Von Kopf bis Fuß

Hals und Rachen

Abbildung © Mercè Bellera / www.iStockphoto.com © Mercè Bellera / www.iStockphoto.com

Einen Frosch im Hals haben – Redewendungen wie diese drehen sich um die Verbindung zwischen Kopf und Rumpf. Und auch ansonsten ist der Hals ein interessantes Gebilde.

Ob lang und schlank, kräftig oder gedrungen – der menschliche Hals ist Heimat zahlreicher Organe und Versorgungsstränge. Neben der lebenswichtigen Halswirbelsäule und Muskeln, die unseren Kopf stabilisieren und beweglich machen, ist er Sitz der Gaumenmandeln, des Kehlkopfs und der Schilddrüse. Außerdem verlaufen zahlreiche Versorgungsleitungen – wie Blut- und Lymphbahnen, Luft- und Speiseröhre – hindurch.

Gleich am Übergang von der Mundhöhle in den Rachen sitzen die Gaumenmandeln (Tonsillen), die für die Ausbildung des Immunsystems wichtig sind. Sie wachsen vom ersten bis zum dritten Lebensjahr, um sich in der Pubertät wieder zurückzubilden. Der Rachen (Pharynx) selbst ist ein muskulärer Schlauch, in dem sich Luft- und Speisewege zunächst kreuzen, bevor sich ihre Wege endgültig trennen: Die Luft strömt zum Kehlkopf (Larynx) und weiter in die Luftröhre (Trachea), der Nahrungsbrei in die Speiseröhre (Ösophagus).

Dass die Nahrung nicht in die Luftröhre gelangt, organisiert der Kehldeckel über dem Kehlkopf. Beim Schlucken stellt sich das wendige Gebilde quer und verschließt so die Luftwege. Automatisch rutscht die Nahrung dann in die hintere Speiseröhre und nimmt von dort aus ihren Weg in Richtung Magen.

Zurück zum Kehlkopf: Er beherbergt auch unsere Stimmbänder und ist so maßgeblich an der Stimmbildung beteiligt. Unterhalb des Kehlkopfs sitzt die H-förmige Schilddrüse (Glandula thyreoidea), die für die Produktion spezieller Hormone verantwortlich ist. Die häufigste, schon von außen sichtbare Veränderung der Schilddrüse ist der Kropf (Struma), der auf eine Vergrößerung des Organs zurückzuführen ist.

Dicker Hals?
Weil der Hals ein so vielfältiges „Innenleben“ hat, kann der Mensch naturgemäß auch von unterschiedlichsten Erkrankungen geplagt werden, deren Ursprung zwischen Kopf und Rumpf zu suchen ist: Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse, Halsabszess und Speiseröhrenentzündung sind nur wenige Beispiele. In die Apotheke kommen Kunden jedoch meist, wenn sie – vor allem im Rahmen einer einfachen Atemwegsinfektion – von Halsweh geplagt werden.

Hinter diesem Symptom verbirgt sich sehr häufig eine akute Rachenentzündung (Pharyngitis), die zumeist von Erkältungsviren hervorgerufen wird. Seltener sind Bakterien für die Entzündung verantwortlich. Typische Symptome sind neben Halsschmerzen auch Heiserkeit, Schluckbeschwerden und ein trockener, geröteter Rachen. Eine virale Pharyngitis geht meist innerhalb weniger Tage wieder vorüber, Linderung der Beschwerden versprechen bis dahin Hausmittel wie Wickel, viel warme Flüssigkeit (z.B. Erkältungstees) sowie Gurgeln mit Salbei- und Kamillentee. Lokal wirkende, rezeptfreie Sprays und Lutschtabletten können die Selbstbehandlung ergänzen. Entsprechende Präparate wirken lokalanästhetisch, antiinflammatorisch, antiseptisch, antibiotisch, mucilaginös und/oder adstringierend.

Gut zu wissen: Halsschmerzen können auch Symptom ernsthafter Erkrankungen sein. Deshalb sollten Betroffene nicht zu lange auf eigene Faust „herumdoktern“, sondern bei anhaltenden Beschwerden zum HNO-Arzt gehen. Vor allem bei Kindern verbreitet ist ein weiteres Halsleiden: die akute Mandelentzündung (Tonsillitis acuta), die meist durch Bakterien, vor allem Streptokokken, hervorgerufen wird. Charakteristisch sind neben Halsweh und Schluckbeschwerden meist auch Fieber und ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Klar, dass die Tonsillitis in die Hände des (Kinder-)Arztes gehört, der vermutlich ein Antibiotikum verordnen wird.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 02/10 auf Seite 20.

Andrea Neuen-Biesold, aneuen888@aol.com

Stichworte: Gaumenmandeln, Hals, Kehlkopf, Luftröhre, Pharyngitis, Rachen, Schilddrüse, Speiseröhre, Tonsillitis

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