Kommunikation

Ehrenamt: Arbeit, die bewegt

Abbildung © Feng Yu / www.iStockphoto.com © Feng Yu / www.iStockphoto.com

Viele Apotheken engagieren sich heute ehrenamtlich in örtlichen oder überregionalen Projekten. Ergreifen Sie die Initiative!

Wichtig beim Ehrenamt ist die Freude an der Sache. Manchmal unterschätzt man sein zu beackerndes Feld und sollte es entweder teilen, sich Hilfe dazu suchen oder einen anderen Schwerpunkt suchen. Die Arbeit ist oft fordernd und zusätzlich zu den normalen Tätigkeiten zu bewältigen, daher ist es elementar, von Zeit zu Zeit die eigene Motivation zu hinterfragen. Es reicht nicht, wenn es sich dabei nur um das Ansehen der Apotheke in der Öffentlichkeit und Profilierung handelt. Das Feuer brennt besser und länger, wenn die Beweggründe innerlich sind. Diese Gründe liefern Kraft, um auch mal Durststrecken zu überstehen, in denen man das Gefühl hat, nichts bewirken zu können oder zuwenig Beachtung zu finden.

Die Vorteile des Ehrenamts für den Engagierten liegen außer in der Sache selbst in dem Entwickeln und Entdecken von eigenen Talenten, sich Ausprobieren auf neuen Feldern und Lernen in Bereichen, mit denen man bisher noch gar nichts zu tun hatte.

CHECKLISTE
Falls Sie sich freiwillig engagieren wollen:
Einarbeitungszeit
- wie lange
- wer arbeitet Sie ein
- welche Tätigkeiten
- wie werden diese beendet
Begleitung
- wer macht die Begleitung
- wie oft und in welcher Form
Arbeitsaufgaben
- welche Arbeitszeiten
- welche Aufgaben
- Gestaltungsmöglichkeiten
- Aufgabenteilung mit Hauptberuflichen
Mitentscheiden
- wann Mitsprachemöglichkeiten
- wobei Mitsprachemöglichkeiten
Kostenerstattung
- welche Kosten
- auf welche Weise
Versicherungen
- Haftpflicht
- Unfall
Quelle: Freiwilligenagentur Bremen, www.zeitweise.info

Projektsuche
Das Engagement selbst kennt inhaltlich keine Grenzen. Die PTA kann – je nach Begabung – in Schulen im Bereich Gesundheit einen Vortrag halten, oder zusammen mit Kindern eine kleine Wanderung unternehmen und bestimmte Pflanzen dabei vorstellen. Ganz andere Möglichkeiten ergeben sich bei der Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen, Sportvereinen oder auch den Partnerstädten des Ortes. Diese bieten sich an, weil schon Verbindungen bestehen und man schnell erfährt, wer zuständig ist, je nachdem wo man ansetzen möchte.

Aus einem breiten Angebot aussuchen kann die PTA bei den Freiwilligenagenturen der Länder oder Orte, hier laufen alle Suchmeldungen zusammen. (www.bagfa.de , Bundesgemeinschaft der Freiwilligenagenturen). Hat sie etwas gefunden, stellt sie ein paar Beispiele in der Teamsitzung vor, gemeinsam wird entschieden, was in Frage kommt.

PTA, die bereits ehrenamtlich begeistert tätig sind, erzählen und nehmen vielleicht die Kolleginnen mit ins Boot. Was den Zeit und finanziellen Aufwand anbetrifft, sind ebenso einmalige Kurzprojekte möglich wie jahrelange Dauerengagements inklusive Stiftungsgründung und Beteiligung von vielen Menschen, die sich am immer größer werdenden Erfolg erfreuen.

Gelungenes Beispiel
Bei der Namaste-Stiftung mit Sitz in Gilching bei München (www.namastestiftung.de) haben sich neun Freunde aus unterschiedlichen, ganz persönlichen Erlebnissen zusammengetan, um den Menschen in Nepal zu helfen. Einem von ihnen wurde 1996 im nepalesischen Himalaya von zwei Sherpas aus dem Bergdorf Bolde das Leben gerettet. Das war der Beginn.

Das große Ziel ist, die Lebensbedingungen des Dorfes Bolde und der Region von Dhulikhel – mit einem Einzugsgebiet von circa zwei Millionen Menschen – über Generationen zu verbessern hinsichtlich ausreichender Ernährung, medizinischer Hilfe im Krankheitsfall und Schulbildung für jedes Kind. All’ dies unabhängig von politischer Einstellung, Religion und ob arm oder reich. Diese drei angestrebten Ziele gelten als unabdingbare Menschenrechte in unserer heutigen Welt, Voraussetzung für ein menschenwürdiges Leben. Über 1000 „Bolde Freunde“ in ganz Deutschland leisten Hilfe zur Selbsthilfe, ohne dass auch nur ein Cent in Verwaltung oder Entwicklungshelfer vor Ort verloren gehen. Dazu verpflichtet die Satzung, die von Regierung und Finanzamt jährlich geprüft wird.

Hilfe zur Selbsthilfe
An erster Stelle steht die elementare medizinische Grundversorgung für alle, der Hygiene- und Gesundheitsunterricht an den Schulen hat Vorrang vor der Beschaffung kostspieliger Arzneimittel. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es wirksamer ist, mit Projekt- und Schul-(klassen) Patenschaften allen Kindern eine Grundausbildung zu ermöglichen, als mit Einzelpatenschaften wenige Kinder zu privilegieren.

Hilfe zur Selbsthilfe ist Trumpf, auf diese Weise entstehen Krankenhäuser, Brücken über Schluchten, es werden mittlerweile vier Schulen gefördert. Die Entwicklung des Projekts wird jährlich auf einer DVD dokumentiert, die man bei der Stiftung anfordern kann oder auf der Internetseite direkt anschaut. Auch dieses ehrenamtliche Hilfsprojekt begann ursprünglich in kleinem Rahmen, lassen Sie sich also nicht entmutigen, sondern im Gegenteil motivieren. Viele Dinge sind möglich, von denen Sie vorher nur träumten.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 03/10 ab Seite 26.

Ute Jürgens, www.kommed-coaching.de

Stichworte: Apotheken, Ehrenamt, PTA, ehrenamtliche Arbeit, kostenlos helfen

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