Professor Jürgen Vormann
Die PTA IN DER APOTHEKE exklusiv im Gespräch mit dem Ernährungswissenschaftler Professor Jürgen Vormann.
Weihnachten rückt näher und damit auch die Zeit der fetten und süßen Verführungen. Mit gutem Grund, denn sie sind in der dunklen Jahreszeit zwar häufig Trost mit schneller Wirkung, doch leider auch mit vielen unerwünschten Nebenwirkungen. Wir haben uns mit Professor Jürgen Vormann im November in Frankfurt getroffen, uns über die möglichen unangenehmen Begleiterscheinungen falscher Ernährung unterhalten und wie man effektiv dagegen angehen kann.
Wir finden: ein wichtiges Thema für alle PTA, denn sie sind es in der Regel, die als erstes und noch vor dem Arzt gerade auch in dieser Jahreszeit gefragt werden, wenn ein Kunde beispielsweise unter Müdigkeit, Nervosität oder Muskel- und Gelenkbeschwerden leidet.
PTA: Basenpräparate liegen im Trend – woran liegt das?
Was sauer macht, ist ein Zuviel an Eiweiß, aber auch an Kohlenhydraten und ein zu geringer Verzehr von Basen. Auch Diäten, die bei uns weitverbreitet sind, stellen ein großes Problem für den Stoffwechsel dar. Denn jede Diät führt zwangsläufig zur Übersäuerung. Daher sollte der Organismus, sobald er mit zuviel Säure belastet wird, zusätzlich mit einer physiologisch sinnvollen Basengabe mit Mineralstoffen organischer Säuren – bevorzugt Citraten – versorgt werden. Allerdings kann auch eine Säure-Basentherapie oder „Citrattherapie“ langfristig nicht alle Ernährungssünden ausgleichen.
Daher sollte man jedem Kunden, der aufgrund von Übersäuerung gesundheitliche Probleme entwickelt, auch zusätzlich einen sinnvollen Ernährungsplan empfehlen. Denn alle Flüssigkeiten im Körper enthalten Säure und Basen, die durch Nahrungs- und Genussmittel sowie durch Stoffwechselvorgänge in den Zellen entstehen. Leider gibt es trotz der vielen Beiträge in den Medien immer noch die falsche Vorstellung, dass alles was sauer schmeckt, auch sauer für den Stoffwechsel ist. Weit gefehlt, gerade Obst oder beispielsweise Essig sind basisch.
PTA: Empfehlen Sie eine Basentherapie als präventive therapeutische Strategie – und wenn ja, worauf sollte man achten?
Auch wenn wir uns ausgewogen ernähren, macht eine Kur mit einem hochwertigen Basenpräparat ab dem 40. Lebensjahr im Frühjahr und Herbst durchaus Sinn. Denn zahlreiche Studien belegen, dass Zivilisationskrankheiten wie Osteoporose, chronische Rückenschmerzen, Übergewicht oder auch Rheuma in engem Zusammenhang mit einer chronischen Azidose stehen. Allerdings sollte man bei dem Präparat unbedingt darauf achten, dass es sich um organische Mineralstoff verbindungen wie zum Beispiel Kalium- oder Magnesiumcitrat handelt.
Sie dissoziieren zu organischen Citrat-Anionen und den jeweiligen Kationen. Die Citrat- Anionen können im Stoffwechsel freie H+-Ionen aufnehmen und neutra lisieren so die anfallende Säure. Der basische Effekt und damit der Abbau überschüssiger Säure verteilt sich dann über einen längeren Zeitraum im Körper. Insbesondere ab gelagerte Säure im Bindegewebe kann so neutralisiert werden. Mehr Informationen unter www.basica.de .
VITA
Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Vormann – Studium der Ernährungswissenschaften, Promotion im Fach „Pharmakologie und Toxikologie der Ernährung“. Hauptarbeitsgebiete: Biochemie und Pathophysiologie von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen, Säure-Basen-Haushalt. Prof. Vormann leitet das Institut für Prävention und Ernährung (IPEV) in Ismaning bei München. Autor von dem Ratgeber „Säure-Basen-Balance Richtig essen – gesund ins Gleichgewicht kommen“ erschienen bei GU.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 12/09 ab Seite 26.
Benedikta Springer, b.springer@uzv.de
Stichworte: Azidose, Basen, Basenpräparate, Citrattherapie, Säure-Basentherapie, Übersäuerung, Übersäurung