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Eine kleine Auswahl von Einzelhomöopathika in Tief- und Mittelpotenzen kann Ihren Kunden so manchen Engpass bei plötzlich auftretenden und häufigen Beschwerden ersparen.
Mit Ihrer fachkundigen Beratung können sich Ihre Kunden ein Sortiment „kleiner“ Mittel in D4 bis D8 oder D12 für zuhause oder unterwegs zusammenstellen. Für Kinder und Menschen mit Laktoseintoleranzproblemen sind alkohol- oder milchzuckerfreie Darreichungsformen zu empfehlen.
Dosierung, Wiederholungsgaben und Erstreaktionen Gleich, welche Darreichungsform gewählt wird, für eine Gabe gilt wahlweise die Dosierung eine Tablette oder fünf Tropfen oder sieben Globuli. Im akuten Zustand können Wiederholungsgaben im halbstündigen Abstand erfolgen, aber immer mit Blick auf die Symptomentwicklung. Wiederholungsgaben sind dann angezeigt, wenn nach dem Abklingen der Beschwerden die Symptomatik erneut einsetzt. Dieses Wechselspiel ist oft zu beobachten und ein Wesensmerkmal einer jeden regulativen Therapie.
Erstreaktionen können auftreten, sind aber bei Tief- und Mittelpotenzen und bei kleinen Mitteln zeitlich begrenzt und somit passagerer Natur – es besteht also kein Grund zur Besorgnis. Mit der Wiederholungsgabe ist dann bis zum Abklingen zu warten. Grundsätzlich gilt: Deutliche Erstreaktionen bestätigen die Richtigkeit der Mittelwahl, verlangen aber häufig eine höhere Potenz in der Folgebehandlung, also zum Beispiel nach einer anfänglichen D4 eine D8, D12 oder eine noch höhere Potenzstufe.
Bewährte Einzelhomöopathika Aconitum D4 ist das Mittel der Wahl bei vielen rasch einsetzenden Beschwerden. Dazu zählen plötzliche fieberhafte Infekte, besonders nach scharfem Wind und Kälte. Kennzeichnend ist die Plötzlichkeit des Geschehens und bei Infekten die abendliche Verschlimmerung des Allgemeinbefindens und der Temperaturanstieg. Aconitum ist auch bei plötzlich einsetzenden Nervenschmerzen wie Trigeminusneuralgien sehr hilfreich. Das Mittel verlangt jedoch häufig nach Überwindung der ersten Phase nach Folgemitteln, beispielsweise Belladonna.
Apis mellifica D6 heilt Beschwerden, die durch Rötung, Schwellung und Schmerz gekennzeichnet sind. Apis ist immer angezeigt bei Insektenstichen. Ist ein Stich im Mund-Rachenraum erfolgt, sind drei Dinge nötig: den Notarzt rufen, Apis geben und Eis zur Begrenzung der Schwellung essen (lassen).
Arnica montana D4 als Internum oder als Salbe ist eine verlässliche Helferin bei allen Blutergüssen, Prellungen und stumpfen Verletzungen, die Blutstau im Gewebe hervorrufen.
Arsenicum album D12 soll im Rahmen dieses Beitrags auf Magen-Darmbeschwerden durch verunreinigte oder verdorbene Lebensmittel beschränkt bleiben. Wer seinen Urlaub in südlichen Ländern verbringt, ist mit diesem Mittel gut beraten; Kennzeichen von Arsenicum album sind Beschwerden mit Durchfall, Erbrechen, großer Schwäche und Krämpfen.
Belladonna D4 lindert fieberhafte Erkrankungen der oberen Atemwege mit Rachen- und Mandelentzündung, Schluckbeschwerden und stechenden, quälenden Ohrenschmerzen. Der Kranke ist matt, erschöpft und durstig, das Gesicht ist fieberrot. Beim akuten Atemwegsinfekt nach Wind-Kälteexposition, wie ihn Kinder häufig haben, ist Belladonna sehr oft das Folgemittel nach Aconitum. Es ist Bestandteil vieler Komplexmittel bei Hals- und Ohrenschmerzen.
Chamomilla D12 lindert Zustände von großer Reizbarkeit, aber auch Entzündungsreize.
Drosera D6 stillt quälende Reiz- und Krampfhustenanfälle und gilt als führendes Mittel bei Keuchhusten. Es ist Bestandteil vieler Komplexhomöopathika bei Bronchialbeschwerden.
Euphrasia D4 hilft bei entzündeten, gereizten Augen. Es ist auch Bestandteil vieler homöopathischer Augentropfen und Heuschnupfenmittel. Hinweis bei Dilutionen: mit Wasser einnehmen und nicht in die Augen träufeln.
Hypericum D4 unterstützt die Heilung verletzten Nervengewebes. Somit ist die Kombination von Arnica montana und Hypericum hilfreich, schmerzlindernd und wundheilungsfördernd bei Zahnbehandlungen mit Verletzungen des Zahnhalteapparates und des Zahnfleisches. Beide Mittel können zusammen eingenommen werden.
Nux vomica D4 ist ein bewährtes Mittel bei Übelkeit und Magenschmerzen, wenn es ein bisschen zu viel von allem war. Reizüberflutung ist also das Wesen dieses rasch wirkenden Mittels, das auch in vielen Komplexhomöopathika bei gastrischen Beschwerden enthalten ist.
Rhus toxicodendron D4 ist ein Mittel für den Bewegungsapparat mit Schmerzen im unteren Rücken und den typischen Anlaufschmerzen vor Bewegungsbeginn, also morgens, beim Aufstehen. Es fällt schwer, sich aufzurichten, das Bücken schmerzt ebenso wie das Gehen. Rhus tox. ist auch ein hervorragendes Hautmittel, wenn der Kontakt mit hautreizenden Pflanzen zu brennenden Ekzemen geführt hat. Nach Brennesselkontakt und bei Nesselsucht hilft Urtica urens D4.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 04/10 ab Seite 20.
Werner Sperling, praxissperling@web.de
Stichworte: Aconitum, Apis mellifica, Arnica montana, Arsenicum album, Belladonna, Chamomilla, Drosera, Einzelhomöopathika, Euphrasia, Globuli, Homöopathie, Hypericum, Mittelpotenz, Nux vomica, Rhus toxicodendron, Tiefpotenz, alternative Heilmethoden, alternative Medizin