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Eine verpasste Meningokokken-C-Impfung kann kostenlos bis zur Volljährigkeit nachgeholt werden. Sollte sie auch, denn nur ein Drittel der Altersgruppe bis 17 Jahre ist geimpft.
Neisseria meningitidis kommen ausschließlich beim Menschen vor. Altersabhängig tragen etwa 5 bis 30 Prozent der Bevölkerung diese Bakterien im Nasenrachenraum, meist aber ohne Krankheitssymptome (Trägerstatus). Außerhalb des menschlichen Körpers überleben Meningokokken nur kurz. Für eine Übertragung ist daher ein enger Kontakt notwendig wie zum Beispiel durch Anhusten und -niesen oder auch beim Küssen („Tröpfcheninfektion“).
Meningokokken-Infektionen können zu lebensbedrohlichen Situationen führen, etwa zu schweren Verläufen der Hirnhautentzündung (Meningitis) oder einer Blutvergiftung (Sepsis). Bezeichnend ist, dass sie „aus heiterem Himmel“, also ganz plötzlich und ohne Vorwarnung auftreten können. Bei Teenagern und kleineren Kindern bis zum Alter von fünf Jahren kommen Meningokokken-Infektionen besonders häufig vor.
Zwar gibt es 13 verschiedene Meningokokken-Erreger, aber hierzulande werden etwa 70 Prozent der Erkrankungsfälle durch die Gruppe B und 25 bis 30 Prozent durch die Gruppe C verursacht. Während der Impfstoff gegen Meningokokken B noch entwickelt wird, ist die Meningokokken-C-Impfung schon seit 2006 für alle 1- bis 17-Jährigen öffentlich empfohlen. Eine Impfdosis reicht übrigens aus.
Geschützt ins Ausland Bevor Jugendliche verreisen, zum Beispiel an einem Schüleraustausch teilnehmen, in Ferien fahren oder ein Praktikum absolvieren, sollten sie sich daher laut der Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK) unbedingt informieren, welche Impfung erforderlich ist. In Europa beispielsweise wird die Impfung gegen Meningokokken C in Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Belgien, Spanien, der Schweiz und Luxemburg ebenfalls empfohlen.
In den USA ist die Meningokokken-Impfung mit einem Vierfach-Impfstoff an manchen Hochschulen Voraussetzung für die Zulassung zum Studium. Für viele Länder in Übersee ist es sinnvoll, ebenfalls diesen Mehrfachimpfstoff (gegen die Gruppen A, C, W135, Y) anzuwenden, denn dort werden die Infektionen auch von anderen Meningokokken-Serogruppen verursacht.
Hintergrund Konjugatimpfstoffe gegen die Serogruppe C sind für Kinder ab zwei Monaten, Jugendliche und Erwachsene geeignet, sie bieten einen lang anhaltenden Schutz. Ab dem 2. Lebensjahr ist eine einmalige Impfung ausreichend. Dieses Alter wird von der STIKO als „optimaler Zeitpunkt“ für die Impfung angegeben. Bei Kindern und Jugendlichen, die noch keine Meningokokken- C-Impfung bekommen haben, sollte sie nachgeholt werden. Damit die Kassen die Kosten tragen, muss die Impfung vor dem 18. Geburtstag erfolgen. Ein Vierfach-Konjugatimpfstoff gegen die Meningokokken-Serogruppen A, C, W-135 und Y ist mittlerweile auch in Deutschland verfügbar. Er ist für Personen ab einem Alter von 11 Jahren zugelassen und kommt sinnvollerweise bei Auslandsreisen zum Einsatz. Quelle: Arbeitsgemeinschaft Meningokokken, Deutsches Grünes Kreuz
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 05/10 auf Seite 32.
Stichworte: Impflücken, Impfung, Jugendliche, Meningitis, Meningokokken, Neisseria meningitidis, Prävention, Sepsis, Stiko, Vorsorge