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Seit alters her ist Fasten aus vielen Religionen bekannt. Während dieser Phase ist eine ausreichende Trinkmenge wichtig – welche Tees bieten sich hier an?
Wer glaubt, beim Entsagen festen Essens stehe das Abnehmen im Vordergrund, der irrt: Es geht vielmehr um ganzheitliche Regeneration und Wohlbefinden. Der Körper soll entgiftet, Gefühle und Bedürfnisse bewusster wahrgenommen und Körper und Seele wieder in Einklang gebracht werden. Entscheidend dabei: Flüssigkeit! Mindestens drei Liter sollten täglich während des Fastens getrunken werden, sagt Brigitte Greim. Die ausgebildete Heilpraktikerin und Krankengymnastin betreut seit fast 50 Jahren mit ihrem Mann und einer Ärztin Fastenwillige in ihrem Kur- und Gesundheitszentrum Friedborn im südlichen Schwarzwald.
Tee unterstützt Kräutertees und Wasser stehen ihren Gästen den ganzen Tag zur Verfügung. Eine genügend hohe Flüssigkeitszufuhr hat unter anderem den Vorteil, anfängliche Hungergefühle zu mildern. Dafür eignet sich am besten kaltes Wasser. Tee, etwa mit Brennnessel oder Schafgarbe, kann die Fastenkur unterstützen. Brennnessel fördert zum Beispiel die Urinausscheidung. Dazu gibt man kochendes Wasser auf die Blätter – ein viertel Liter auf zwei gehäufte Teelöffel – und kocht das Ganze fünf Minuten lang.
Schafgarbe gilt als entzündungswidrig und nierenanregend. Auch bei ihr nimmt man 250 Milliliter kochendes Wasser auf zwei gehäufte Teelöffel. 15 Minuten danach wird das Kraut abgeseiht und der Tee ist fertig. Ackerschachtelhalm (Zinnkraut) hat ebenfalls harntreibende Wirkung. Von ihm kann auch ein Kaltwasser-Auszug hergestellt werden, das dauert aber einen halben Tag. Mit heißem Wasser geht es schneller. Das Zinnkraut wurde schon in der Volksmedizin bei Blasen- und Nierenleiden genutzt.
Beim Fasten können Tees aber auch einfach deshalb eingesetzt werden, weil sie gut schmecken – etwa solche aus Himbeer- oder Erdbeerblättern. Oder ein intensiver Früchtetee aus Hagebutten. Diese Getränke gehen natürlich leichter über die Zunge als beispielsweise ein Bittertee aus Wermut. Die Pflanze, auch Bitterer Beifuß genannt, enthält als Bitterstoff Absinthin. Davon kann die Leberfunktion profitieren. Pfefferminze dagegen, die in vielen Fastentees zu finden ist, verwendet Greim kaum: Minze steht der Wirkung homöopathischer Mittel entgegen, die viele ihrer Gäste einnehmen.
Biologischer Anbau Die Fastenspezialistin achtet auch darauf, einzelne Pflanzenarten statt Mischungen einzusetzen. Denn bei Mehrkomponenten-Tees treffen oft verschiedene Wirkungen aufeinander. Da macht der eine Bestandteil vielleicht wach, der andere dagegen müde, der dritte scheidet aus und der vierte wirkt vielleicht auf das Herz: „Die Wirkung ist viel intensiver, wenn man nur eine Teesorte nimmt”, betont sie. Wichtig ist ihr außerdem, unbelastetes Ausgangsmaterial zu verwenden, also biologisch angebaute Pflanzen. Die Heilpraktikerin bestückt die Kräutertees ihres Hauses deshalb zum größten Teil aus eigenem Anbau: „Tees, die im eigenen Garten wachsen, sind immer am bekömmlichsten”, empfiehlt sie.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 01/10 auf Seite 30.
Helga Brettschneider, hbrettschneider@hotmail.com
Stichworte: Entgiftung, Fastenkur, Fastentees, Heilfasten, Kräutertee, Tee, fasten