Bayer Vital GmbH
Dr. Uwe Gessner ist Referatsleiter für den Bereich Analgetika/ Erkältungsprodukte im Geschäftsbereich Consumer Care/Wissenschaft bei Bayer Vital in Leverkusen.
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Was ihm besonders am Herzen liegt, ist der Stellenwert von Aspirin® in der OTC-Therapie akuter Schmerzen sowie die Historie der Marke. Der promovierte Chemiker ist ein außergewöhnlicher Mensch, der seit 1992 die Marke Aspirin® betreut. Wir haben ihn in Leverkusen gemeinsam mit einem professionellen Drehteam besucht, wo er uns mit viel Charme und Humor aus dem „Aspirin® Nähkörbchen“ erzählt hat. Das Video können Sie sich gleich oben und/oder auf www.bay-as.de anschauen – ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich in jedem Fall.
Zunächst trafen wir uns in der IDA (Innovationsakademie deutscher Apotheken) in Köln-Rheinauhafen. Sie entstand 2007 auf Initiative der Bayer Vital GmbH. In der Akademie haben sich Experten aus Wissenschaft und Praxis zusammengeschlossen, um die Zukunft der Apotheken als qualitätsorientierte und kompetente Ansprechpartner für den Patienten und gesundheitsbewussten Verbraucher zu stärken.
Herr Dr. Gessner, was hat Aspirin mit Innovation und Zukunft zu tun?
Die Aspirin®-Tablette war eines der ersten Fertigarzneimittel. Es blieb aber nicht dabei, sondern es folgte eine ganze Reihe von innovativen Darreichungs - formen: 1971 wurde zum Beispiel in Deutschland mit Aspirin® Plus C die erste Aspirin-Brausetablette auf den Markt gebracht.
In den Folgejahren kamen weitere Produkte wie Aspirin® Direkt, Aspirin® Effect, Aspirin® Migräne sowie Aspirin® Coffein auf den Markt. In manchen Darreichungsformen sorgen Puffersubstanzen dafür, dass die Löslichkeit des Wirkstoffs entschieden verbessert wird und der Wirkstoff bereits gelöst in den Magen gelangt. Dadurch kann dieser vom Körper schneller aufgenommen werden und rascher zur Wirkung kommen.
Ein Kombinationsprodukt ist das Erkältungspräparat Aspirin® Complex. Es ist eine bisher weltweit einzigartige Kombination von Acetylsalicylsäure mit Pseudoephedrin, einem Wirkstoff zur Abschwellung der Nasenschleimhaut, für die Behandlung von Schnupfen mit erkältungsbedingten Schmerzen und Fieber. Sie können sicher sein, dass optimierte oder auf bestimmte Indikationen zugeschnittene Darreichungsformen Gebiete sind, in denen auch zukünftig kontinuierlich weiter entwickelt wird.
Stimmt es eigentlich, was über Aspirin und die Magenverträglichkeit gesagt wird?
Die Verträglichkeit von Acetylsalicylsäure im Bereich der Selbstmedikation ist gut: Eine aktuelle Metaanalyse hat die gute Gesamt- und insbesondere Magenverträglichkeit des Aspirin®-Wirkstoffs Acetylsalicylsäure bei der Anwendung in typischen OTC-Indikationen erneut bestätigt.
Die Analyse umfasst die gepoolten Daten von neun randomisierten Doppelblindstudien, in denen die Verträglichkeit von 1000 mg Aspirin® zur Behandlung von akuten Migräneattacken, Spannungskopfschmerzen sowie Zahnschmerzen beurteilt wurde. Bei der Auswertung der von den Patienten genannten unerwünschten Ereignisse als auch der tatsächlichen Nebenwirkungen zeigte sich dabei ein nur geringer Unterschied zwischen Acetylsalicylsäure und Placebo.
Die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit unter Alltagsbedingungen konnte ferner durch apothekenbasierte nicht-interventionelle Studien an über 9000 Patienten belegt werden. Nicht zuletzt bestätigt auch der jahrzehntelange Einsatz von Aspirin® als Arzneimittel seine Vorteile – das günstige Nutzen-Risiko-Verhältnis macht den Schmerzmittelklassiker in der modernen Arzneimitteltherapie daher unverzichtbar.
Welche Bedeutung kommt bei der Selbstmedikation dem Beratungsgespräch in der Apotheke zu?
Die PTA hat eine sehr verantwortungsvolle Position: Es kommt darauf an, den passenden Wirkstoff in der geeigneten Dosierung und der optimalen Zubereitung für jeden Kunden individuell herauszufinden. Eine zu geringe Dosis, zu spät eingenommen, kann zum Beispiel zu einer nicht ausreichenden Schmerzlinderung führen. Umgekehrt kann eine zu häufige Einnahme von Schmerzmitteln beispielsweise einen medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz zur Folge haben.
Darüber hinaus gehört es zur Beratung, auf Nebenwirkungen und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hinzuweisen sowie gegebenenfalls die Warnsignale zu erkennen, die einen dringenden Arztbesuch erforderlich machen. Auch für hilfreiche Tipps zur Prävention und zum Umgang mit dem Schmerz sind die Apothekenkunden immer dankbar.
Weiter ging’s dann im Bayer Kommunikationszentrum direkt in Leverkusen. Es gibt Einblicke in die Forschung für die Zukunft – von der Entwicklung neuer Arzneimittel über die Sicherung der Welternährung bis zu modernen Werkstoffen für den Klimaschutz. Eine moderne Ausstellung, die einen Besuch in jedem Fall lohnt. Natürlich wurde uns hier direkt vor Ort klar, dass auch Aspirin® zu den Erfindungen gehört, die die Welt irgendwie verändert und bewegt haben – bis heute.
Wann wurde die Marke Aspirin® geboren?
Der Grundstein für die Marke wurde am 6. März 1899 gelegt, als das Warenzeichen Aspirin® in die Warenzeichenrolle des Kaiserlichen Patentamtes in Berlin aufgenommen wurde.
Wo liegen die Ursprünge dieser Erfolgsgeschichte?
Bei der Entwicklung des Aspirin®-Wirkstoffs Acetylsalicylsäure stand die Natur Pate. Schon im Jahre 400 vor Christus kannte der griechische „Urvater der Ärzte“, Hippokrates, die schmerzstillende und fiebersenkende Wirkung eines Saftes aus der Weidenrinde. Im 19. Jahrhundert gelang es europäischen Forschern, Salicylsäure synthetisch herzustellen und für die Therapie von rheumatischen Erkrankungen nutzbar zu machen. Die schlechte Verträglichkeit und der scheußliche Geschmack der Substanz brachten aber Probleme mit sich.
1897 schließlich gelang es dem jungen Chemiker Dr. Felix Hoffmann bei Bayer, in seinem Labor die erste chemisch völlig reine und haltbare Acetylsalicylsäure herzustellen, die für den therapeutischen Einsatz bestens geeignet war. Damit gelang ein entscheidender Durchbruch in der Medizinhistorie. Erstmals stand ein verträgliches und zugleich wirksames Medikament zur Verfügung, das Schmerzen linderte, Fieber senkte und Entzündungen hemmte.
Das Interview führte Benedikta Springer
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 07/10 ab Seite 24.
Stichworte: ASS, Acetylsalicylsäure, Aspirin, Gessner
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