daher auch geschlossene Kleidung (lange Hosen, lange Ärmel, Socken über den Hosenbeinen) und insektenabweisende Mittel.
Am sichersten aber ist Impfen – dreimal im ersten Jahr und dann alle drei bis fünf Jahre. Das wird Personen empfohlen, die in FSME-Risikogebieten infektionsgefährdet sind, weil sie dort leben oder Urlaub machen, spazieren gehen, Pilze sammeln, grillen, golfen, Outdoor- Sport treiben oder als Landwirte oder Forstarbeiter beruflich gefährdet sind. Deutsche Risikogebiete sind vor allem Bayern, Baden-Württemberg und Teile von Hessen, Rheinland- Pfalz und Thüringen. Infektionen treten aber auch in anderen Bundesländern auf.
Borreliose Die Krankheit wird durch Bakterien verursacht und kommt überall bei Zecken vor. Bei zwei Drittel der infizierten Menschen breitet sich nach Tagen bis Wochen eine kreisförmige Rötung um die Einstichstelle aus, die Wanderröte. Mattheit und Fieber können auftreten und Monate später zum Beispiel neurologische oder Herzprobleme. Behandelt wird Borreliose mit Antibiotika. Zudem geht man davon aus, dass das Infektionsrisiko mit der Saugdauer steigt, da die Bakterien erst vom Darm in den Speichel der Zecke wandern müssen. Weil das Stunden dauern kann, könnte schnelles Entfernen von Zecken das Risiko senken – anders als bei FSME-Viren, die früh übertragen werden.
Nach einem Aufenthalt in der Natur sollte man deshalb seinen Körper auf Zecken absuchen. Mit einer Pinzette kann man die Tiere hautnah greifen und heraus - ziehen. Zur Verfügung stehen auch Zeckenzangen, -schlingen und -karten. Damit die Zecke keine Erreger in die Wunde abgibt, sind Öl und Klebstoffe sowie Quetschen tabu.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 08/10 auf Seite 19.
Helga Brettschneider
Stichworte: Borreliose, FSME, Holzbock, Wanderröte, Zecken