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Die beachtliche Drüse ist das zentrale Stoffwechselorgan und die Müllabfuhr des menschlichen Körpers. Von Natur aus ist sie robust und regenerationsfähig, doch sollte man ihr nicht zuviel zumuten.
Unsere Leber (griechisch: Hepar) wiegt etwa anderthalb Kilogramm, ist anatomisch betrachtet eine Anhangdrüse des Darms, hat ihren Sitz rechts im Oberbauch und besteht aus circa drei Milliarden Leberzellen, die zwei große und zwei kleine Lappen bilden. Der rechte Leberlappen (Lobus dexter) befindet sich unter dem Zwerchfell, mit dem er teilweise verwachsen ist. Dadurch wird die Leber beim Atmen mitbewegt. Der linke Leberlappen (Lobus sinister) dehnt sich bis in den linken Oberbauch hinein aus. Die kleinen Leberlappen heißen quadratischer und geschwänzter Lappen. Durch mehrere Leberbänder ist die weiche, von Natur aus rotbraune Drüse in der Bauchhöhle befestigt.
Da die Leber keine Schmerzrezeptoren besitzt, verursachen Lebererkrankungen im Frühstadium meist keine Beschwerden. Problematisch, denn dadurch werden sie oft sehr spät entdeckt, häufig erst dann, wenn die schon deutlich geschwollene Leber auf andere Organe drückt.
Robuster Schwerstarbeiter Im menschlichen Körper erfüllt die Leber eine Vielzahl lebenswichtiger Aufgaben: Das zentrale Stoffwechselorgan produziert unter anderem wichtige Eiweißstoffe, spielt eine entscheidende Rolle im Zuckerund Fettstoffwechsel, reguliert den Vitamin-, Mineralstoff- und Hormonhaushalt und stellt täglich etwa 0,7 Liter Gallensaft her. Diese grünlich-gelbe Flüssigkeit wird in der Gallenblase zwischengelagert, bei Bedarf an den Darm abgegeben und spielt bei der Fettverdauung eine wichtige Rolle. Ruhm genießt die Leber vor allem als Entgiftungszentrale des Körpers. Als Filter zwischen Darm und restlichem Körperkreislauf verhindert das fleißige Organ, dass Krankheitserreger und Schadstoffe in den Blutkreislauf gelangen.
Egal ob Schwermetall oder Alkohol – alle Gifte müssen letztlich von der Leber unschädlich gemacht werden. Damit die Drüse diese verantwortungsvolle Aufgabe erfüllen kann, ohne dabei selbst krank zu werden, ist sie von Natur aus sehr robust und strapazierfähig. Im Gegensatz zu anderen Organen kann sich die faszinierende Drüse sogar selbst regenerieren – stirbt ein Teil ab oder wird beschädigt, kann dieses Gewebe wieder neu gebildet werden. Voraussetzung für diese fantastische Fähigkeit: Der Mensch behandelt seine Leber pfleglich und vermeidet Risiken, die sie überstrapazieren – vor allem übermäßigen Konsum von alkoholischen Getränken.
Vergrößert, entzündet, verhärtet Zu große Mengen an Alkohol, aber auch Übergewicht oder Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes sind oft dafür verantwortlich, dass sich eine Fettleber entwickelt. Sie zählt in westlichen Industrienationen zu den häufigsten Leberleiden überhaupt. Bei dieser Erkrankung ist der Fettgehalt der Leberzellen stark erhöht, wodurch sich das Organ insgesamt vergrößert und eine fettgelbe Farbe bekommt. Wer die Fettleber ignoriert, läuft Gefahr, dass sich daraus eine Entzündung (Fettleberhepatitis) entwickelt. Eine Hepatitis wird jedoch auch häufig durch Viren ausgelöst, Mediziner sprechen dann von Virushepatitis. Abhängig vom jeweiligen Erreger unterscheidet man hauptsächlich die Hepatitisformen A, B, C, D und E.
Die weltweit verbreitete Hepatitis A und die vorwiegend in tropischen Ländern vorkommende Hepatitis E werden durch Schmierinfektion übertragen und gelangen häufig über kontaminierte Lebensmittel in den Körper. Hepatitis B wird durch Blut oder Sperma übertragen, Hepatitis C überwiegend auf dem Blutweg. Hepatitis D betrifft nur Menschen, die bereits mit dem B-Virus infiziert sind.
Oft beginnt eine Virushepatitis mit unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Fieber, gefolgt von der charakteristischen Gelbfärbung von Haut und Augen. Der Grund, warum die Leberentzündung im Volksmund auch als Gelbsucht bezeichnet wird. Die Heptatitiden B, C und D können chronisch verlaufen. Gut zu wissen: Gegen Hepatitis-A- und Hepatitis- B-Erreger gibt es einen wirksamen Impfschutz, wobei die Hepatitis-B-Impfung gleichzeitig vor Hepatitis D schützt.
Durch eine chronische Virushepatitis, Alkoholmissbrauch oder Fettleberhepatitis kann es zu einer gefährlichen Leberzirrhose kommen, bei der das Organ vernarbt, sich verhärtet und schließlich schrumpft. Dadurch kann die Leber ihre wichtigen Aufgaben nur noch unzureichend erfüllen. Natürlich müssen alle Lebererkrankungen vom Arzt behandelt werden. Therapiebegleitend kommt unter Umständen die Einnahme pflanzlicher Arzneimittel mit Mariendistelfrüchten infrage, die die Leber schützen können. Um die Fettverdauung zu fördern, haben sich Artischockenblätter-Extrakte bewährt, die die Produktion von Gallensaft in der Leber ankurbeln können.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 07/10 ab Seite 20.
Andrea Neuen-Biesold
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