Von Kopf bis Fuß

Haut

Abbildung © Maciej Laska / www.iStockphoto.com © Maciej Laska / www.iStockphoto.com

Mit einer Fläche von anderthalb bis zwei Quadratmetern ist die Haut das größte Organ des Menschen. Sie erfüllt lebenswichtige Schutzfunktionen, ist aber auch selbst äußerst schutzbedürftig.

Anatomisch betrachtet besteht unsere Haut aus drei Schichten. Als äußerste Hülle des Körpers schirmt die vielerorts nur etwa 0,03 bis 0,05 Millimeter dünne Oberhaut (Epidermis) den Organismus gegen die Umwelt ab. Die Oberhaut besteht ihrerseits aus unterschiedlichen, ineinandergreifenden Schichten. In ihren untersten Zelllagen entstehen durch Teilung ständig neue Zellen, die binnen weniger Wochen an die Hautoberfläche gelangen und schließlich als Hornschuppen abgestoßen werden.

Schutz vor Mikroorganismen gewährleistet an der Hautoberfläche zusätzlich ein dünner Wasser-Fett-Film, der Säureschutzmantel. Er wird von Schweiß- und Talgdrüsen gebildet und hält als schwache Säure Bakterien und Pilze auf Distanz. Unter der Epidermis liegt die zweite Hautschicht, die nerven- und gefäßreiche Lederhaut (Dermis oder Corium). Dieses robuste Netzwerk aus kollagenen und elastischen Fasern sorgt für die beachtliche Dehnbarkeit und Reißfestigkeit unserer Haut. In der Lederhaut befinden sich unter anderem auch die Berührungs-, Kälte- und Wärmerezeptoren sowie Talg- und Schweißdrüsen. Unter der Lederhaut sitzt die Unterhaut (Subcutis), die aus lockerem Binde- und Fettgewebe besteht und unserem Körper als Kälteschutz und Energiespeicher dient.

Dickes Fell?  Bedingt durch den Alterungsprozess wird unsere äußere Hülle mit den Jahren nicht nur faltig, sondern auch zunehmend trockener, störanfälliger und durchlässiger für Krankheitserreger und andere Schadstoffe. Um die Hautalterung hinauszuzögern, ist es schon in relativ jungen Jahren wichtig, der Haut eine hochwertige, typgerechte Systempflege zu gönnen. Ganz unabhängig vom Lebensalter ist es unerlässlich, die Haut konsequent vor den ultravioletten Strahlen der Sonne zu schützen. Denn Sonnenbrand ist nicht nur äußerst schmerzhaft, sondern beschleunigt auch die Hautalterung und begünstigt die Entstehung von Hautkrebs. Empfehlen Sie Ihren Kunden jetzt im Sommer, im Freien grundsätzlich ein hochwertiges Sonnenschutzprodukt mit hohem Lichtschutzfaktor aufzutragen. Wer zu Mallorca-Akne neigt, sollte sich für ein fett- und emulgatorfreies Präparat entscheiden.

Juckender Pelz?  Zu den häufigsten Erkrankungen der Haut zählt die Neurodermitis, eine schubweise auftretende, chronische Entzündungs reaktion, die zu den atopischen Erkrankungen gehört. Klassischerweise ist die Haut dabei besonders trocken und schlecht in der Lage, Feuchtigkeit zu speichern. Deshalb spielt die richtige Hautpflege – zum Beispiel mit harnstoffhaltigen Produkten und medizinischen Ölbädern – eine wichtige Rolle. Bei akuten Neurodermitis-Schüben kommen topisch unter anderem Calcineurinhemmer und Glukokortikoide zum Einsatz, bei schweren Verlaufsformen kann auch systemisch therapiert werden.

Ebenfalls weit verbreitet ist die Schuppenflechte (Psoriasis), die durch rote, erhabene, mit silberweißen Schuppen bedeckte und häufig auch juckende Hautstellen auf sich aufmerksam macht. Zur topischen Behandlung stehen hier unter anderem Harnstoff-, Salicylsäure-, Vitamin D- und Kortisonhaltige Salben und Cremes zur Verfügung. Je nach Schweregrad ist unter Umständen eine systemische Behandlung erforderlich.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 06/10 auf Seite 20.

Andrea Neuen-Biesold

Stichworte: Dermis, Epidermis, Glukokortikoide, Haut, Hautalterung, Hauterkrankungen, Kortison, Lederhaut, Neuen-Biesold, Neurodermitis, Oberhaut, Psoriasis, Schuppenflechte, Subcutis, Säureschutzmantel, Unterhaut

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