Von Kopf bis Fuß

Ohr und Ohrerkrankungen

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Es ist eines unserer fünf Sinnesorgane und ein ziemlich trickreiches obendrein. Außerdem steuert es unser Gleichgewicht. Zeit, sich einmal genauer mit dem Ohr zu beschäftigen.

Zum äußeren Ohr gehören die Ohrmuschel und der äußere Gehörgang, der bis zum Trommelfell führt. Der ganze Gehörgang wird von einer dünnen Haut überzogen. Sie besitzt im äußeren Teil auch Haare, Talg- und Zeruminaldrüsen, die das Ohrenschmalz (Zerumen) produzieren. Die Ohrmuschel selbst vermindert die durch Wind erzeugten Geräusche und fängt den Schall auf. Die Schalldruckwellen werden im Gehörgang verstärkt und versetzen das Trommelfell in Schwingungen.

Hier fängt bereits das Mittelohr an. Der Schall wird an die Gehörknöchelchenkette weiter gegeben. Sie besteht aus Hammer, Amboss und Steigbügel und verstärkt den Schall nochmal um das 10- bis 20-fache. Über die Ohrtrompete ist das Mittelohr mit dem Nasen-Rachen-Raum verbunden. So kann das Mittelohr belüftet und der Druck ausgeglichen werden. Allerdings können über die Ohrtrompete auch Infektionen des Rachenraumes aufs Mittelohr übergreifen. Durch das ovale Fenster wird der Schall weiter vom Mittelohr ins Innenohr übertragen. Es liegt im Felsenbein des Schädels und besteht aus Schnecke, Vorhof und einem Gebilde aus Bögen und Gängen, das Labyrinth genannt wird.

In den Bogengängen und im Vorhof liegt das Gleichgewichtsorgan. Das Labyrinth ist gefüllt mit der Perilymphe, einer Flüssigkeit, die Schwingungen vom Mittelohr aufnimmt. Das eigentliche Hörorgan sitzt in der Schnecke und heißt Cortisches Organ. Hier werden akustische Signale in Aktionspotenziale umgewandelt. Dies geschieht durch feine Härchen, die auf der Oberfläche der Haarzellen des Cortischen Organs sitzen. Sie ragen in eine gallertige Schicht. Kommt eine Schallwelle an, dann verändern die Härchen ihre Lage und scheren diese Schicht, wodurch ein Aktionspotenzial ausgelöst wird. Über eine Nervenfaser wird der Reiz dann an das Gehirn weitergeleitet.

Meist ist Schmerz das erste Symptom Zu den Erkrankungen des äußeren Ohres zählen Entzündungen der Ohrmuschel und des äußeren Gehörganges, die meist durch unsachgemäße Reinigungsversuche ausgelöst werden. Ganz besonders schmerzhaft sind Ohrfurunkel, die meist mit Staphylokokken infiziert sind. Sie dürfen niemals selbst eröffnet werden. Juckreiz im Ohr kann durch eine Ohrmykose ausgelöst werden. Die Erreger können Schimmelpilze oder Hefen sein, die nicht selten von der Kopfhaut aus verbreitet werden.

Ohrekzeme treten in der Falte hinter der Ohrmuschel auf und gehen fast immer mit einem unentdeckten Gehörgangekzem einher. Der Grund für plötzliche Schwerhörigkeit kann ein fest sitzender Ohrenschmalzpfropf sein. Kleine Pfropfen können mit aufweichenden Ohrentropfen selbst entfernt werden, die mechanische Beseitigung muss ebenso wie die Entfernung von Fremdkörpern im Ohr (Erbsen, Glasperlen bei Kindern) dem Arzt vorbehalten bleiben.

Die bekannteste Erkrankung des Mittelohres ist die Mittelohrentzündung. Es ist eine bakterielle oder virale Entzündung aller Schleimhäute des Mittelohres. Wenn das dabei entstehende Sekret nicht abfließen kann, steigt der Druck und das Trommelfell wölbt sich nach außen. Dies verursacht starke Schmerzen. Tritt dabei auch Fieber auf, muss mit Antibiotika behandelt werden.

Bei einem Tubenkatarrh hat sich eine Infektion des Nasen-Rachen-Raumes auf die Ohrtrompete ausgeweitet. Die Erkrankungen des Mittelohres und vor allem des Innenohres sind für die Selbstbehandlung nicht geeignet. Wegen möglicher Komplikationen bis hin zur Taubheit sowie wegen des Übergriffs der Infektion auf Hirnhäute und Knochen muss ein Arzt aufgesucht werden.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 02/10 auf Seite 32.

Sabine Bender, s.bender@uzv.de

Stichworte: Mittelohrentzündung, Ohren, Tubenkatarrh, hören, mittelohr, schall

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