Tipps für Schwangere

Auf Mikronährstoffe achten!

Abbildung © Don Bayley / www.iStockphoto.com © Don Bayley / www.iStockphoto.com

In der Schwangerschaft steigt der Bedarf fast aller Vitamine und Mineralstoffe. Auf eine ausreichende Zufuhr ist besonders bei Folsäure, Eisen und Jod zu achten.

Die neun Monate, in denen eine Frau ihr Kind austrägt, stellen hohe Anforderungen an den weiblichen Körper. Eine vollwertige Ernährung, die viele Vitamine und Mineralstoffe enthält, ist daher sehr wichtig. Allerdings zeigen Untersuchungen, dass gerade Folsäure, Eisen und Jod kritische Vitalstoffe in der Schwangerschaft sind.

Folsäure Die insbesondere in grünem Blattgemüse, Orangen, Weintrauben, Kartoffeln, Fleisch und Vollkornprodukten vorkommenden Verbindungen des B-Vitamins werden auch als Folat bezeichnet, synthetisch hergestellte dagegen als Folsäure. In der Schwangerschaft haben die werdenden Mütter einen Bedarf von 600 Mikrogramm Nahrungsfolat. Um Neuralrohrdefekten beim Nachwuchs vorzubeugen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) „ Frauen, die schwanger werden wollen oder können, sollten zusätzlich 400 Mikrogramm synthetische Folsäure pro Tag in Form von Supplementen aufnehmen“. Dies ist umso wichtiger, da Untersuchungen zeigen, dass der Großteil der Schwangeren eine unzureichende Folat/Folsäure-Zufuhr aufweist.

Eisen Gute Quellen sind Fleisch und Fisch, da Eisen daraus besser als aus pflanzlichen Lebensmitteln resorbiert wird, deren Phytate, Oxalate, Lignine, Tannine und Phosphate die Resorption hemmen. Auch Tee, Kaffee und Milch wirken sich negativ aus. Aufnahmefördernd wirken dagegen Vitamin C und Zitronensäure. Laut Nationaler Verzehrsstudie (NVS II) nehmen nahezu 75 Prozent der Frauen im gebährfähigen Alter zu wenig von diesem Spurenelement auf. In der Schwangerschaft verdoppelt sich jedoch die empfohlene Zufuhr auf tägliche 30 Milligramm, sodass sich hier erst recht eine Unterversorgung bei den meisten Frauen manifestiert.

Die Eisenmangelanämie ist damit sehr häufig. Raten Sie Ihren schwangeren Kundinnen daher, sich beim Arzt Ferritin, Hämoglobin sowie die Erythrozytenindizes MCH und MCV bestimmen lassen, um festzustellen, ob und in welchem Ausmaß eine Anämie vorliegt. Diese tritt zwar als physiologische Folge einer Schwangerschaft auf, sollte aber, wenn die Werte zu niedrig sind, behandelt werden.

Jod In der Schwangerschaft steigt der Bedarf auf 230 Mikrogramm pro Tag, hauptsächlich bedingt durch die bis zu 50 Prozent gesteigerte Hormonsynthese in der Schilddrüse sowie durch eine erhöhte Ausscheidung über die Nieren. Ohne ausreichendes Jod im mütterlichen Kreislauf, das über die Plazenta zum Fetus kommt, kann dieser keine Schilddrüsenhormone bilden; die mütterlichen sind kaum plazentagängig.

Ab der 10. bis 12. Woche benötigt der Fetus etwa 50 Mikrogramm Jod, wenn seine Schilddrüse die Arbeit aufnimmt. Verzehrt die Schwangere keine Milchprodukte, Fisch oder jodiertes Salz, kann hier gegebenenfalls ein Jodmangel entstehen. Raten Sie jedoch Kundinnen mit Schilddrüsen-Autoimmunerkrankungen oder Hyperthyreose, sich mit ihrem Arzt zu beraten, ob eine Jodsupplementierung kontraindiziert ist. Viele Firmen bieten mittlerweile jodfreie Kombinationsprodukte für Schwangere an, die Sie in diesen Fällen dann empfehlen können.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 07/10 auf Seite 19.

Dr. Petra Kreuter

Stichworte: Anämie, Eisen, Ernährung, Ernährung in der Schwangerschaft, Folat, Folsäure, Jod, Kreuter, Mikronährstoffe, Schwangere, Schwangerschaft

Weitere Informationen

Zur Übersicht

  • Facebook
  • Twitter
  • delicious
  • MisterWong
  • stumbleupon
  • Google
  • Reddit
  • Digg
  • Technorati
  • Newsvine
  • Windows
  • Yahoo!
  • RSS